Testspiel



FC Grimma – VfL Halle 96  6:2 (2:1)

Grimma: Evers (ab 46. Birkigt) – Schlüter, Maruhn (ab 46. Bouamama), Dietrich, Kurzbach (ab 46. Ziffert) – Schwarz (ab 46. Tröger), Theinert – Markus, Engler, Jackisch (ab 46. Radig) – Brand – Trainer: i.V. Nehring

Halle 96: Stamer (ab 46. Ignorek) – Hahn (ab 61. Englich), Schunke, Schiller, Shoshi (ab 52. Soyk) – Soueidan (ab 61. Shaderi), Niesel (ab 52. Kowalewicz), Renner, Nkem – Zimmermann, Worbs – Trainer: Behring

Schiedsrichter: Rohland (Borna) – Schiedsrichter-Assistenten: Görke (Naunhof), Schneider (Thallwitz) – Tore: 1:0 Engler (1.), 2:0 Jackisch (5.), 2:1 Nkem (30.), 3:1 Markus (51.), 4:1 Engler (57.), 5:1 Brand (74.), 6:1 Jackisch (80.), 6:2 Soyk (88.) – Gelbe Karten: keine – Reservebänke: keiner – keiner – Zuschauer: 35 im Stadion der Freundschaft zu Grimma

 

Grimma. Nach den ersten zwei harten Trainingswochen hat sich Sachsenligist FC Grimma im dritten Testspiel äußerst positiv präsentiert. Gegen den Oberligisten VfL Halle 96 gewannen die Muldestädter sicher mit 6:2 (2:1) und präsentierten sich dabei in sehr guter Frühform. Das überraschend hohe Ergebnis entspricht ebenfalls völlig dem Spielverlauf, die Gäste von der Saale machten es den Gastgebern – speziell in Durchgang zwei – auch teilweise recht einfach. Nichtsdestotrotz, sechs Treffer gegen einen höherklassigen Gegner möchten erst einmal erzielt werden. Ein Lob gilt dabei der gesamten Truppe, auch wenn man das Resultat letztlich aufgrund der Vorbereitungszeit nicht überbewerten wird. In den kommenden Trainingswochen gilt es weiterhin konzentriert zu arbeiten, um in 14 Tagen beim Pokalauftritt beim BSV Gelenau auf den Punkt topfit zu sein. Das nächste Testspiel lässt dagegen nicht lange auf sich warten. Bereits am Mittwoch ist der nächste Oberligist zu Gast in Grimma. Dann empfangen die Schützlinge von Trainer Daniel Wohllebe um 19.00 Uhr im heimischen Stadion der Freundschaft mit dem Bischofswerdaer FV den letztjährigen Tabellendritten sowie eine extrem spielstarke und physisch starke junge Elf. Für die Muldestädter wird dies ein weiterer echter Gradmesser in der Vorbereitung werden.

Schiedsrichter Jens Rohland (Borna) hatte die Partie kaum freigegeben, da legten die Einheimischen los wie die Feuerwehr. Gekonnt leitete Vincent Markus einen Diagonalpass von Christoph Jackisch direkt in den Lauf von Rico Engler weiter, welcher anschließend VfL-Schlussmann Stamer per Lupfer überwand – 1:0 (1.). Doch damit noch nicht genug. Vier Minuten später bediente Robin Brand den rechtzeitig startenden Jackisch, der mit einem platzierten Flachschuss auf 2:0 erhöhte (5.). Wer etwas zu spät ins Stadion der Freundschaft anreiste, verpasste damit einen Grimmaer Blitzstart. Der Oberligist musste sich erst einmal kräftig schütteln, allzu überrascht zeigten sich die Gäste von den Anfangsminuten des FC. Doch mit fortlaufender Spielzeit kamen die Saalestädter etwas besser in die Begegnung. Zimmermann setzte das erste Achtungszeichen der Hallenser, der seinen Kopfball nach einem Freistoß jedoch über den Querbalken setzte (6.). Die Einheimischen nahmen in der Folgezeit den Fuß etwas vom Gaspedal und verwalteten zunächst erst einmal das Ergebnis. Zwingende Offensivaktionen wurden erst einmal weniger, ein Distanzschuss von Max Theinert, welcher knapp am Tor vorbeipfiff, bildete dabei die Ausnahme (27.). Und ehe man sich versah, kamen die Gäste zum Anschlusstreffer. Zunächst profitierte Soueidan auf der rechten Seite von einem Missverständnis zwischen Oliver Kurzbach und Michel Schwarz, den anschließenden flachen Querpass versenkte Nkem aus Nahdistanz mühelos zum 2:1 (30.). Die Gäste witterten nun Morgenluft, doch allzu zwingend wurde der VfL kaum. Einzig Worbs besaß von halbrechter Position noch eine gute Schussmöglichkeit, doch brauchte Jan Evers im Grimmaer Tor hier nicht einzugreifen (36.). In den Minuten bis zur Halbzeit konnten die Platzherren dann ihre leichte schöpferische Pause wieder ablegen. Man verlagerte das Geschehen wieder mehr in die Hälfte des Gegners und baute wieder Druck auf. Nach einem Gäste-Fehler im Spielaufbau erhöhte der allein auf das Hallenser Tor zulaufende Brand zwar auf 3:1, doch aufgrund eines Foulspiels von Jackisch am Rande des Geschehens fand der Treffer zurecht keine Anerkennung (41.).

