testspiel



FC Grimma – FC Bad Lausick 1990  4:2 (0:0)

Grimma: Evers (ab 46. Birkigt) – Schabram (ab 46. Käseberg), Tröger, Maruhn, T. Ziffert (ab 46. Kurzbach) – Radig, Brand – Jackisch, Engler, Markus – Drobniak (ab 46. Wedehase) – Trainer: i.V. Nehring

Bad Lausick: Schötzke – Kluge (ab 19. Kamke), Berthold, Richter, Wild – Fliegner, Gritzner, E. Ziffert, Streubel, Ruppelt – Gräf – Trainer: i.V. Weiske

Schiedsrichter: Bärmann (Leipzig) – Schiedsrichter-Assistenten: Sommer (Bad Lausick), Fritsch (Hohburg) – Tore: 1:0 Wedehase (50.), 1:1 Ruppelt (56.), 2:1 Kurzbach (58.), 3:1 Engler (59.), 4:1 Jackisch (69.), 4:2 Ruppelt (80.) – Gelbe Karten: keine – Reservebänke: keiner – Kalbitz – Zuschauer: 10 im Rudolf-Harbig-Stadion (Kunstrasen) zu Borna

 

Borna. Der FC Grimma hat sein erstes Testspiel zur Vorbereitung auf die Sachsenliga-Rückrunde erfolgreich absolviert. Gegen den Landesklassisten FC Bad Lausick gewannen die Muldestädter im Bornaer Rudolf-Harbig-Stadion auf Kunstrasen mit 4:2 (0:0), wobei man sich allerdings erst in den zweiten 45 Minuten etwas zielstrebiger vor dem gegnerischen Tor zeigte. Bereits zur Pause hätte der Sachsenligist klar führen müssen, doch was man in Hälfte eins an klaren Gelegenheiten ausließ, ging vielmals über die oft zitierte Kuhhaut. In Sachen Chancenverwertung wurde es aus Grimmaer Sicht zwar in Halbzeit zwei etwas besser, doch gravierende Schaltpausen in der Defensive ließen die Kurstädter allerdings auch zweimal jubeln. Letztlich gewannen die Muldestädter den Test zwar erwartungsgemäß, doch Luft nach oben ist in allen Bereichen vorhanden. Allerdings ist dies nach erst zwei Trainingseinheiten nicht weiter verwunderlich. Für die Schützlinge von Trainer Daniel Wohllebe geht es bereits am kommenden Samstag weiter, wenn man um 14.00 Uhr beim VfB IMO Merseburg (Verbandsliga Sachsen-Anhalt) antritt.

Zwar übernahm der Favorit von Beginn an die Regie in dieser Testbegegnung, doch brauchten die Muldestädter eine gewisse Zeit um sich an die Bedingungen auf dem engen Kunstrasen zu gewöhnen. Bad Lausick verengte geschickt die Räume und agierte sehr kompakt, so dass der Sachsenligist im Spiel nach vorn doch einige Probleme hatte. Erst nach gut einer Viertelstunde setzte Dennis-Sven Radig mit einem Distanzschuss das erste Achtungszeichen, doch kratzte Schötzke die Kugel aus dem Eck (16.). Kurz darauf stand Bad Lausicks Schlussmann abermals im Mittelpunkt, als Toni Ziffert nach vorheriger Jackisch-Flanke aus spitzem Winkel am Keeper scheiterte (17.). Grimma wurde nun etwas zielstrebiger, auch wenn spielerisch noch einiges im Argen lag. Einen zu kurz abgewehrten Ball schmetterte Radig per Direktabnahme knapp am Tor vorbei (18.), ein Schuss von Maksymilian Drobniak aus vollem Lauf strich hauchzart über den Querbalken (23.). Doch verteidigten die Kurstädter weiterhin sehr geschickt, immer wieder verstand es der Landesklassist das Grimmaer Spiel zu zerstören. Im Offensivspiel kam Bad Lausick jedoch über Ansätze kaum hinaus. Die Ausnahme bildete da ein Treffer von Gräf, welchem jedoch aufgrund einer Abseitsstellung die Anerkennung verwehrt blieb (42.). Torgefährlicher blieben eindeutig die Muldestädter, welche sich jedoch bis zur Pause im Auslassen hochkarätiger Möglichkeiten gegenseitig übertrafen. Robin Brand hatte nach einer Kombination das ganze Gehäuse vor sich, doch rettete Richter auf der Linie für seinen bereits geschlagenen Schlussmann (25.). Kurz darauf hatte Rico Engler mit einem Lupfer den Gäste-Keeper bereits überlistet, doch kratzte der zurückgeeilte Berthold das Streitobjekt im letzten Moment von der Linie (31.). Mittlerweile hätte der Favorit längst führen müssen, doch auch in der Folgezeit traten in Sachen Chancenverwertung akute Mängel auf. Zunächst traf Engler aus extrem spitzem Winkel nur den Außenpfosten (38.), anschließend verfehlte erneut Engler nach einem schnell ausgeführten Markus-Einwurf aus vielversprechender Position wiederum das Ziel (39.). Als nächstes lief Brand nach gutem Spielzug aus halblinker Position allein auf das Tor zu, doch scheiterte der Grimmaer Kapitän abermals am gut reagierenden Schötzke (40.). Dass es torlos in die Pause ging, hatten sich die Grimmaer dementsprechend selbst zuzuschreiben.

