sachsenliga | 9. spieltag



FC Grimma – VfB Empor Glauchau 1:1 (0:0)

Grimma: Evers – Kurzbach, Maruhn, Dietrich, Ziffert – Tröger (ab 86. Wedehase), Radig – Jackisch, Engler, Markus – Brand – Trainer: Wohllebe

Glauchau: Seyfarth – Wagner, Pfau, Labrenz, Aurich – Wendlandt (ab 60. Ludwig), Schumann, Thiam, Schad (ab 90.+1 Dreiucker) – Pfoh, Jäger – Trainer: Pafel

Schiedsrichter: Wehnert (Haselbachtal) – Schiedsrichter-Assistenten: Krüger, Brody (beide Leipzig) – Tore: 1:0 Markus (51.), 1:1 Schad (69.) – Gelbe Karten: Radig (Meckern – 41.), Maruhn (Foulspiel – 78.) – Schumann (Foulspiel – 27.), Thiam (Unsportlichkeit – 83.) – Reservebänke: Birkigt (Tor), Bouamama, Konzok – Heiland (Tor), Vogel – Zuschauer: 101 im Stadion der Freundschaft zu Grimma

 

Grimma. Nach zwei Siegen in Folge hat es Sachsenligist FC Grimma nun verpasst, weiter an die Tabellenspitze heranzurücken. Im Heimspiel gegen den VfB Empor Glauchau kam die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe nicht über ein mageres 1:1 (0:0)-Unentschieden hinaus, auch wenn man über fast die komplette Spielzeit deutlich mehr Ballbesitz verbuchen konnte. Leider gelang es den Muldestädtern nicht, diese deutlichen Feldvorteile in Zählbares umzumünzen. Bereits vor dem Pausenpfiff als auch nach dem Führungstreffer muss sich die Elf den Vorwurf gefallen lassen, die sich bietenden Möglichkeiten nicht genutzt zu haben. Die hauptsächlich auf Defensive ausgelegten Westsachsen bestraften dies und kamen nach einer Standardsituation zum Ausgleich. In der Folgezeit verfielen die Gastgeber zunehmend in Hektik – mit dieser Drucksituation kamen die Platzherren überhaupt nicht klar. Die kompakten Gäste gerieten somit kaum mehr in ernsthafte Probleme und nahmen somit nach 90 Minuten einen nicht unverdienten Punkt mit nach Glauchau. Für die Wohllebe-Schützlinge heißt es nun, die Partie ordentlich auszuwerten und am kommenden Samstag um 15.00 Uhr beim Spitzenreiter in Lößnitz wieder Gas zu geben.

Von Beginn an ging es erwartungsgemäß nur in eine Richtung. Die Gastgeber versuchten frühzeitig das Heft in die Hand zu nehmen, Glauchau legte das Hauptaugenmerk nahezu ausschließlich auf die Defensive. Die Gäste agierten äußerst kompakt, so dass das Offensivspiel der Einheimischen oft gewaltig ins Stocken geriet. Nichtsdestotrotz gelang es den Wohllebe-Schützlingen das eine oder Mal gefährlich vor dem Empor-Kasten aufzutauchen. Bereits in der Anfangsphase deutete Glauchaus Keeper Seyfarth sein Können an. Zunächst rettete der Gäste-Schlussmann gegen Vincent Markus, nachdem dieser von Christoph Jackisch prima in Szene gesetzt wurde (4.). Anschließend wurde Rico Engler von Dennis-Sven Radig sehenswert bedient, doch auch hier blieb Seyfarth der Sieger (8.). Nach einem Jackisch-Freistoß hätte der Glauchauer Torhüter jedoch seine Probleme bekommen, doch fiel der Ball statt ins nur aufs Netz (10.). Offensivaktionen der Westsachsen blieben zunächst absolute Mangelware, Grimma diktierte eindeutig die Szenerie. Doch agierten die Platzherren teilweise viel zu ungeduldig und fahrig, obwohl weitere Gelegenheiten durchaus vorhanden waren. So zischte ein Radig-Schuss knapp über den Querbalken (14.), ein abgefälschter Jackisch-Versuch strich knapp am Gehäuse vorbei (23.). Fortan trauten sich die Gäste mehr im Spiel nach vorn zu und profierten dabei oftmals aus Grimmaer Ballverlusten im Vorwärtsgang. So scheiterte der Ex-Auerbacher Pfoh am gut aufgelegten Evers im FC-Tor (31.), anschließend rettete Grimmas Keeper in Gemeinschaftsproduktion mit Oliver Kurzbach gegen Wagner und Wendlandt (33.). Die Gastgeber waren somit gewarnt und legten kurz vor der Pause nochmals einen Zahn zu. So scheiterte zunächst Jackisch am gut reagierenden Seyfarth (43.), anschließend verfehlte Markus aus vielversprechender Position das Gehäuse, nachdem Engler diese Situation prima eingeleitet hatte (45.+1).

