sachsenliga | 8. spieltag



FC Grimma – VfL Pirna-Copitz 07  6:1 (2:1)

Grimma: Evers – Markus, Dietrich, Ziffert, Kurzbach – Tröger, Radig – Jackisch (ab 88. Bouamama), Engler, Wiegner (ab 82. Wedehase) – Brand – Trainer: Wohllebe

Pirna-Copitz: Schumann – Glöß, Scholz, Fischer, Weska – Kluttig – Schmidt (ab 69. Kärger), Weskott, Henschel – Riedel (ab 69. Reimann), Kreher (ab 69. Funken) – Trainer: Däbritz

Schiedsrichter: Klemm (Gröditz) – Schiedsrichter-Assistenten: Köber, Obenaus (beide Dresden) – Tore: 0:1 Riedel (11.), 1:1 Brand (16.), 2:1, 3:1, 4:1 Engler (26., 49., 80.), 5:1 Jackisch (82.), 6:1 Brand (90.) – Gelbe Karten: Jackisch (Foulspiel – 18.) – Weskott (Foulspiel – 24.), Henschel (Foulspiel – 78.) – Reservebänke: Birkigt (Tor), Konzok – Tietz (Tor), Paulus – Zuschauer: 109 im Stadion der Freundschaft zu Grimma

 

Grimma. Nach dem 4:1 (1:0)-Auswärtserfolg beim VfB Zwenkau hat sich Sachsenligist FC Grimma auch vom letztwöchigen spielfreien Wochenende nicht aus der Bahn werfen lassen und hat seinen positiven Trend fortgesetzt. So gewann die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe ihr Heimspiel gegen den VfL Pirna-Copitz klar mit 6:1 (2:1) und zeigte mehrfach eindrucksvoll, welch Potenzial in der Truppe schlummert. Auch von einem anfänglichen Rückstand (Riedel/11.) ließen sich die Platzherren nicht beeindrucken, ganz im Gegenteil. Letztlich sicherte man sich mit einem halben Dutzend Treffern einen sehr deutlichen Erfolg und konnte somit die letzte Heimniederlage gegen Aufsteiger Großenhain vergessen machen. Dabei konnten sich Rico Engler mit drei (26., 49., 80.) und Robin Brand mit zwei Treffern (16., 90.) in die Torschützenliste eintragen. Komplettiert wurde diese durch Christoph Jackisch, welchem ein Tor des Jahres gelang, indem er einen Eckball direkt verwandelte (82.). Trotz des eindeutigen Resultats gilt es nun das Ergebnis richtig einzuordnen und nicht gleich wieder zu sehr euphorisch zu werden. In der kommenden Trainingswoche gilt es sich wieder akribisch vorzubereiten und am nächsten Samstag um 14.00 Uhr im Heimspiel gegen den VfB Empor Glauchau erneut ein positives Ergebnis zu liefern.

Allerdings standen FC-Trainer Daniel Wohllebe im Vorfeld der Partie einige Sorgenfalten auf der Stirn. Der Grund lag darin, dass der Kader zum Spieltag hin merklich ausdünnte. Neben den Langzeitverletzten Mirko Jentzsch, Marcel Fricke und Michel Schwarz sowie dem noch letztmalig rotgesperrten Stefan Maruhn gesellten sich noch Philipp Schlüter (Nasenoperation), Max Theinert, Robert Schabram (verletzt) sowie der arbeitsmäßig abwesende Felix Horn hinzu. Doch wie die Elf all diese Ausfälle diesmal kompensierte, war schon bemerkenswert. Frühzeitig versuchte die Truppe der Partie ihren Stempel aufzudrücken und suchte von Beginn an den Weg nach vorn. Bereits in der Anfangsphase hatten die Gastgeber die Führung auf dem Stiefel, als Brand von Jackisch prima eingesetzt wurde, der Blondschopf jedoch am gut reagierenden Schumann scheiterte (7.). Allerdings mussten die Einheimischen kurz darauf erst einmal eine kalte Dusche hinnehmen. Nach einem Querschläger am Grimmaer Strafraum setzte sich Henschel zunächst an der Torauslinie gegen Oliver Kurzbach durch – der am langen Pfosten lauernde VfL-Torjäger Riedel hatte anschließend wenig Mühe, die Flanke per Kopf aus Nahdistanz zum 0:1 zu verwerten (11.). Doch im Gegensatz zu einigen früheren Begegnungen zeigte sich die Wohllebe-Elf überhaupt nicht geschockt. Bereits fünf Minuten später gelang der Ausgleichstreffer. Engler legte die Kugel am Gäste-Strafraum uneigennützig auf den besser postierten Brand ab, der allein vor dem VfL-Gehäuse kühlen Kopf behielt und Schumann zum 1:1 überwand (16.). Dieser Treffer hatte deutliche Signalwirkung hinterlassen, die Platzherren erhöhten fortan merklich den Druck. Nach einem langen Ball von Jackisch profitierte Torschütze Brand zwar zunächst vom zögernden Pirnaer Schlussmann, doch setzte der Kapitän das Streitobjekt knapp am Tor vorbei (21.). Zwei Minuten später sah Kurzbach mit einer Eingabe den am zweiten Pfosten einlaufenden Jackisch, doch strich dessen Direktabnahme um Haaresbreite am Gehäuse vorbei (23.). Doch nur wenig später hatten die Muldestädter die Begegnung komplett gedreht. Einen langgezogenen Freistoß von Mirko Dietrich legte Brand per Kopf genau auf Engler ab – dessen Volleykracher schlug unhaltbar zum 2:1 unter dem Tordach ein (26.). In 19 von 20 Fällen trifft Engler dabei den angrenzenden Kunstrasen, diesmal passte allerdings alles! Nach dem Führungstreffer nahmen die Platzherren erst einmal etwas den Fuß vom Gas. Fortan verwaltete man geschickt das Resultat, ohne dabei die Kontrolle der Begegnung abzugeben. Erst kurz vor der Pause wurden die Gastgeber wieder torgefährlich. Dennis-Sven Radig stellte Schumann mit einem Distanzschuss auf die Probe (43.), beim folgenden Jackisch-Eckball bereinigte der VfL-Keeper die Konfusion am ersten Pfosten in höchster Not (44.). Sequenzen später zeichnete sich Schumann abermals aus, als er einen Engler-Schuss aus halbrechter Position aus dem Winkel fischte (45.).

