sachsenliga | 6. spieltag



FC Grimma – Großenhainer FV 90  1:2 (0:1)

Grimma: Evers – Schlüter, Tröger, Dietrich, Brand – Horn, Theinert – Jackisch, Engler, Wiegner – Wedehase (ab 59. Markus) – Trainer: Wohllebe

Großenhain: Roßmüller – Haschke, Walther, Lotzmann, Weihrauch – Löffler, Volkmann, Bachmann, Schwitzky – Krüger (ab 90.+3 Scholtissek), Marx (ab 84. Anders) – Trainer: Jachmann

Schiedsrichter: Schlömann (Brand-Erbisdorf) – Schiedsrichter-Assistenten: Weise (Flöha), Hofmann (Oberschöna) – Tore: 0:1 Krüger (36.), 0:2 Marx (56.), 1:2 Brand (60.) – Gelbe Karten: Dietrich (Foulspiel – 84.) – Marx (Foulspiel – 64.), Walther (Unsportlichkeit – 69.), Löffler (Unsportlichkeit – 87.) – Reservebänke: Birkigt (Tor), Schabram, Radig, Ziffert – Marcon (Tor), Reichl – Zuschauer: 128 im Stadion der Freundschaft zu Grimma

 

Grimma. Wie gewonnen, so zerronnen! Nach dem letztwöchigen 4:0 (3:0)-Auswärtssieg in Niesky ist Sachsenligist FC Grimma wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Im heimischen Stadion der Freundschaft unterlagen die Schützlinge von Trainer Daniel Wohllebe dem Spitzenreiter Großenhainer FV mit 1:2 (0:1) und konnten dabei die Erwartungen keineswegs erfüllen. Es war nicht so, dass der Neuling, trotz der Tabellenführung, ein übermächtiger Gegner war, sondern eher, da sich die Platzherren teilweise selbst im Weg standen. 60 Minuten Angsthasen-Fußball, teilweise ohne Tempo und Offensivdruck – so kann man in der Sachsenliga nicht punkten. Hinzu kam, dass Großenhain sehr effizient agierte und die sich bietenden Möglichkeit nahezu ausnahmslos nutzte. Erst als das Kind bereits in den Brunnen gefallen war, bäumten sich die Muldestädter auf und ruckten an. Doch für mehr als den Anschlusstreffer sollte es nicht mehr reichen, der Gast schaukelte den dritten Auswärtssieg in der dritten Begegnung auf fremden Platz über die Zeit. Die Enttäuschung im Grimmaer Lager war natürlich groß. Doch wer über eine Stunde lang so abwartend, respektvoll und tempoarm agiert, brauch sie letztlich nicht wundern, wenn man das Spiel in der Endphase nicht mehr drehen kann. Am

kommenden Samstag gilt es um 15.00 Uhr beim Tabellenvorletzten VfB Zwenkau wieder in die Spur zu kommen.

