Sachsenliga | Nachholspiel vom 20. Spieltag



FC Grimma – FV Eintracht Niesky 1:2 (1:1)

Grimma: Evers – Schabram (ab 65. Fricke), Maruhn, Schlüter, Kurzbach – Schwarz, Ziffert – Jackisch, Engler, Markus (ab 73. Theinert) – Jentzsch (ab 83. Diaby) – Trainer: Wohllebe

Niesky: D. Höher – Hildebrand, Vojtesek, Preuß, Nitsche – M. Höher (ab 85. Russek), Wittek  (ab 26. Schlegel), Sisler (ab 50. Pluta), Richter – Jablonski, Schneider – Spielertrainer: Sisler

Schiedsrichter: Flechtner (Leipzig) – Schiedsrichter-Assistenten: Krüger, Zander (beide Leipzig) – Tore: 0:1 Schneider (12.), 1:1 Jackisch (40.), 1:2 Jablonski (51.) – Gelbe Karten: Schlüter (Foulspiel – 90.), Jackisch (Meckern – 90.+2), Evers (Unsportlichkeit – 90.+3) – M. Höher (Meckern – 37.), Nitsche (Foulspiel – 47.), Schlegel (Foulspiel – 68.) – besondere Vorkommnisse: Schiedsrichter Flechtner verweist Nieskyer Mannschaftsleiter Neumann wegen Reklamierens aus dem Innenraum (55.) – Reservebänke: Birkigt (Tor), Käseberg – Wenzel – Zuschauer: 131 im Stadion der Freundschaft zu Grimma

 

Grimma. Sachsenligist FC Grimma durchlebt gerade eine sehr schwierige Phase. Nach einer 1:2 (1:1)-Heimniederlage gegen den FV Eintracht Niesky ist die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe nun bereits seit fünf Spielen ohne Sieg und braucht in den letzten Begegnungen dringend ein Erfolgserlebnis. Nach dem Offenbarungseid beim torlosen 0:0 in Glauchau konnten sich die Muldestädter gegen die Ostsachsen zwar etwas steigern, doch ist der Mannschaft derzeit eine gewisse Verunsicherung absolut anzumerken. Es fällt der Truppe derzeit richtig schwer, sich gegen defensiv kompakte Mannschaften Tormöglichkeiten zu erarbeiten und spielerisch Akzente zu setzen. Weiterhin war gegen Niesky der Ausfall von insgesamt fünf Stammspielern nicht zu kompensieren. Dass in dieser Phase auch noch alles zusammenkommt verdeutlicht der Nieskyer Siegtreffer, welcher einem Sonntagsschuss gleichzusetzen war. Für die Grimmaer kommt es nun darauf an, sich gemeinsam aus dieser Situation herauszuziehen und sich als Einheit ein Erfolgserlebnis zu erarbeiten. Gegen den Tabellenzweiten FC 1910 Lößnitz, welcher am Samstag um 14.00 Uhr im Stadion der Freundschaft gastiert, wird die Aufgabe zweifelsohne nicht einfacher, doch vielleicht gelingt es den Muldestädtern in dieser Partie, wo man als Außenseiter ins Rennen geht, den Bock umzustoßen.