Machtlos war der Schlussmann der Lila-Weißen allerdings kurz nach Wiederanpfiff. Schlitzohrig führte Engler im Zusammenspiel mit Kurzbach einen Freistoß schnell aus – Englers Schlenzer aus halblinker Position schlug zum 3:1 im oberen Eck ein (49.). Die Basis für einen Heimsieg war hiermit gelegt, die Gäste brauchten gute zehn Minuten um sich von diesem erneuten Nackenschlag zu erholen. In dieser Phase hätten die Gastgeber die Partie schon endgültig entscheiden müssen. Zunächst sah ein Seitenwechsel von Wiegner den rechtzeitig startenden Jackisch, doch fehlte es hier beim Torabschluss an der Genauigkeit (51.). Anschließend lief Wiegner – nach den Stationen Brand und Engler – allein auf das VfL-Gehäuse zu, doch konnte er Schumann mit seinem Lupfer nicht bezwingen (57.). Glück hatten die Gäste kurz darauf, als ein Jackisch-Freistoß nur von der Querlatte aufgehalten wurde – Schumann wäre hier chancenlos gewesen (59.). Doch auch in der Folgezeit nahmen sich die Gastgeber wieder eine zehnminütige schöpferische Pause, so dass Pirna-Copitz fortan wieder besser ins Spiel kam. Und plötzlich hatten die Gäste sogar die große Möglichkeit zum 3:2. Nachdem sich Weskott zunächst resolut gegen Toni Ziffert durchsetzen konnte, verirrte sich ein Schussversuch von Schmidt in Richtung des zweiten Pfostens, wo der völlig freistehende Kreher allerdings das Tor verfehlte (68.). Hier hatten die Gastgeber Fortuna im Bunde, ein Anschlusstreffer des Gastes hätte unnötig Spannung in die Partie gebracht. So zogen die Platzherren in der Endphase noch einmal an und setzten offensiv wieder Akzente. Strich zunächst ein Schuss von Jackisch knapp vorbei (77.), sorgte man zehn Minuten vor Spielende für die Entscheidung. Nach einem Doppelpass mit Wiegner kam Engler aus halblinker Position erneut in Schussposition – abermals schlug das Streitobjekt im langen Eck zum 4:1 ein (80.). Damit gaben sich die Rand-Dresdner endgültig auf – die Wohllebe-Schützlinge hatten fortan leichtes Spiel. Dass – wenn es einmal läuft – auch die unmöglichsten Sachen gelingen, zeigte sich acht Minuten vor Schluss. Ein von Jackisch getretener Eckball wurde länger und länger und schlug letztlich mit Hilfe des Innenpfostens zum 5:1 direkt im Gäste-Gehäuse ein (82.). Doch auch damit hatten die Gastgeber noch nicht genug. Nach einer Kombination über den eingewechselten Rocky Wedehase und Jackisch lief Engler allein auf das Tor zu, doch zischte das Leder diesmal über den Querbalken (84.). Pirna-Copitz sehnte fortan den Schlusspfiff herbei, doch hätten die Gäste nach einem Schuss des eingewechselten Funken durchaus noch einmal verkürzen können – Tröger rettete hier für den bereits geschlagenen Evers auf der eigenen Torlinie (89.). Den Schlusspunkt unter diese Partie setzten allerdings abermals die Wohllebe-Schützlinge. Nach gutem Zusammenspiel mit Wedehase scheiterte Radig zwar aus halblinker Position am gut reagierenden Schumann, doch nahm Brand den Abpraller auf und drückte die Kugel voller Entschlossenheit aus Nahdistanz per Kopf zum 6:1 über die Linie (90.).

