Sachsenliga | Nachholspiel vom 16. Spieltag



FC Grimma – Kickers 94 Markkleeberg  4:1 (2:0)

Grimma: Evers – Schabram, Schlüter, Dietrich, Kurzbach – Tröger, Ziffert (ab 59. Schwarz) – Jackisch, Engler, Markus (ab 71. Fricke) – Brand (ab 74. Jentzsch) – Trainer: Wohllebe

Markkleeberg: Czempik – Scherz, Sund, Hintz, Moreno Morales – Ngyuen (ab 59. Meißner) – Mewes, Kauerauf, Funken, Haufe (ab 46. K. Adam) – Blochwitz (ab 46. J. Adam) – Trainer: Brestrich

Schiedsrichter: Schiefer (Annaberg-Buchholz) – Schiedsrichter-Assistenten: Breidel (Zöblitz), Steingräber (Annaberg-Buchholz) – Tore: 1:0 Ziffert (27.), 2:0 Engler (43.), 3:0 Schwarz (61.), 3:1 Sund (76., Foulstrafstoß – Schabram an K. Adam), 4:1 Jackisch (82.) – Gelbe Karten: Dietrich (Foulspiel – 70.) – Blochwitz (Foulspiel – 36.), Kauerauf (Meckern – 85.) – Reservebänke: Birkigt (Tor), Maruhn, Diaby – Reißner (Tor), Morgenstern Zuschauer: 163 im Stadion der Freundschaft zu Grimma

 

Grimma. Sachsenligist FC Grimma bleibt weiter auf der Überholspur. Nach den Auswärtssiegen in Riesa (3:0) und Großenhain (2:0) bezwang die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe im Nachholspiel am Ostermontag nun Kickers Markkleeberg im heimischen Stadion der Freundschaft klar mit 4:1 (2:0) und klettert damit auf den Vizerang in der höchsten sächsischen Spielklasse. Insgesamt geht der Grimmaer Sieg schon in Ordnung, wenngleich er vielleicht ein Tor zu hoch ausfiel. Trotz des klaren Ergebnisses brillierten die Gastgeber nicht wirklich, insgesamt war im Spiel der Muldestädter einiges an Stückwerk zu verzeichnen. Markkleeberg spielte über die gesamte Spielzeit munter mit und versteckte sich nicht, doch zwingende Tormöglichkeiten konnten sich die Gäste kaum erarbeiten. Hier lagen die Vorteile eindeutig auf Seiten der Einheimischen, so dass letztlich ein klarer Heimsieg eingefahren wurde. Allerdings ist auf Seiten der Platzherren weiterhin jede Menge Steigerungspotenzial vorhanden. Dies gilt es auch dringend abzurufen, bereits am kommenden Samstag steht man um 15.00 Uhr bei Neuling Lipsia Eutritzsch vor einer sehr kniffligen Auswärtsaufgabe.

Dabei kamen die Wohllebe-Schützlinge in der Anfangsphase äußerst schwerfällig in die Gänge. Man agierte zunächst viel zu hektisch, die Liste der Unzulänglichkeiten im Spiel nach vorn war ellenlang. Markkleeberg, mit einem 3:0-Heimsieg vor zwei Tagen über Glauchau im Rücken, begann durchaus mit Selbstvertrauen und profitierte dabei immer wieder von Grimmaer Ballverlusten im Mittelfeld. Kauerauf setzte auf Gäste-Seite die ersten zwei Duftmarken, doch brauchte Jan Evers im FC-Gehäuse beide Male nicht eingreifen (5., 19.). Erst nach gut 20 Minuten kamen die Platzherren besser in die Partie. Man agierte nun deutlich zielstrebiger, so dass vor dem Kickers-Tor plötzlich Gefahr entstand. Nach einem Freistoß von Rico Engler ließ Robin Brand die Kugel unter Bedrängnis nur leicht über seinen Kopf rutschen, doch zeigte sich Czempik im Markkleeberger Gehäuse voll auf der Höhe (20.). 120 Sekunden später hätten die Gastgeber dann jedoch in Führung gehen müssen. Robert Schabram brachte die Kugel, nach Eingabe von Christoph Jackisch, zurück in die torgefährliche Region, wo Brand aus Nahdistanz per Kopf am glänzend reagierenden Czempik scheiterte (22.). Kurz darauf stand der Markkleeberger Schlussmann erneut im Mittelpunkt, als er einen Freistoß von Engler aus dem Eck kratzte (26.). Doch bereits mit dem folgenden Eckball belohnten sich die Gastgeber für die Steigerung. Von Engler hereingebracht, schlängelte sich Toni Ziffert gekonnt um Ngyuen herum und überwand Czempik mit einem Kopfball-Aufsetzer zum 1:0 (27.). Der Treffer tat den Gastgebern spürbar gut, mehr und mehr erlangten die Grimmaer Kontrolle über die Partie. Vincent Markus hätte von einem verunglückten Schussversuch Brands um ein Haar profitiert, doch verfehlte er aus äußerst spitzem Winkel das lange Eck (34.). Nichtsdestotrotz konnten die Muldestädter vor dem Pausenpfiff das Resultat weiter ausbauen. Nach einem Fehlpass von Scherz konterten die Gastgeber blitzschnell – über die Stationen Tröger und Brand lief der rechtzeitig startende Engler aus halblinker Position allein auf das Kickers-Tor zu und überwand Czempik mit einem Schuss ins kurze Eck zum 2:0-Halbzeitstand (43.).