Nach dem klaren Auswärtssieg der Vorwoche wollten die Gastgeber natürlich nachlegen und der Partie von Beginn den Stempel aufdrücken. Großenhain setzte zunächst auf eine kompakte Defensive und wollte mit überfallartigen Kontern immer wieder Nadelstiche setzen. Allerdings setzten die Platzherren das erste Achtungszeichen, als Christoph Jackisch mit einem kernigen Distanzschuss nur die Lattenunterkante traf, wobei die Kugel im Anschluss zurück ins Spielfeld sprang (8.). Zwar hatten die Gastgeber in der Anfangsphase mit etwas mehr Ballbesitz, doch agierten die Muldestädter ohne jegliches Offensivtempo. So war es kaum möglich, sich gegen den kompakten Gegner Möglichkeiten zu erarbeiten. Spielte man jedoch mal schnell und zielstrebig nach vorn wurde es prompt gefährlich. So zum Beispiel als Max Theinert mit einem Pass in die Tiefe Rico Engler in Szene setzte, dieser jedoch mit seinem Lupfer an GFV-Schlussmann Roßmüller scheiterte (23.). Dies war jedoch viel zu selten der Fall. Stattdessen agierten die Einheimischen wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange. Abwartend schob man sich im Spielaufbau immer wieder den Ball hin und her, die Bewegung ohne Ball ließ in Hälfte eins stark zu wünschen übrig. Großenhain erkannte die abwartende Haltung des FC und traute sich Mitte der ersten Halbzeit fortan mehr zu. Beim ersten gefährlich vorgetragenen Angriff des Aufsteigers legte Bachmann die Kugel im Grimmaer Strafraum mustergültig auf Torjäger Marx quer, doch rettete Philipp Schlüter hier in höchster Not (25.). Großenhain wurde fortan frecher und nutzte das mehr als zaghafte Auftreten des FC. Nach einem Eckball von Schwitzky köpfte Walther unter Bedrängnis knapp über den Kasten (31.). Und nur fünf Minuten später war es dann passiert. Nach einem weiten Einwurf brachten die Gastgeber das Streitobjekt nicht weit genug aus der Gefahrenzone ab – der anschließende Schuss von Krüger landete abgefälscht zum 0:1 im Grimmaer Tor (36.). Dieser Gegentreffer war die Quittung für das ängstliche Auftreten der Muldestädter – völlig unverständlich wurde damit der Kontrahent stark gemacht. Zwar hatte Theinert nach einem Eckball von Jackisch die umgehende Möglichkeit zum Ausgleich, doch verfehlte sein Kopfball knapp das Ziel (38.). Auf der Gegenseite hatte Torschütze Krüger sogar den zweiten Treffer auf dem Fuß, doch nach gutem Querpass von Schwitzky fehlte es hier an der nötigen Feinjustierung (42.). Nichtsdestotrotz hatten die Platzherren vor der Pause noch die Möglichkeit zum Ausgleich. Nach Pass von Rocky Wedehase zog Jackisch von der linken Seite in den Strafraum, doch machte Roßmüller rechtzeitig das kurze Eck dicht (44.).

Zwar kamen die Einheimischen nach der Halbzeit mit frischem Wind aus der Kabine, doch erwies sich der Anfangsdruck zunächst nur als Strohfeuer. Nach einem Freistoß von Engler zeigte sich Roßmüller auf der Hut (48.), Felix Horns Versuch zischte knapp am Tor vorbei (49.). Man verfiel fortan wieder in den alten Trott. Das Tempo war viel zu niedrig, weiterhin war die Vielzahl der langen Bälle nicht das richtige Mittel gegen die kompakten Gäste. So kam es letztlich wie es kommen musste, nach einem Ballverlust im Vorwärtsgang rannten die Grimmaer ins Verderben. Eine flache Eingabe von rechts verlängerte Krüger mit der Fußspitze auf den lauernden Marx, der Evers mit einem Flachschuss nicht den Hauch einer Chance ließ – 0:2 (56.). Doch dieser erneute Nackenschlag ließ die Platzherren plötzlich aufwachen. Mit dem Mute der Verzweiflung versuchte man auf einmal Druck aufzubauen. Und siehe da, der Anschlusstreffer folgte prompt. Nach einem Schussversuch von Engler gelangte die Kugel zu Robin Brand, der aus dem Getümmel heraus Roßmüller mit einem Flachschuss überwand – 1:2 (70.). Auf einmal war wieder Leben in der Bude, plötzlich ruckten die Gastgeber unermüdlich an. Zischte zunächst ein Freistoß von Jackisch knapp über das Gehäuse (63.), scheiterte Engler wenig später am gut den Winkel verkürzenden Roßmüller (64.). Großenhain beschränkte sich nun auf die Defensivaufgaben, der Druck der Gastgeber wurde größer. Engler verfehlte das Ziel mit einem Freistoß knapp (70.), Jackischs Schuss war zu zentral um Roßmüller überwinden zu können (81.). Bis zum Ende versuchte man wenigstens noch den Ausgleich zu erzielen, da Großenhainer Offensivaktionen in der Endphase kaum noch zu sehen waren. Zwei Minuten vor Schluss kam auf Grimmaer Seite auch noch Pech hinzu, als Brand nach einem Engler-Freistoß nur den Pfosten traf (88.). Mit Glück und Geschick hielt Großenhain den knappen Vorsprung bis in die Nachspielzeit, ehe es noch einmal kitzlig wurde. Nach einem weiten Ball von Schlussmann Evers verlängerte Schlüter die Kugel genau in den Lauf von Kevin Wiegner, der aus Nahdistanz jedoch den Ball nicht traf und somit die große Ausgleichschance verstreichen ließ (90.+3). Die restlichen Sekunden schaukelte der Neuling über die Zeit.

