Sachsenliga | Nachholspiel vom 17. Spieltag



SV Lipsia 93 Eutritzsch – FC Grimma 2:1 (2:1)

Eutritzsch: Gerstenberger – Premßler, Berg, Kuhn, Fischer – Gottelt (ab 81. Clauß), Barth,  Konate (ab 66. Bayer), Unger – Aydinbas (ab 88. Steuernagel), Wadewitz – Trainer: Schröpfer

Grimma: Evers – Kurzbach, Schlüter, Dietrich, Ziffert – Tröger (ab 75. Jentzsch), Schwarz – Jackisch, Maruhn, Markus (ab 46. Fricke) – Brand – Trainer: Wohllebe

Schiedsrichter: Pirogov (Görlitz) – Schiedsrichter-Assistenten: Wolter (Görlitz), Runge (Deutsch Ossig) Tore: 1:0 Wadewitz (9.), 1:1 Ziffert (16.), 2:1 Aydinbas (25.) – Gelbe Karten: Fischer (Foulspiel – 47.) – Schwarz (Foulspiel – 39.) – Reservebänke: Riedel (Tor), Nitzsche – Birkigt (Tor), Schabram – Zuschauer: 157 an der Sportanlage Thaerstraße zu Leipzig

 

Leipzig. Nach zehn Punkten aus den ersten vier Rückrundenspielen hat sich Sachsenligist FC Grimma nun bis auf die Knochen blamiert. Beim abstiegsbedrohten Aufsteiger SV Lipsia Eutritzsch unterlagen die Muldestädter mit 1:2 (1:2), wobei man dabei nicht einmal im Entferntesten an die Leistungen der vergangenen Spiele anknüpfen konnte. Wille, Einsatzbereitschaft, Spielwitz, Aufbegehren – all diese Grundtugenden waren über die 90 Minuten kaum zu sehen. Zwar hatten die Schützlinge von Trainer Daniel Wohllebe über die gesamte Spielzeit beträchtliche Feldvorteile, doch konnte man daraus überhaupt kein Kapital schlagen. Die Gäste wirkten total ideenlos, agierten pomadig und fanden nicht die geringsten Mittel um den kompakten Eutritzscher Defensivblock auseinanderzuhebeln. Aufgrund dessen wurden die Muldestädter natürlich auch kaum zwingend, so dass Tormöglichkeiten an einer Hand abzuzählen waren. Letztlich handelte man sich eine völlig verdiente Niederlage ein, welche in der gegenwärtigen Phase natürlich total unpassend kam. Doch hat sich dies die Elf ganz allein zuzuschreiben. Die Chance zur Wiedergutmachung haben die Muldestädter dann bereits am kommenden Samstag, wenn um 14.00 Uhr der VfB Zwenkau im Stadion der Freundschaft gastiert.

Die Konstellation vor dem Anpfiff war völlig klar, dennoch waren gewisse Warnungen an die Wohllebe-Truppe vor Spielbeginn absolut angebracht. Von Beginn an legten die Platzherren einen verstärkten Wert auf die Defensivaufgaben, frühzeitig rannten die Muldestädter gegen ein Bollwerk an. Doch wirkten die Muldestädter im Passspiel bereits in der Anfangsphase extrem fahrig, was die Gastgeber mit ihrem ersten vorgetragenen Angriff sofort nutzten. Nach einem Grimmaer Ballverlust im Vorwärtsgang startete der Neuling einen blitzgescheiten Konter – Wadewitz nahm eine Flanke von Aydinbas direkt und drosch die Kugel zum 1:0 ins FC-Gehäuse (9.). Verdutzte Blicke im Grimmaer Lager, doch kam die Antwort recht schnell. Nach einem Eckball von Michel Schwarz stahl sich Toni Ziffert am langen Pfosten davon und nickte aus Nahdistanz zum 1:1-Ausgleich ein (16.). Doch wer dachte, dass die Gäste nach dem Treffer langsam Ordnung in die Begegnung bekommen sollten, wurde bitter enttäuscht. Stattdessen fingen sich die Muldestädter nach einem Standard den zweiten Gegentreffer ein. Nach einem langgezogenen Freistoß nutzte Aydinbas mehrere Unzulänglichkeiten im Grimmaer Defensivverhalten und brachte den Aufsteiger erneut in Führung – 2:1 (25.). Dieser Treffer spielte den Platzherren natürlich wiederum in die Karten, machten es die Eutritzscher in der Folgezeit weiterhin extrem eng. Die Gäste waren natürlich bestrebt diesen Schaden erneut recht schnell zu beheben, doch wirkte man im Offensivspiel weiterhin viel zu fehlerhaft und ungeduldig. Die Einheimischen hatten kaum Mühe, ihren Vorsprung zu verteidigen, da den Gästen überhaupt nichts einfiel. Verirrte sich dennoch mal etwas in Richtung Tor, zeigte sich Schlussmann Gerstenberger auf der Höhe. So zum Beispiel als Christoph Jackisch einen Freistoß aufs Lipsia-Tor jagte (32.) und als wenig später Vincent Markus nach gutem Jackisch-Diagonalpass in Sachen Torabschluss die letzte Entschlossenheit fehlte (35.). Bei einem Distanzschuss von Schwarz musste der Eutritzscher Keeper dagegen nicht eingreifen, strich die Kugel knapp über den Querbalken (37.).