Auch im zweiten Durchgang änderte indes am Spielgeschehen recht wenig. Zwar hatten die Gastgeber die erste Möglichkeit, als sich eine abgerutschte Jackisch-Flanke um ein Haar ins Kickers-Gehäuse senkte (46.), doch blieben die Hausherren weiterhin erstaunlich fahrig. Markkleeberg schöpfte nach der Pause neuen Mut und hätte um ein Haar verkürzt, als der zur Halbzeit eingewechselte Kevin Adam am glänzend parierenden Evers scheiterte (48.). Dies war jedoch die einzig zwingende Gelegenheit, welche sich die Gäste erarbeiten konnten. Auf der anderen Seite sah dies etwas anders aus, zum Beispiel als Jackisch aus äußerst spitzem Winkel am Kickers-Keeper scheiterte (58.). Kurz darauf machten die Muldestädter jedoch Nägel mit Köpfen. Nach einem Jackisch-Eckball profitierte Markus von einem Durcheinander im Gäste-Strafraum und legte das Streitobjekt auf den gerade eingewechselten Michel Schwarz ab, der Czempik mit einem überlegten Flachschuss keine Abwehrchance ließ – 3:0 (61.). Was jedoch im Anschluss folgte, konnte FC-Trainer Wohllebe nicht wirklich gefallen. Im Gefühl des sicheren Vorsprungs fingen die Gastgeber wieder an zu schludern – mehr als ein Freistoß von Schwarz, welcher knapp das Ziel verfehlte (73.), war kam vor dem Markkleeberger Tor nicht zustande. Die Grimmaer ließen fortan die letzte

Konzentration vermissen, wofür sie prompt bestraft wurden. Nach einer Attacke von Robert Schabram an Kevin Adam im FC-Strafraum entschied Schiedsrichter Schiefer (Annaberg-Buchholz) folgerichtig auf Elfmeter. Gäste-Kapitän Sund ließ sich nicht zweimal bitten und verkürzte auf 3:1 (76.). Dieser Anschlusstreffer ließ Markkleeberg natürlich ins Spiel zurückkommen, manch Einer im Grimmaer Lager hatte fortan ein leicht ungutes Gefühl. Doch mitten in diese Bemühungen der Kickers sorgten die Platzherren für die endgültige Entscheidung. Mirko Jentzsch, der nach über einem Jahr Verletzungspause sein 15minütiges Comeback gab, flankte die Kugel in Richtung des zweiten Pfostens, der dort lauernde Jackisch drosch das Streitobjekt staubtrocken zum 4:1 unter die Querlatte (82.). Damit waren die Messen endgültig gelesen, den Platzherren war der Sieg nun nicht mehr zu nehmen. Zwar gaben sich die Gäste auch bis zum Schluss nicht auf – Kauerauf hatte nach guter Vorarbeit von Funken die große Möglichkeit das Ergebnis aus Markkleeberger Sicht noch etwas freundlicher zu gestalten (87.). Doch aufgrund der Mehrzahl der Möglichkeiten war der Grimmaer Sieg letztlich hochverdient. Schabram, dessen Distanzschuss sich Czempik krallte (84.) und Engler, dessen Lupfer knapp übers Gehäuse strich (89.), setzten die letzten Signale in Richtung Markkleeberger Gehäuse, doch sollte es letztlich beim 4:1-Endstand aus Grimmaer Sicht bleiben.

Tom Rietzschel

 

Bericht der Presse

Grimma. Dank eines 4:1-Heimsieges über Kickers Markkleeberg ist der FC Grimma gestern auf Platz zwei der Fußball-Sachsenliga gesprungen. Schützenhilfe leistetet dabei ausgerechnet Schlusslicht Lipsia Eutritzsch, das dem bisherigen Zweiten FC Lößnitz ein 0:0 abrang.

„Das 4:1 war vielleicht ein Tor zu hoch“, schätzte selbst Grimmas Teammanager Tom Rietzschel ein, „wir haben nicht geglänzt, aber zum richtigen Zeitpunkt getroffen.“ Die Kickers spielten insgesamt gut mit und sorgten noch einmal für Beunruhigung auf Grimmaer Seite, als sie mit einem Foulstrafstoß von Kapitän Christian Sund auf 3:1 verkürzen konnten. Insgesamt war der Sieg der Platzherren jedoch verdient.

Quelle: Frank Müller | Leipziger Volkszeitung


Bilder vom spiel

Fotos: Karsten Hannover