So blieb es letztlich bei der knappen Grimmaer Heimniederlage, doch muss dabei die Schuld eindeutig nur in den eigenen Reihen gesucht werden. Angsthasen-Fußball wurde selten mit Punkten belohnt – dies war auch diesmal so. Nicht zu erklären bleibt hierbei, warum die Elf erst begann Fußball zu spielen, als es eigentlich bereits zu spät war. So bleiben die Wohllebe-Schützlinge nun im Tabellenmittelfeld hängen und müssen am nächsten Samstag in Zwenkau abermals liefern.

Tom Rietzschel

 

Bericht des Gegners

Grimma. Die Hausherren wollten nach ihrem Auswärtssieg in Niesky auf heimischen Gefilden gleich erfolgreich nachlegen. Wie die Feuerwehr berannten sie von Beginn an den GFV- Strafraum. Trainer Jachmann musste in diesem Spiel auf die Meißner- Brüder verzichten. Aber der in die Abwehr beorderte Henning Lotzmann machte seine Sache gut. Trotzdem hatten die Gastgeber bereits in der 5. Minute das Pech auf ihrer Seite als ein voluminöser Schuss an die Latte des von Roßmüller gehüteten Tores krachte. Den ersten Aufreger in der Partie gab es in der 14. Minute als der an diesem Tag nicht immer souverän wirkende Unparteiische ein taktisches Foul an Krüger nicht konsequent ahndete. Krüger wäre durch gewesen und was dann? Auch Roßmüller konnte sich auszeichnen, als er den durchgebrochenen Grimmaer Stürmer den Ball vom Fuß nahm (20.) Dann kam die große Zeit des Eric Bachmann. Zweimal hatte er die Möglichkeit zum Abschluss zu kommen und beide Male wählte er ein unnötiges Abspiel, schade. In der 27. dann die erste Ecke im Spiel. Denn von Schwitzky geschlagenen Ball konnte Walther nur übers Tor Köpfen. Ein Angriff des GFV wird zu kurz abgewehrt(33.) und der Ball kommt genau vor die Füße von Krüger. Dieser macht alles richtig und versengt das Leder in der kurzen Ecke zur 1:0 Führung der Gäste aus Großenhain. Erst in der 34. kommt Grimma zur ersten Ecke. Diese bringt aber nichts ein.

Nach dem Pausentee kamen die Gastgeber mit neuem Elan auf den Platz und  wollten unbedingt das Blatt wenden. Roßmüller kann aber alle Angriffsbemühungen mit tollem Einsatz zunichte machen. Dann kommt die 56. Minute. Ein Angriff der Hausherren wird von Walther gestoppt. Er schnappt sich das Leder und geht nach vorn. Im Doppelpassspiel Walther-Krüger-Walther-Krüger kommt als dritter Marx noch ins Spiel und vollendet zur 2:0 Führung. Nur vier Minuten später ist nach einer Ecke der Grimmaer großes Gewühl im GFV Strafraum. Die Abwehr bringt den Ball nicht weg und der Grimmaer Robin Brand erzielt den Anschlusstreffer. Die restlichen Spielminuten mussten sich die Gäste noch wütender Angriffe der Gastgeber erwehren aber sie hielten tapfer dagegen. Auch hatten sie das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite als der Pfosten einen Schuss der Hausherren aufhielt. Über 90 Minuten aber ein nicht unverdienter Auswärtssieg der Jachmann-Schützlinge, die auch in Grimma ihr gestiegenes Spielvermögen zeigen konnten.