Wer nach dem Wiederanpfiff auf eine Besserung im Grimmaer Spiel gehofft hatte, musste diese recht schnell ad acta legen. Auch in den zweiten 45 Minuten setzte sich die extrem blutleere Vorstellung der Muldestädter fort. Eutritzsch verbarrikadierte sich weiterhin vor dem eigenen Strafraum, die Gäste konnten aus ihren 85% Ballbesitz überhaupt keinen Profit schlagen. Torgefährliches sprang so gut wie überhaupt nichts heraus, wenn mussten Standards herhalten. Nach einem Freistoß von Jackisch scheiterte Ziffert per Kopf an Gerstenberger ebenso wie kurz darauf Schwarz, der mit einem Freistoß sein Glück versuchte (48., 58.). Die ersten 15 Minuten im zweiten Durchgang ließen die Gäste zwar den Ball etwas schneller zirkulieren, doch blieben die Muldestädter vor dem Tor weiterhin erschreckend harmlos. Erwähnenswert wären einzig ein Schuss des eingewechselten Marcel Fricke, welchen Gerstenberger sicher meisterte (56.) sowie ein Kopfball von Robin Brand, der nach einer Fricke-Eingabe knapp am Gehäuse vorbeistrich (62.). Ansonsten schoben sich die Gäste im torungefährlichen Raum ohne jegliches Tempo immer wieder den Ball zu und wirkten weiterhin völlig ideenlos. Die Ausnahme bildete da eine Direktabnahme von Fricke, welche hauchzart über den Kasten zischte (71.). Die Zeit verrann fortan wie im Flug – der Eutritzscher Riegel hielt weiterhin, auch wenn dieser nicht unbedingt von den Muldestädtern entscheidend traktiert wurde. In der Schlussphase setzten die Wohllebe-Schützlinge dann zwar alles auf eine Karte, doch sollte man die Kohlen diesmal nicht mehr aus dem Feuer holen. Ein Distanzschuss von Schwarz strich ebenso knapp vorbei wie ein Kopfball von Maruhn nach vorheriger Kurzbach-Flanke (83., 90.). Die Gastgeber verteidigten mit Mann und Maus und hatten kurz vor Ultimo noch das Glück auf ihrer Seite. Nach einem Eckball von Fricke köpfte Stefan Maruhn die Kugel gefährlich aufs Tor, doch rettete ein Eutritzscher Abwehrspieler auf der Torlinie für seinen bereits geschlagenen Torhüter (90.+2). Doch Glück hat bekanntlich nur der Tüchtige und die Grimmaer waren an diesem Tag einfach nicht tüchtig genug.

So jubelten die Gastgeber nach Abpfiff von Schiedsrichter Pirogov (Görlitz) über drei nicht unverdiente Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Für die Grimmaer bedeutet dies ein großer Rückschlag in Sachen Titelkampf. Eine Reaktion ist am kommenden Samstag gegen Zwenkau natürlich gefragt, welche mit Sicherheit auch kommen wird.

Tom Rietzschel

 

Bericht des Gegners

Leipzig. Damit hätte wohl niemand gerechnet. Seit Oktober 2017 wartete unsere Erste auf einen Dreier in der Landesliga. Ausgerechnet gegen den derzeit stark aufspielenden FC Grimma sollte nun die Wende gelingen. Lipsia verteidigte leidenschaftlich, spielte diszipliniert und zeigte vorm gegnerischen Tor endlich die nötige Effektivität. Nach der frühen Führung durch David Wadewitz und dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Toni Ziffert, stellte Yusuf Aydinbas mit seinem ersten Pflichtspieltor für Lipsia bereits in Minute 25 den Endstand her. In der Folge verdiente sich Grün-Weiß die drei Punkte durch eine couragierte Abwehrleistung und sammelte wertvolle Punkte im Abstiegskampf. So kann es weitergehen! Vielen Dank an die zahlreichen Zuschauer an der Seitenlinie!

Quelle: www.sv-lipsia.de

 

Bericht der Presse

Leipzig. Wie gewonnen, so zerronnen: Der FC Grimma ist vom erst vor einer Woche eroberten zweiten Platz in der Fußball-Sachsenliga umgehend wieder abgerutscht. Denn die Mannen von Trainer Daniel Wohllebe mussten sich beim Tabellenschlusslicht Lipsia Eutritzsch 1:2 geschlagen geben. Man habe sich bis auf die Knochen blamiert, sagte FCG-Teammanager Tom Rietzschel und bemängelte: „Aus den klaren Feldvorteilen haben wir überhaupt kein Kapital schlagen können. Wir agierten pomadig und ideenlos.“

Das kam den massiert verteidigenden Gastgebern natürlich zupass. Kapitän David Wadewitz brachte Lipsia nach Flanke von Yusuf Aydinbas per Volleyschuss in Front (9. Minute), Toni Ziffert glich nach Eckball per Kopf wieder aus (16.), ehe Aydinbas nach einer Freistoßvorlage für die erneute Leipziger Führung (25.) sorgte. Dabei blieb es die lange restliche Zeit, auch weil Lipsias Torhüter Sascha Gerstenberger prächtig hielt.

Quelle: Frank Müller | Leipziger Volkszeitung


Bilder vom Spiel

Fotos: Karsten Hannover