Auch im zweiten Durchgang änderte sich am Spielverlauf recht wenig. Bad Lausick präsentierte sich weiterhin sehr kompakt und warf alles in die Waagschale, Grimma blieb zwar dominant, doch agierte man im Ballvortrag weiterhin fehlerhaft. Allerdings wurden die Muldestädter vor dem Tor nun etwas zwingender. Tanzte die Kugel nach einer Eingabe von Vincent Markus zunächst auf der Querlatte (47.), ging der Favorit kurz darauf dann auch in Führung. Sehenswert über die Stationen Engler und Jackisch herausgespielt, brauchte der zur Pause eingewechselte Rocky Wedehase anschließend nur noch den Fuß hinhalten um die flache Eingabe Jackischs aus Nahdistanz zu verwandeln – 1:0 (50.). Der Anstoß war kaum vollzogen, da setzte sich abermals Wedehase resolut am Strafraum der Kurstädter durch, doch lenkte Schötzke dessen Schuss über den Kasten (51.). Doch waren im Anschluss daran einige Grimmaer Schaltpausen im Rückwärtsgang unübersehbar. Ruppelt machte sich nach gutem Spielzug auf der linken Seite auf und davon, doch lenkte Birkigt den Schuss im letzten Moment noch an die Querlatte (55.). Doch nur eine Minute später nutzten die Kurstädter den nächsten Defensiv-Aussetzer der Muldestädter. Nach einer Eingabe von rechts stand abermals Ruppelt im Sturmzentrum völlig frei und ließ sich diesmal die Chance nicht entgehen – 1:1 (56.). Allerdings muss man den Wohllebe-Schützlinge zugutehalten, die Verhältnisse recht schnell wieder gerade zu rücken. Zwei Minuten nach dem Ausgleich verwertete Oliver Kurzbach – nach sehenswertem Spielzug über die rechte Seite – eine flache Eingabe von Jackisch aus Nahdistanz mühelos zum 2:1 (58.). Kaum hatte sich im Anschluss daran der Minutenzeiger einmal herumgedreht, erhöhten die Grimmaer auf 3:1. Rico Engler profitierte zunächst von einem Bad Lausicker Fehlpass im Aufbauspiel und ließ Schötzke anschließend mit seinem trockenen Torabschluss nicht die Spur einer Chance – 3:1 (59.). Der Favorit hatte einmal kurz das Tempo angezogen, wobei sich im Anschluss daran weitere Gelegenheiten ergaben. So zischte zunächst ein Freistoß von Stefan Maruhn um Haaresbreite am Gehäuse der Kurstädter vorbei (62.), anschließend lenkte Schötzke einen Schuss von Engler an den Pfosten (68.). Doch nur wenig später schraubten die Muldestädter das Ergebnis weiter in die Höhe. Sehr gut von Stefan Tröger eingeleitet, blieb Jackisch vor dem Tor diesmal eiskalt und erhöhte für die Grimmaer auf 4:1 (69.). Allerdings gaben sich die äußerst fairen Kurstädter auch im Anschluss daran niemals auf und gestalteten das Resultat durch einen erneuten Schnitzer der Muldestädter freundlicher. Nach einem langen Ball hinter die Grimmaer Viererkette lief abermals Ruppelt allein auf Birkigt zu und verwandelte trocken zum 4:2 (80.). Auf der Gegenseite hatte der Sachsenligist in der Endphase jedoch noch weitere Gelegenheiten um das Ergebnis abermals auszubauen. Zunächst strich ein Schuss von Robert Schabram knapp am Gehäuse vorbei (82.), anschließend köpfte Maruhn einen Jackisch-Eckball aus Nahdistanz knapp über das Ziel (87.). Kurz vor Schluss vibrierte noch einmal das Gebälk der Kurstädter, als Jackisch mit einem kernigen Distanzschuss nur die Lattenoberkante traf (89.). So blieb es letztlich beim 4:2-Sieg der Grimmaer, die sich jedoch in den nächsten Wochen weiter steigern müssen und werden. Die Kurstädter dagegen werden nach der gezeigten Vorstellung in der Landesklasse sicherlich weiterhin für Furore sorgen.