Quelle: www.gfv1990.de

 

Bericht der Presse

Grimma. Dieser Erfolg sorgt (erneut) für Aufsehen bei der Konkurrenz. Landesliga-Neuling Großenhainer FV 1990 setzte sich am Samstag beim Titelanwärter in Grimma mit 2:1 (1:0) durch. Clemens Krüger (36.) und Torsten Marx (54.) trafen für die Gäste, eher der Dritte der Vorsaison durch Robin Brand (60.) verkürzen konnte.

Die Hausherren wollten nach ihrem überzeugenden Auswärtssieg bei Eintracht Niesky (4:0) unbedingt nachlegen und starteten wie die Feuerwehr. Gäste-Trainer Andreas Jachmann musste diesmal auf die die Meißner- Brüder verzichten. Dafür wurde Henning Lotzmann in die Abwehr beordert und machte seine Sache gut. Trotzdem hatten die Gastgeber bereits in der 8. Minute den Torschrei auf den Lippen, aber zum Glück aus Sicht von GFV-Keeper Mirko Roßmüller landete das Leder an der Unterkante der Querlatte und sprang ins Feld zurück. Christoph Jackisch konnte es nicht fassen. Den ersten Aufreger für die Großenhainer gab es in der 14. Minute, als ein taktisches Foul an Clemens Krüger nicht konsequent geahndet wurde. Auf der Gegenseite konnte sich Roßmüller auszeichnen, als er gegen Rico Engler klärte (23.). In der 31. Minute gab es den ersten Eckball im Spiel. Denn von Schwitzky geschlagenen Ball konnte Matthias Walther leider nur über das Tor köpfen. Nur fünf Minuten später war es dann passiert. Nach einem weiten Einwurf brachten die Gastgeber das Streitobjekt nicht weit genug aus der Gefahrenzone, der leicht abgefälschte Schuss von Krüger fand den Weg ins Grimmaer Tor. Theinert und Jackisch hatten vor der Pause den Ausgleich auf dem Fuß, aber Krüger auch die Möglichkeit zum 2:0 (42.).

Nach dem Pausentee kamen die Gastgeber mit neuem Elan auf den Platz und wollten unbedingt das Blatt wenden. Mirko Roßmüller parierte aber Englers Freistoß stark (48.). Den nächsten Patzer der Muldestädter bestrafte Großenhain eiskalt mit dem 2:0. Matthias Walther hatte den Ball erobert, Krüger sehenswert in Szene gesetzt und Torsten Marx die Vorlage des 1:0-Torschützen eiskalt „veredelt“. Jetzt erwachten die Grimmaer. Nach einem Schussversuch von Engler kam der Ball zu Robin Brand, der aus dem Getümmel heraus Roßmüller mit einem Flachschuss überwand (70./1:2). Jetzt witterten die Hausherren Morgenluft. Ein Freistoß von Jackisch strich knapp über das Gehäuse (63.), Sekunden später

scheiterte Engler an Roßmüller. Die Großenhainer sahen sich fast ausschließlich in der Defensive gebunden, erledigten diesen Part aber mit Bravour. Und dann hatte der Aufsteiger auch das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite, als der Pfosten einen Brand-Schuss aufhielt (88.).

„Ich denke, der GFV spielt um den Aufstieg mit. In dieser ausgeglichenen Liga wird Konstanz belohnt“, sagt Ex-DDR-Nationalspieler Matthias Müller. Worte, die schön klingen, aber in Großenhain sicher auch richtig eingeordnet werden.

Quelle: Sächsische Zeitung Großenhain