testspiel



FV Dresden 06 Laubegast – FC Grimma 2:3 (1:2)

Dresden-Laubegast: Mittag (ab 67. Beulke) – Wehner (ab 67. N. Heinrich), Riegler, Scannewin, Whyte (ab 55. Mohamad) – Lukic, Ph. Wappler, Hauptmann, Kassner (ab 46. F. Wappler) – Csobot (ab 67. Khademy), Ch. Heinrich – Trainer: Lucic

Grimma: Evers – Schabram, Maruhn, Schlüter, Kurzbach – Brand, Ziffert – Szepesi (ab 46. Radig), Jackisch, Markus (ab 71. Diaby) – Wedehase – Trainer: i.V. Nehring

Schiedsrichter: Jautze (Dresden) – Schiedsrichter-Assistenten: Sintke, Ramm (beide Dresden) – Tore: 0:1 Brand (20.), 1:1 Kassner (27.), 1:2 Szepesi (38.), 2:2 Scannewin (50.), 2:3 Brand (58.) – Gelbe Karten: keine – Rote Karten: Wedehase (Grimma) wegen einer Tätlichkeit (45.) – Reservebänke: keiner – Birkigt (Tor) – Zuschauer: 30 in der Sportanlage Steirische Straße (Kunstrasen) zu Dresden

 

Dresden. Quasi mit dem allerletzten Aufgebot hat der FC Grimma seine Generalprobe vor dem Rückrundenstart der Sachsenliga am kommenden Wochenende erfolgreich gestaltet. Beim jetzigen Landesklassisten und ehemaligen Oberligisten FV Dresden 06 Laubegast gewannen die Muldestädter mit 3:2 (2:1), wobei letztlich noch einiges an Sand im Getriebe war, was aufgrund der massiven Personalnöte allerdings auch überhaupt nicht verwunderlich erscheint. Ein weiterer Wermutstropfen stellte noch eine völlig sinnfreie Rote Karte gegen Rocky Wedehase dar, der sich kurz vor dem Halbzeitpfiff zu einer Tätlichkeit gegen Ex-Profi Scannewin hinreißen ließ und dementsprechend völlig zurecht von Schiedsrichter Jautze (Dresden) des Feldes verwiesen wurde (45.). So sollte sich im zweiten Durchgang die Aufgabe dadurch zwar noch zusätzlich erschweren, doch agierten die Muldestädter dann in Unterzahl jedoch taktisch äußerst clever, verengten geschickt die Räume, präsentierten sich dann als echtes Kollektiv und brachten im Verbund daher den knappen Sieg mit einer Willensleistung sicher über die Zeit.

Mit drei Siegen und einer Niederlage ist die Vorbereitungsphase der Grimmaer nun abgeschlossen. Am kommenden Samstag startet die Rückrunde der Sachsenliga, wenn man um 14.00 Uhr beim Aufsteiger SV Lipsia 93 Eutritzsch gastiert. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Personallage in einer Woche etwas entspannt hat, wofür man im Lager der Muldestädter recht zuversichtlich ist.