Ein großer Dank gilt sowohl dem FC Bad Lausick, der nach der sehr kurzfristigen Absage am Donnerstagabend vom Testpartner 1. FC Romonta Amsdorf (Verbandsliga Sachsen-Anhalt) spontan einsprang, als auch der Stadtverwaltung Borna, die völlig komplikationslos den Kunstrasen im Rudolf-Harbig-Stadion für die Austragung dieses Testspiel zur Verfügung stellte. Dafür möchte sich der FC Grimma ganz herzlich bedanken.

Tom Rietzschel

 

Bericht des Gegners

Borna. Schwierig wie selten ist es in der aktuellen Winterpause zumindest im Leipziger Raum Testspielgegner zu finden, weil die Zahl an Kunstrasenplätzen nach wie vor gering ist. Das trifft auch auf Landesligist Grimma zu, dessen geplanter Testgegner aus der Anhaltinischen Landesliga, Romonta Amsdorf, am späten Donnerstag absagte. Selbst Naunhof musste passen, weil der Weg zum Sportplatz Clade infolge Sturmschäden unpassierbar war und die Stadt wichtigere Aufgaben in den Vordergrund stellte.

Mit dem Kunstrasenplatz in Borna fand Grimmas Mann für alles, Tom Rietzschel, einen freien Platz und einen Ersatzgegner: der FC Bad Lausick sagte zu. Der hatte erst einmal trainiert und trat mit zwölf Spielern an, darunter mit Marcus Gritzner und Marvin Gräf zwei Neuzugänge, die von Grimmas zweiter Mannschaft in die Kurstadt wechselten. Mitte Juli gab es in Grimma das letzte Aufeinandertreffen das mit 7:1 endete – kurios: damals wie heute stand es zur Pause noch 0:0. Dieses Mal schafften die Bad Lausicker aber ein leistungsgerechteres 4:2.

Das war es aber auch mit den Gemeinsamkeiten, denn obwohl die Gäste bereits nach 15 Minuten den angeschlagenen Patrick Kluge durch Danny Kamke ersetzen mussten, stellten die Lausicker einen beherzten Kontrahenten und forderten den Landesligisten einiges ab. Naturgemäß hatte Grimma mehr Ballbesitz und auch die besseren Möglichkeiten doch angestachelt von einer Reihe an Glanzparaden Janko Schötzkes im Kasten, war beim FC jeder bereit Wege zu gehen. Mit hohem Laufaufwand wurde das schnelle Spiel des Gegners unterdrückt, so dass Engler, Radig oder Toni Ziffert aus ihren Chancen nichts Zählbares machen konnten. Kurz vor der Pause lag der Ball sogar im Grimmaer Kasten – doch dem Treffer Gräfs blieb die Anerkennung versagt, obwohl die Vorlage per Querschläger an der Mittellinie von Grimmas Engler kam und damit Abseits nicht in Frage stand.

In der zweiten Halbzeit konnte Grimma mehrfach wechseln, mit Wedehase kam ein Spieler, den die Kurstädter schwer in Griff bekamen. Beim 1:0 brauchte er am zweiten Pfosten stehend nur noch den Fuß hinzuhalten. Doch um eine Antwort war der FC nicht verlegen. Konnte Birkigt einen Schuss Kevin Ruppelts zunächst noch ans Torgestänge lenken, so war er kurz danach gegen Kevters Knaller nach weiter Flanke von rechts chancenlos. Das stachelte den Landesligisten an, mit Hacke, Spitze, eins, zwei, drei war hier nichts zu holen. Das Tempo wurde angezogen und innerhalb von 10 Minuten hieß es 4:1 gegen die Kurstädter, die speziell nach Angriffen über die Außen anfällig waren und meist einen Schritt zu spät kamen, um die Schützen entscheidend zu stören. Aber der letzte Treffer dieses unterhaltsamen Matches blieb den Lausickern vorbehalten. Es war erneut sehenswert, wie sich Ruppelt im Rücken der aufgerückten Abwehr freilief, eine weitere exakte Flanke annahm und den Ball aus rund zehn Metern ins Tor hämmerte.

Der FC Bad Lausick sucht für die Wochenenden 3./4. und 10./11.2 noch Testspielgegner.

Quelle: Hans-Peter Weiske | www.fc-badlausick-1990.de