Nach dem Tiefpunkt in Glauchau, als man trotz 70minütiger Überzahl nicht mehr als ein torloses 0:0 zustande brachte, war man gegen Niesky auf Wiedergutmachung aus, auch wenn neben den Langzeitverletzten Tröger, Radig, Wiegner und dem letztmalig rotgesperrten Dietrich nun auch noch Kapitän Brand wegen der fünften Gelben Karte pausieren musste. Die Gäste versuchten aus einer kompakten Defensive mit schnellen Gegenzügen zum Erfolg zu kommen und hofften ihrerseits weiterhin auf Standards. Nichtsdestotrotz hatten die Platzherren die erste Möglichkeit, als ein Freistoß von Jackisch knapp am Tor vorbeistrich (10.). Doch nach den jüngsten negativen Ergebnissen war den Hausherren frühzeitig eine gewisse Verunsicherung anzumerken. Spielerisch war im Vergleich zum Glauchau-Spiel zwar schon eine Verbesserung zu sehen, doch wirkt die Mannschaft derzeit im Kopf nicht frei. Dies wurde mit dem Führungstreffer der Gäste weiter verstärkt. Nach einem Einwurf gelangte Schneider quasi ohne Gegenwehr in den FC-Strafraum und ließ Evers mit einem Schlenzer ins lange Eck keine Chance – 0:1 (12.). Das, was nicht passieren sollte, war eingetreten, so dass das Nervenkostüm zusätzlich belastet wurde. Doch die Muldestädter bissen sich zurück in die Partie. Sehr gut von Schwarz eingeleitet, startete Jackisch von halbrechts allein durch, doch zögerte er im Abschluss zu lange, so dass Eintracht-Keeper D. Höher die Situation gerade noch bereinigen konnte (25.). Die Grimmaer erarbeiteten sich fortan eine deutliche Feldüberlegenheit, doch fehlte es immer wieder am letzten Pass um vor dem Gäste-Gehäuse gefährlich zu werden. Mit einer Ausnahme: Perfekt setzte Engler mit einem Pass in die Schnittstelle den rechtzeitig startenden Jackisch in Szene, der vor dem Schlussmann diesmal die Nerven behielt und zum 1:1 ausglich (40.). Doch im Gegenzug musste man schon wieder die Luft anhalten, als M. Höher nach vorheriger Kopfballverlängerung knapp verzog (41.). Auf der anderen Seite hätte Torschütze Jackisch seine Elf um ein Haar noch vor der Pause in Führung gebracht, doch sein Geschoss von der Strafraumgrenze wurde von Mitspieler Jentzsch unabsichtlich aufgehalten, so dass D. Höher nicht eingreifen brauchte (44.).

Zwar kam die Elf voller Elan aus der Halbzeitpause und hatte durch einen Jackisch-Freistoß die erste Gelegenheit (48.), doch musste man wenig später den nächsten Nackenschlag hinnehmen. Nachdem man den Ball nicht konsequent aus der Gefahrenzone brachte, nahm Jablonski aus beträchtlicher Distanz Maß und jagte die Kugel direkt in den Winkel – 1:2 (51.). Dieser Gegentreffer passte wie die Faust aufs Auge zur gegenwärtigen Situation des FC, durch diesen Sonntagsschuss gerieten die Muldestädter erneut in Rückstand. Zwar versuchten die Wohllebe-Schützlinge prompt den Schaden zu reparieren, doch richtig zwingend wurden die Platzherren kaum, da die Gäste defensiv weiterhin sehr kompakt agierten. Am nächsten am Ausgleichstreffer waren Ziffert mit einem Distanzschuss sowie Jentzsch nach vorheriger Kurzbach-Flanke, doch fehlte es beide Male an der nötigen Genauigkeit (75., 77.). Die Gäste setzten ihr Hauptaugenmerk nun fast vollständig auf die Defensivaufgaben und warteten auf den entscheidenden Konter. Und dieser sollte folgen, als der eingewechselte Pluta allein auf Evers zulief, der Grimmaer Schlussmann jedoch den endgültigen k.o. mit einem Blitzreflex verhindern konnte (81.). Zwar rannten die Einheimischen in der Endphase konsequent und mit der Brechstange an, doch ließen die Gäste aufgrund konsequenter Defensivarbeit nichts mehr zu, so dass die Grimmaer nach den 90 Minuten ihre zweite Saison-Heimniederlage hinnehmen mussten.

Fazit: Im Vergleich zum Glauchau-Spiel war bei den Gastgebern zwar eine Steigerung erkennbar, doch reichte es letztlich nicht um wenigstens einen Punkt in Grimma zu behalten. Die Köpfe müssen nun aufgerichtet werden, um nun im folgenden Heimspiel gegen Lößnitz vielleicht aus dieser schwierigen Phase heraus zu kommen.

Tom Rietzschel


Bilder vom Spiel

Fotos: Karsten Hannover