sachsenliga | 5. spieltag



FV Eintracht Niesky – FC Grimma 0:4 (0:3)

Niesky: D. Höher – Nitsche, Vojtesek, Preuß, Russek – Hildebrand, Sisler – M. Höher, Wittek (ab 46. Janus), Richter (ab 46. Ritter) – Schneider (ab 60. Dominik) – Trainer: Kuhl

Grimma: Evers – Schlüter, Tröger, Dietrich, Brand – Horn, Theinert – Jackisch, Engler (ab 85. Schabram), Wiegner (ab 65. Kurzbach) – Wedehase (ab 68. Radig) – Trainer: Wohllebe

Schiedsrichter: Gaunitz (Leipzig) – Schiedsrichter-Assistenten: Gärtner (Dresden), Rich(Neustadt/Spree) – Tore: 0:1 Wiegner (8.), 0:2 Wedehase (10.), 0:3 Vojtesek (15., Selbsttor), 0:4 Jackisch (89.) – Gelbe Karten: M. Höher (Foulspiel – 43.) – Schlüter (Foulspiel – 31.) – Gelb-Rote Karten: Preuß (Niesky) wegen wiederholten Foulspiels (64.) – Reservebänke: Wenzel – Birkigt (Tor),  Ziffert – Zuschauer: 60 in der Jahnsportstätte zu Niesky

 

Niesky. Nach den unnötigen Punktverlusten in Reichenbach und gegen Riesa (jeweils 2:2) sowie dem mehr als ärgerlichen Pokalaus gegen den Oberligisten Eilenburg (1:3 nach Verlängerung) schoss sich Sachsenligist FC Grimma am Wochenende so richtig den Frust von der Seele. Beim FV Eintracht Niesky gewann die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe leicht und locker mit 4:0 (3:0) und sicherte sich damit den ersten Auswärtssieg in der Liga seit Anfang März (2:0 in Taucha). Gewiss, dieser volle Erfolg in Ostsachsen tat allen Beteiligten im Grimmaer Lager extrem gut und belegt, dass genügend Potenzial in der Truppe steckt. Dennoch gibt es erneut einen Kritikpunkt, was normalerweise bei solch einem klaren Ergebnis nicht aufkommen sollte. Auch in Niesky ließen die Muldestädter erneut zahlreiche klare Gelegenheiten ungenutzt, was den Verantwortlichen natürlich nicht schmecken sollte. Sieben, acht Tore hätten die Gäste erzielen müssen, doch in Sachen Chancenverwertung besitzt die Elf weiterhin viel Luft nach oben. So beließen es die Gäste bei vier Treffern – gegen chancenlose Gastgeber lenkten die Muldestädter die Partie frühzeitig in die richtige Bahn. Dieser volle Erfolg sollte den Grimmaern weiteres Selbstvertrauen für die kommende Woche einflößen, wenn am Samstag um 14.00 Uhr der Spitzenreiter Großenhainer FV in Grimma gastiert.

Nach bisher zu vielen Gegentoren baute Trainer Daniel Wohllebe sein Team im Vorfeld etwas um, um für mehr Stabilität zu sorgen. Er griff dafür auf Altbewährtes zurück, was sich im Endeffekt als richtig erweisen sollte. Von Beginn an drückten die Gäste der Partie ihren Stempel auf und setzten die Einheimischen sofort unter Druck. Ein Dreifach-Schlag in der Anfangsphase löste frühzeitig die Fesseln der Muldestädter. Beim ersten gut vorgetragenen Angriff traf Rocky Wedehase nur die Querlatte, den zurückspringenden Ball beförderte Kevin Wiegner gegen die Laufrichtung von FV-Schlussmann Höher zu 0:1 ins Netz (8.). Doch damit noch nicht genug. Sehenswert von Max Theinert eingeleitet, lief Wedehase 120 Sekunden später allein auf das Nieskyer Tor zu und traf per Flachschuss zum 0:2 (10.). Die Gastgeber waren von der Grimmaer Anfangsphase sichtlich überrascht, die Gäste ließen auch in der Folgezeit Ball und Gegner laufen. Jackisch scheiterte – von halbrechts allein auf das Gehäuse zulaufend – an Schlussmann Höher (12.), nach einem Eckball von Rico Engler köpfte Theinert knapp über den Querbalken (13.). Niesky konnte in der Anfangsphase kaum Schritt halten, Grimma legte mit dem nächsten Angriff den dritten Treffer nach. Engler zog von der rechten Strafraumgrenze den Ball flach und scharf nach innen, der Rettungsversuch des Nieskyer Innenverteidigers Vojtesek landete unglücklich im eigenen Netz – 0:3 (15.). Nach einer Viertelstunde war damit der Grundstein für den Auswärtssieg gelegt, im Anschluss daran schalteten die Gäste einen Gang zurück. Die Platzherren kamen nun zwar etwas besser in die Partie, doch behielten die Muldestädter immer die klare Kontrolle über diese Begegnung. Defensiv brannte gegen die stereotypen Nieskyer Diagonalbälle überhaupt nichts an, im Spiel nach vorn blieb man immer wieder gefährlich, auch wenn zwingende Tormöglichkeiten nun weniger wurden. Die Ausnahme bildete da ein blitzschnell vorgetragener Angriff als Wedehase den mitgelaufenen Robin Brand bediente, Vojtesek jedoch den Einschlag im letzten Moment verhindern konnte (23.). Oftmals agierte man im Vorwärtsgang nicht mehr mit der letzten Konsequenz und nicht mit der letzten Geduld, sonst hätten die Gäste bereits vor der Pause das Ergebnis erweitern können. Zwar traf Jackisch – mit Unterstützung von FV-Keeper Höher – zum 0:4, doch ein vorheriger Ausball gab dem Treffer leider keine Anerkennung (37.).