Auch im zweiten Durchgang änderte sich zunächst am Spielverlauf nichts. Grimma zwar feldüberlegen, jedoch mit viel zu wenig Tempo – Glauchau fast ausschließlich auf die Defensivaufgaben bedacht. Dennoch gelang den Gastgebern kurz nach Wiederanpfiff der Führungstreffer. Sehr gut von Jackisch über die rechte Seite inszeniert, verpasste zwar Robin Brand die flache Eingabe um Haaresbreite, doch der mitgelaufene Markus ließ sich nicht zweimal bitten und netzte zum 1:0 ein (51.). Das Spiel schien nun in die eigens gewollten Bahnen zu laufen, doch vergaßen die Wohllebe-Schützlinge den zweiten Treffer nachzulegen. Nach einem Engler-Eckball rettete Seyfarth nach einem Kopfball von Radig in höchster Not (57.). Sehr gut von Engler eingeleitet, fehlten bei Brands Versuch die berühmten Zentimeter (66.). Eine Minute später besaß Torschütze Markus die Gelegenheit zu erhöhen, doch auch hier war das Visier nicht scharf genug eingestellt (67.). Ein zweites Tor hätte diese Angelegenheit mit Sicherheit erleichtert, stattdessen glichen die Gäste per Standard zum 1:1 aus. Nach einem Eckball von Jäger profitierte Schad vom unzureichenden Eingreifen der Platzherren und köpfte die Kugel unbedrängt zum 1:1 in die Maschen (69.). Somit ging Glauchaus Plan natürlich auf, doch hatten die Gastgeber noch über 20 Minuten Zeit den Schaden zu reparieren. Allerdings gelang es den Einheimischen in der Folgezeit im Offensivbereich äußerst selten für Furore zu sorgen. Man agierte immer hektischer, immer ungeduldiger und wurde immer unkonzentrierter. So hatten die Gäste, resultierend aus den Grimmaer Ballverlusten, oftmals genügend Raum um ihrerseits über den überaus auffälligen Pfoh gefährliche Konterattacken zu starten. Letztlich spielten die Gäste diese Gelegenheiten jedoch schlampig zu Ende, um hier vielleicht noch mehr mitnehmen zu können. Den Gastgebern konnte man zwar nicht das Wollen absprechen, doch speziell nach dem Gegentor fehlten der Elf einfach die Ideen und Lösungen um diese kompakte Gäste-Hintermannschaft zwingend in Gefahr zu bringen. Torgefährlich wurde man in der Schlussphase kaum mehr. Eine Ausnahme war der Kopfball von Stefan Maruhn, der die Kugel nach einem Jackisch-Eckball über den Kasten nickte (75.). Die andere war ein Distanzschuss von Jackisch, welchen Seyfarth mit Problemen jedoch meisterte (76.). Auch die berühmte Brechstange in der Endphase sollte den Grimmaern nicht den gewünschten Erfolg bringen. Glauchau verteidigte das Remis problemlos und nahm nach den 90 Minuten einen durchaus verdienten Punkt mit nach Westsachsen.

Fazit: Natürlich ist dieser Zähler für den FC zu wenig, gegen Glauchau hatte man sich mehr ausgerechnet. Doch Bangemachen gilt nicht. Beim Spitzenreiter in Lößnitz wird man zum ersten Mal in dieser Saison nicht als Favorit in das Spiel gehen und dem Tabellenführer mit Sicherheit einen offenen Kampf liefern. Auch im Erzgebirge ist den Muldestädtern alles zuzutrauen, obwohl es natürlich einer Steigerung bedarf.

Tom Rietzschel

 

Bericht des Gegners

Grimma. Mit einem vorher nicht unbedingt eingeplanten oder erwarteten, aber durchaus verdienten Punkt im Gepäck trat unsere I. Mannschaft am Samstagnachmittag die Heimreise aus Grimma an. Dabei schien das Drehbuch der Partie vorgezeichnet. Glauchau hatte seit dem Wiederaufstieg muldeabwärts beim FC in drei Spielen dreimal verloren und konnte auch insgesamt von sechs Partien gegen Grimma nur einmal gewinnen, verließ fünfmal gegen diesen Kontrahenten als Verlierer den Platz. Zudem hatten die Gastgeber die letzten beiden Ligaspiele gewonnen und dabei stattliche zehn Tore erzielt, wohingegen bei den Gästen mit Tiepelt (Urlaub) und Groß (5. Gelbe) zwei wichtige Stützen fehlten.