Zielstrebig nahmen die Gastgeber den Schwung aus der Endphase der ersten Hälfte mit in die zweiten 45 Minuten. Und ähnlich wie in Durchgang eins erwischten die Platzherren wiederum einen Blitzstart. Nachdem sich Brand dank einer wahren Energieleistung sehenswert auf der linken Seite durchsetzen konnte, fand dieser den mitgelaufenen Markus, der VfL-Keeper Ignorek mit einem leicht abgefälschten Schuss keine Chance ließ – 3:1 (51.). Dieser Gegentreffer hinterließ beim Gast deutliche Signalwirkung, ehe man sich versah musste der Oberligist kurz darauf den Ball erneut aus dem Netz holen. Zeigte sich Ignorek zunächst bei einem Heber von Engler auf der Hut (52.), legte Brand die Kugel – nach vorheriger hervorragender Einzelleistung von Jackisch – glänzend unter Bedrängnis erneut auf Engler ab, der sich aus zentraler Position quasi die Ecke aussuchen konnte – 4:1 (57.). Die Gegenwehr der Gäste wurde fortan nun immer weniger, von diesen beiden Nackenschläge konnte sich der VfL kaum erholen. Soyk scheiterte am gut reagierenden Pascal Birkigt im FC-Gehäuse (62.), ein Freistoß von Zimmermann pfiff am Grimmaer Gehäuse vorbei (72.) – dies war es schon, was die Gäste offensiv zustande brachten. Grimma beherrschte die Szenerie nun nach Belieben, agierte weiterhin spielerisch durchaus anspruchsvoll und schraubte das Ergebnis weiter in die Höhe. Perfekt hebelte Jackisch mit einem Pass in die Tiefe die komplette VfL-Hintermannschaft aus – der an diesem Tag alles überragende Robin Brand erlief sich die Kugel, umkurvte anschließend Ignorek und schob das Streitobjekt zum 5:1 ins leere Gehäuse (74.). Zwei Minuten später lag den Fans erneut der Torschrei auf den Lippen, doch pfiff ein Flachschuss von Jackisch haarscharf am langen Eck vorbei (76.). Auf der Gegenseite deuteten die Gäste dann jedoch einmal noch ihre Gefährlichkeit an, doch konnte Zimmermann abermals Birkigt nicht überwinden (77.). Allerdings blieb es dabei, dass die Einheimischen fortan leichtes Spiel hatten, der VfL gab sich mehr und mehr auf. Nachdem sich Stefan Tröger resolut an der gegnerischen Torauslinie durchsetzen konnte, bediente Kurzbach den an der Strafraumgrenze lauernden Jackisch, der Ignorek mit einem platzierten Flachschuss überwand – 6:1 (80.). Doch auch mit diesem halben Dutzend gegen einen höherklassigen Gegner war der Grimmaer Torhunger noch nicht gestillt. Zunächst traf Toni Ziffert von halblinker Position nur den Außenpfosten (84.), anschließend verfehlte ein Kopfball von Brand nach vorheriger Ecke von Dennis-Sven Radig knapp das Ziel (90.). Den Schlusspunkt setzten allerdings die Hallenser, die dabei von einem individuellen Fehler der Gastgeber profitierten. Der bis dahin gut mitspielende FC-Keeper Birkigt verschätzte sich beim Herauslaufen – Soyk nahm das Geschenk nach Zuspiel von Zimmermann gern an und verkürzte zum 6:2-Endstand (88.).