Angesichts der mangelnden personellen Alternativen gab es vor Anpfiff zwar keine Optionen bezüglich der Aufstellung, allerdings sollten die taktischen Vorgaben doch versucht werden einzuhalten. Jedoch brauchten die Muldestädter gute 15 Minuten um in die Partie zu kommen. So hatten die Gäste bereits in der Anfangsphase die erste gefährliche Situation zu überstehen, als Ph. Wappler nach einer flachen Eingabe von Ch. Heinrich aus Nahdistanz knapp verzog (3.). Doch nach anfänglichen Problemen fand die Grimmaer Elf fortan besser in die Begegnung, auch wenn spielerisch einiges Stückwerk blieb. So prüfte Rocky Wedehase mit einem kernigen Linksschuss Mittag im Laubegaster Gehäuse (14.), bei einem Versuch von Szepesi rettete Riegler auf der Linie (16.). Allerdings sollte der Favorit kurze Zeit später in Führung gehen. Ein aufs kurze Eck gezogener Freistoß von Christoph Jackisch wehrte der leicht überraschte Mittag nur kurz nach vorn ab – Robin Brand staubte ab und nagelte die Kugel aus Nahdistanz zum 0:1 unters Dach (20.). Doch die Antwort der Gastgeber sollte nicht lange auf sich warten lassen. Kassner bestrafte das inkonsequente Zweikampfverhalten in der Grimmaer Defensive und überwand Jan Evers mit einem Flachschuss ins äußerste Eck – 1:1 (27.). Vor allem bei den langen Dresdner Bällen hatten die Gäste im Rückwärtsgang so manches Problem, richtig zwingend vor dem Tor wurden die Platzherren vor dem Pausentee allerdings nicht. Dies sah auf der anderen Seite schon etwas gefährlicher aus. Ein abgefälschter Jackisch-Schuss zischte knapp am Gehäuse vorbei (36.), ein Kopfball von Stefan Maruhn nach vorherigem Jackisch-Eckball wurde vom Pfosten aufgehalten (37.). Erst Bence Szepesi brachte den Favoriten erneut in Front, als er nach gutem Zusammenspiel mit Robert Schabram mit einem Schuss ins lange Eck erfolgreich war – 1:2 (38.). In dieser besten Phase im Grimmaer Spiel hätte der diesmal sehr auffällige Jackisch zweimal das Ergebnis weiter ausbauen können. Einen gefährlichen Freistoß lenkte Mittag aufs Netz (40.), nach einem selbst abgefangenen Ball konnte Jackisch im Anschluss daran Mittag mit einem Heber nicht bezwingen (42.). Allerdings sollten sich die Vorzeichen kurz vor der Pause drastisch ändern. Wedehase ließ sich nach einem Foulspiel von Scannewin zu einer Kurzschlussreaktion im Sinne eines angedeuteten Kopfstoßes hinreißen – Schiedsrichter Jautze hatte keine andere Wahl als den Grimmaer Angreifer mit Rot des Feldes zu verweisen (45.).

So gehörte die Anfangsphase der zweiten Hälfte durchaus den Platzherren, die Gäste mussten sich in Unterzahl erst einmal zurecht finden. Verfehlte zunächst ein Schuss von Ph. Wappler zunächst knapp das Ziel (48.), kamen die Dresdner kurz darauf erneut um Ausgleich. Sehr gut von Ph. Wappler inszeniert, traf Scannewin mit einem Flachschuss unhaltbar zum 2:2 ins lange Eck (50.). Doch dieser Gegentreffer spornte den Sachsenligisten zusätzlich an – wenig später sollte man zum dritten Mal in Front ziehen. Verfehlte Jackisch zwar zunächst abermals mit einem Schuss das Ziel (54.), nutzte Brand nach sehr guter Vorarbeit von Philipp Schlüter die Unordnung in der Laubegaster Hintermannschaft und lochte per Flachschuss zum 2:3 ein (58.). In der Folgezeit bissen sich die Gäste regelrecht in die Begegnung. Man zog sich im Anschluss etwas weiter zurück, ließ die Platzherren spielen und verengte in der eigenen Hälfte geschickt die Räume. Aus den Ballgewinnen gelang es fortan immer wieder schnell zu kontern. Der eingewechselte Dennis-Sven Radig kam so zweimal in gute Abschlussposition, doch fehlten beide Male die berühmten Zentimeter (60., 76.). Den Gastgebern fiel gegen den kompakten Grimmaer Riegel recht wenig ein, einzig Distanzschüsse von Lukic und Hauptmann mussten herhalten um für einen Hauch von Torgefahr zu sorgen. Allerdings brauchte Grimmas Keeper Evers jeweils nicht eingreifen (71., 78.). Die Gäste verstanden es immer mehr das Geschehen vom eigenen Gehäuse fernzuhalten und waren in der Endphase sogar vierten Treffer näher. Der eingewechselte A-Junior Moussa Diaby, der sein Debüt im Herrenbereich gab und dabei durchaus zu überzeugen wusste, scheiterte nach Eingabe von Maruhn aus vielversprechender Position am Laubegaster Keeper Beulke (87.). Beim folgenden Eckball von Kurzbach ließ abermals Diallo seine Gefährlichkeit aufblitzen – im letzten Moment konnten die Gastgeber in Gemeinschaftsproduktion den vierten Einschlag verhindern (88.).

So blieb es letztlich beim knappen Grimmaer Erfolg in Dresden-Laubegast, welchen man auch trotz der mangelnden personellen Alternativen und des Feldverweises insgesamt durchaus als verdient bezeichnen muss. Dass die Elf jedoch weiteren Steigerungsbedarf besitzt jedoch dabei Optionen benötigt, ist allgegenwärtig und war auch in der Landeshauptstadt nicht zu übersehen.

Tom Rietzschel