So bestimmten dann auch erwartungsgemäß die Gastgeber vom Anpfiff an die Partie und hatten deutlich mehr Spielanteile bzw. Ballbesitz. Glauchau agierte aus einer gut organsierten Defensive heraus und hielt mit viel läuferischem Aufwand das taktische Konzept aufrecht. Die Anfangsoffensive des FC war furios, aber man überstand diese dank eines gut aufgelegten Keepers Tom Seyfarth, der wieder ein starker Rückhalt für sein Team war, ohne Gegentor. Nach ca. 30 Minuten konnte sich Glauchau etwas befreien und selbst nach vorn Akzente setzen. Zwei Chancen durch Pfoh und Wagner (scheiterte nur knapp im 1:1 am gegnerischen Torhüter) waren der Lohn. Allerdings blieb es vor rund 100 Zuschauern bis zur Pause beim torlosen Remis.

Nach dem Wechsel war dann wieder der einheimische FC am Drücker und drängte auf den Führungstreffer. Der fiel dann auch in der 51. Minute nach einer Eingabe von der Außenbahn, als Markus freistehend und nahezu unbedrängt am langen Pfosten einschieben konnte – durchaus verdient. Danach plätscherte das Spiel so vor sich hin, Grimma verwaltete den Vorsprung, Glauchau musste sich erst wieder sammeln und kam aber dann langsam zurück in die Begegnung. Nach 69 Minuten gab es Ecke für unseren VfB Empor. Den präzise getretenen Ball von Jäger wuchtete der einlaufende Schad per Kopf unhaltbar in die Maschen – Ausgleich! Nun nahm die Partie noch einmal Fahrt auf – Grimma antwortete mit wütenden Angriffen, wollte unbedingt den dritten Sieg in Folge, Glauchau hielt mit Leidenschaft und Einsatz dagegen, spielte mit. Chancen gab es nun auf beiden Seiten, allerdings agierten die Gastgeber meist zu ideenlos und stereotyp. Was durchkam, landete in den Armen von Seyfarth oder im Aus. Glauchau fehlte bei den Kontern die letzte Präzision.

So blieb es in einem zum Ende hin spannenden und gutklassigen Spiel beim 1:1-Unentschieden, was uns weiter den 10. Platz im Zwischenklassement sichert.

Quelle: www.vfb-empor-glauchau.de

 

Bericht der Presse

Grimma. Nach drei Jahren ohne Punktgewinn in Grimma hat Glauchau diesmal eine konzentrierte Leistung gezeigt und verdient einen Zähler mitgenommen.

Die erste Viertelstunde gehörte klar den Gastgebern, aber vor dem Tor wurde der letzte Pass zu ungenau gespielt oder der Glauchauer Torhüter Tom Seyfarth war zur Stelle. Erst nach einer halben Stunde kam der VfB Empor ins Spiel. Carsten Pfoh scheiterte am Grimmaer Torwart (32.). Die größte Möglichkeit der ersten Hälfte hatten auch die Gäste. Ein Schuss von Tino Wagner wurde auf der Torlinie noch abgewehrt (38.).

Mit Beginn der zweiten Halbzeit kam mehr Bewegung in die Partie und Grimma bestrafte den ersten Glauchauer Fehler eiskalt zur Führung durch Vincent Markus (51.). Jetzt machten die Gastgeber ordentlich Druck. In dieser Phase hätte Grimma auch den zweiten Treffer erzielen können, aber der VfB Empor hielt dagegen. In der Glauchauer Abwehr stand mit Tino Wagner nur ein Spieler der Vorsaison auf dem Platz, Marcel Labrenz, Benjamin Aurich und Hans Pfau sind alle aus der Reserve zum Kader der ersten Mannschaft geholt worden, sie machten ihre Sache sehr gut. Grimma zog sich dann zurück, um zu kontern. Nach einem

Eckball von Christian Jäger köpfte Willy Schad zum Ausgleich (69.) ein. Beide Mannschaften hatten noch Möglichkeiten, das Spiel zu entscheiden, aber alle wurden vergeben.

Der VfB Empor will nun nächste Woche gegen Pirna-Copitz nachlegen.

Quelle: Lutz Hillmann | Freie Presse Zwickau

 

Grimma. Der FC Grimma zeigte diesmal das trübere seiner beiden Gesichter und kam daheim über ein 1:1 gegen Empor Glauchau nicht hinaus. Zu selten konnten die Gastgeber die kompakte Defensive der Westsachsen in Verlegenheit bringen. Bis auf eine wurden die wenigen Tormöglichkeiten vertan. Beim 1:0 setzte sich Christoph Jackisch über rechts durch, spielte nach innen, wo Robin Brand verpasste, aber Vincent Markus parat stand (51.). „Danach hätten wir das runterspielen können, doch mit dem 1:1 wurden wir fahrig und hektisch“, konstatierte FCG-Teammanager Tom Rietzschel. Willy Schad hatte für Glauchau nach einem Eckball eingeköpft (69.). „Letztlich nicht einmal unverdient“, bekannte Rietzschel.

Quelle: Frank Müller | Leipziger Volkszeitung