Tom Rietzschel

 

Bericht des Gegners

Grimma. Test komplett vergeigt… Dieses jedoch nach allen Regeln der Kunst. Im Stadion der Freundschaft kam Oberligist VfL Halle 96 beim vorjährigen Drittplatzierten der Landesliga Sachsen (entspricht unserer Verbandsliga), dem FC Grimma tüchtig unter die Räder. 6:2 stand es am Ende der 90 Minuten für den Gastgeber. Auf gut gepflegtem Grün und bei schwül-heißen Wetterbedingungen gönnte sich der VfL96 zunächst eine vierminütige Schlafeinlage zum Auftakt der Veranstaltung, bereits 2:0 durch Rico Engler und Christoph Jackisch (1., 4.) stand es zu diesem Zeitpunkt. Da bestand allerdings noch Hoffnung, dass die Blau-Roten den Wecker doch irgendwie vernommen haben. Man mühte sich in das Spiel zu kommen und belohnte sich auch mit dem Anschlusstreffer. Schadi Soueidan passt rechts in der Box auf den zentral lauernden Testspieler Alain Nkem Mbah und der verwandelt aus Nahdistanz zum 2:1 (28.). So keimte bis zur Pause Hoffnung auf Besserung auf, welche ab Wiederanpfiff aber nur kurzen Bestand haben sollte.

Die gängigen, in allen Belangen wacher wirkenden Grimmaer, machten mit einem Doppelschlag dann auch schnell den Deckel auf dieses Spiel. Vincent Markus und Rico Engler kamen bei ihren Treffern zum 3:1 und 4:1 (52., 57.) völlig ungestört zu ihren Abschlüssen, was auch für die Vorlagengeber Gültigkeit hatte. Nach Vorarbeit von Max Worbs kam Andy Soyk aus knapp 14 Metern frei zum Abschluss, scheitert jedoch am gut reagierenden FCG-Hüter Pascal Birkigt (61.). Max Worbs scheitert im Anschluss knapp an einem Torerfolg. Sein direkt ausgeführter Freistoß aus 17 Metern, halbrechte Position, wird abgefälscht und der Ball streicht um Zentimeter am zweiten Pfosten vorbei, Eckstoß (73.). Der sich anschließende Gegenzug des FCG war dann das Paradebeispiel dafür, was den 96ern an diesem Tag komplett abging und was auch Cheftrainer Rene Behring im Resümee als „fehlende geistige und körperliche Frische“ bezeichnete. Mit wenigen Zügen kam der FCG in die VfL-Hälfte wo dann Robin Brand in der Zentrale freigespielt wurde, dieser Christian Ignorek umkurvt und zum 5:1 in das leere Tor einschiebt. Das nächste Tor der Gastgeber hat seinen Ursprung dann auch in verlorenen Zweikampfsituationen, als der Flankengeber den im 16er blank stehenden Christoph Jackisch findet und der zum 6:1 vollenden kann (79.). Ergebniskosmetik kurz vor Schluss durch Andy Soyk. Eine Balleroberung mit anschließendem Zuspiel durch Proband Paul Zimmermann, drückt der Neuzugang zum 6:2-Endstand in das verwaiste Tor (88.).

„Wir haben heute komplett nicht das umgesetzt, was abgesprochen war. Wir wollten hier und heute bei guten Platzverhältnissen mit Leidenschaft Fußball spielen. Gegen einen gängigen in allen entscheidenden Belangen frischeren Kontrahenten, konnten wir diese Vorgabe zu keiner Zeit umsetzen. Wenn ich die wieder engagierten Trainingsleistungen nach dem Test gegen Amsdorf bewerte, dann muss ich sagen, dass ich den heute gesehenen Tiefpunkt so nicht erwartet habe“, fasste Cheftrainer Rene Behring das Gesehene kurz zusammen. „Mir ist das ein Rätsel. Wir Tun und Machen im Training, zeigen gegen Halberstadt ein richtig geiles Spiel und dann sowas wie eben“, meinte Max Worbs zum vorher kiebitzenden Ex-96er Lukas Rieger. „Vielleicht liegt es aber daran, wenn ihr Ehemaligen zuschaut. Mittwoch Wethi, Adel und Melvin, heute du“, legte der 10er des VfL mit einem Augenzwinkern nach.

Das für Samstag, 29.7.2017, geplante Testspiel gegen den SV Eintracht Leipzig-Süd wurde von den Leipzigern abgesagt. Um Ersatz wird sich bemüht. Der nächste Test erfolgt am Donnerstag, 27.7.2017, 19 Uhr, bei Verbandsligaaufsteiger SV Rot-Weiß Thalheim.

Quelle: Andreas Jahnecke | www.vflhalle96.de