Fazit: Dieser hohe Heimsieg sollte den Grimmaern weiteres Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben. Allerdings ist dieses Spiel richtig einzuordnen, so dass in den nächsten Begegnungen keinesfalls übermütig agiert werden soll. Die Elf ist auf dem richtigen Weg, nun gilt es die folgenden Spiele ebenfalls voller Konzentration abzuwickeln.

Tom Rietzschel

 

Bericht der Presse

Grimma. Vor drei Wochen waren die Riesaer Landesliga-Kicker in Lößnitz mit 0:7 unter die Räder gekommen. „So ein Ergebnis würde mich richtig böse machen“, hatte Nico Däbritz, Trainer des VfL Pirna-Copitz, danach geäußert. Am Sonnabend leistete sich sein Team vor 109 Zuschauern im Grimmaer Stadion der Freundschaft ein ähnliches Ergebnis, unterlag sang- und klanglos mit 1:6 (1:2). Die Laune von Däbritz war dementsprechend: „Das war eine Blamage und da will und kann ich nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen.“

Von der Konstellation war der Vergleich im Stadion der Freundschaft durchaus interessant. Die Muldestädter präsentierten sich mit vier Punkten als bisher nicht gerade heimstark. Der VfL war mit seinen zwei Auswärtssiegen ein durchaus ernst zu nehmender Gegner. „Wir gehen mit Respekt, aber auch mit gesundem Selbstbewusstsein in die Partie“, hatte Grimmas Übungsleiter Daniel Wohllebe angekündigt. „Wir hatten in der spielfreien Zeit auch keine Tests angesetzt, damit alle Akteure ihre Blessuren auskurieren können.“

In der Muldestadt war man mit der bis dato erreichten Punktzahl nicht ganz im Soll. „Drei, vier Zähler haben wir bisher schon liegen lassen.“ Umso erfreuter war Wohllebe nach dem Kantersieg gegen die Copitzer. Die geforderte Abgeklärtheit vor dem Tor haben seine Spieler mit zehn Toren in den letzten beiden Partien nahezu perfekt umgesetzt.

Nico Däbritz hatte seinen Spielern sogar ein freies Wochenende gegönnt. „Das macht auch mal Sinn, damit alle mal mit der Familie oder Freundin abschalten können.“ Den Trainerhinweis interpretierten seine Akteure in den letzten zehn Spielminuten allerdings völlig falsch. Der dreifache Torschütze Rico Engler (80.), Christoph Jackisch (82.) und Robin Brand (90.) schossen den VfL regelrecht ab.

Dabei begann es für die Gäste mit dem frühen 1:0 durch Marius Riedel (12.) durchaus vielversprechend. Nach einem Querschläger am Grimmaer Strafraum setzte sich Henschel zunächst an der Torauslinie gegen Oliver Kurzbach durch – der am langen Pfosten lauernde VfL-Torjäger Riedel hatte anschließend wenig Mühe, die Flanke per Kopf aus Nahdistanz zum 0:1 zu verwerten. Der Führungstreffer blieb für Nico Däbritz der einzige Lichtblick in dieser Partie. „Danach haben wir das Fußball spielen regelrecht eingestellt.“ Robin Brand (17.) und Rico Engler (26.) sorgten mit ihren Treffern für den ersten Frust auf der Copitzer Bank. Der wurde mit dem 3:1 für Grimma durch Rico Engler (49.) noch größer. „Das ist nicht das erste Mal, dass wir mit guten Vorsätzen aus der Kabine kommen und nur wenig später sind diese alle pulverisiert.“ Dabei hatte VfL-Schlussmann Philipp Schumann noch Glück, dass ein Jackisch-Freistoß nur von der Querlatte aufgehalten wurde (59.).

Nico Däbritz erwartet am kommenden Sonnabend von seiner Mannschaft eine deutliche Reaktion gegen die Kickers Markkleeberg. Allerdings zählen die Gäste im bisherigen Saisonverlauf zu den positiven Überraschungen und reisen als Spitzenreiter im Willy-Tröger-Stadion an.

Quelle: Sächsische Zeitung Pirna

 

Grimma. Der FC Grimma scheint fest entschlossen, den durchwachsenen Saisonstart vergessen zu machen. Dem 4:1-Erfolg in Zwenkau ließen die Schützlinge von Trainer Daniel Wohllebe nun ein 6:1 über den VfL Pirna-Copitz folgen. Der anfängliche Rückstand erschien am Ende lediglich als Schönheitsfehler, wenngleich der FCG den Spielstand erst in der Schlussphase in die Höhe schraubte.

Quelle: Frank Müller | Leipziger Volkszeitung