1. Traditionsturnier


Am 06.01.2018 startete die erste Auflage des Grimmaer Traditionscup in der Muldentalhalle. Dabei trafen Stars von gestern auf Helden von heute! Tradition auf Emotion! 

Im Rahmen der jährlichen Hallencupserie gab es die Kicker auf aktueller und früherer Zeit in einem noch da gewesenen Umfang auf dem Parkett der Muldentalhalle zu Erleben!

 

  1. VfL Bochum
  2. FC Erzgebirge Aue
  3. 1. FC Magdeburg
  4. FC Grimma
  5. Chemnitzer FC
  6. 1. FC Lokomotive Leipzig
Spaß und Schwelgen in alten Fußballzeiten: In der Muldentalhalle ging am Sonnabend der erste Grimmaer Traditionscup über die Bühne.
Quelle: Roger Dietze

Grimma

. Kommerz und Fußball, sie bilden in der heutigen Zeit eine untrennbare Einheit mit zunehmend ungesunden Zügen. Die Besucher der Grimmaer Muldentalhalle konnten demgegenüber am Sonnabend in eine (Fußball-)Zeit eintauchen, die so manch eingefleischter Liebhaber der beliebtesten Nebensache der Welt als die „gute alte“ bezeichnen würde.

 

Eine Zeit, in der sich Leipziger Fußballlegenden wie Dieter Kühn und Wolfgang Altmann sportliche Schlachten mit europäischen Top-Clubs lieferten, in der im Leipziger Zentralstadion Europacup-Geschichte geschrieben wurde. Muldentalhallen-Betreiber Stefan Tröger und sein Team hatten unter dem Motto Erster Grimmaer Traditionscup ehemalige Akteure der Vereine 1. FC Magdeburg, 1. FC Lok Leipzig, Erzgebirge Aue, Chemnitzer FC, VfL Bochum sowie vom Lokalmatador 1. FC Grimma zusammengebracht, die den Besucherinnen und Besuchern Budenzauber auf ziemlich hohem Niveau boten.

 

Freude übers Wiedersehen

Budenzauber, bei dem bei den Hauptdarstellern laut Wolfgang Altmann der Spaß und das Zwischenmenschliche im Vordergrund stehen sollten. „Früher stand man sich als Kontrahenten auf dem Platz gegenüber, heute freut man sich auf das Wiedersehen bei solcherart Anlässen“, so der 56-jährige ehemalige Mittelfeld-Akteur, der zwischen 1971 und 1987 unter anderem 43 Europacup-Spiele für die „Loksche“ bestritt.

Heute blickt der gebürtige Markranstädter mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf die Entwicklung des Leipziger Fußballs. „Man muss es so nehmen, wie es gekommen ist, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass einer der Traditionsclubs den sportlichen Aufstieg geschafft hätte“, so Altmann, dem ein dem Grimmaer Budenzauber beiwohnendes Lok-Fan-Trio beipflichtet. „Wir haben mit dem Verein 1982 bei seinen Europacup-Spielen gegen Barcelona mitgefiebert, und wir haben ihm ebenso bei Partien der 3. Kreisklasse die Treue gehalten“, meint etwa der 49-jährige Torsten, der die Leipziger Fußball-Entwicklung ebenso wie seine beiden Fan-Kollegen nicht weiter kommentieren mag. „Man sollte grundsätzlich nicht von Sachen, die man nicht beeinflussen kann, sein persönliches Wohlbefinden abhängig machen“, fügt der 45-jährige Andreas an.

Neuauflage im nächsten Jahr

Ein gewisses Unwohlsein im Hinblick auf die kommerzielle Entgleisung des Fußballgeschäftes kann allerdings der ehemalige Bochumer Innenverteidiger David Czyszczon nach eigenem Bekunden nicht unterdrücken. „Das ist definitiv keine gesunde Entwicklung“, meint der 36-jährige, dem die Bochumer Europacup-Legende Karsten Hutwelker, der in der Saison 1997/’98 mit seinem Club erst im Achtelfinale an Ajax Amsterdam scheiterte, beipflichtet. „Die Werte aus unserer aktiven Zeit sind heute nicht mehr gefragt“, so der 47-Jährige, der im Bezug auf die heutigen Verdienstmöglichkeiten im Profifußball die Uhr nicht zurückdrehen würde. „Wir hatten unsere Zeit, und in der hat das Fußballspielen Spaß gemacht.“

Nicht zu kurz kam der Spaß auch beim Ersten Grimmaer Traditionscup, den die „Alten Herren“ aus Bochum vor denen aus Aue und Magdeburg für sich entscheiden konnten. „So eine Veranstaltung muss sich selbstredend erst etablieren, grundsätzlich planen wir aber mit einer Neuauflage im nächsten Jahr“, so Hallenbetreiber Tröger.

Von Roger Dietze