Auch im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer in der Nieskyer Jahnsportstätte kein verändertes Bild. Die Mittel der Gastgeber waren an diesem Tag gegen eine vollends fokussierte Grimmaer Mannschaft einfach begrenzt. Die Gäste bleiben klar spielbestimmend, doch was die Wohllebe-Elf in der Folgezeit an klaren Möglichkeiten ausließ, ging weit über die oft zitierte Kuhhaut. Den Anfang machte Wiegner, der nach guter Vorarbeit von Engler den Torhüter bereits ausgespielt hatte, aus extrem spitzen Winkel im Anschluss jedoch das kurze Eck verfehlte (51.). Wenig später war wiederum Engler Ausgangspunkt der nächsten guten Gelegenheit. Gefühlvoll servierte er einen Freistoß auf den einlaufenden Theinert, doch fehlten auch hier die nötigen Zentimeter (65.). Zu diesem Zeitpunkt waren die Einheimischen jedoch bereits in Unterzahl. Nieskys Innenverteidiger Preuß ließ sich – nach einer extrem rüden Attacke gegen Tröger (26.) – erneut zu einem verwarnungswürdigen Foulspiel hinreißen, was die Gelb-Rote Karte von Schiedsrichter Gaunitz (Leipzig) zur Folge hatte (64.). FV-Trainer Kuhl stellte fortan um, doch auch dies sollte nicht den gewünschten Erfolg bringen. Grimma diktierte die Szenerie, doch zeigte man vor dem gegnerischen Tor gravierende Schwächen. Sehr gut vom eingewechselten Oliver Kurzbach in Szene gesetzt, ließ Wedehase ebenso eine hundertprozentige Gelegenheit aus wie wenig später Philipp Schlüter, der über die Stationen Brand und Jackisch ebenfalls erhöhen hätte müssen (66., 73.). Beide Male reagierte Nieskys Schlussmann Höher glänzend. Kurz darauf der nächste Hochkaräter – vielleicht sogar die klarste Gelegenheit. Nach einem Querpass von Engler hatte der völlig freistehende Jackisch im Sturmzentrum die ganze Breite des Tores vor sich, doch jagte er die Kugel über den Querbalken (75.). Es war einfach sagenhaft, was die Muldestädter erneut an klaren Möglichkeiten ausließen. Glücklicherweise konnte dies am Samstag nicht bestraft werden. Die Gastgeber sehnten das Ende herbei, die Grimmaer indes wollten wenigstens noch einen Treffer erzielen. Als Jackisch aus der Drehung vom Strafraum blitzschnell abzog, fehlte abermals nicht viel (88.). Nichtsdestotrotz sollte man kurz vor Schluss doch noch einmal erfolgreich nachlegen. Sehenswert von Mirko Dietrich und Robin Brand eingeleitet, blieb Jackisch allein vor dem Tor diesmal eiskalt und schob das Streitobjekt zum 0:4-Endstand ein (89.).

Tom Rietzschel

 

Bericht der Presse

Niesky. Drittes Heimspiel für Eintracht Niesky – dritte Niederlage: Nach den Pleiten gegen Pirna-Copitz und Aufsteiger Großenhain gab es am Sonnabend eine 0:4-Klatsche gegen den FC Grimma.

Von der ersten Sekunde an machten die Gäste enorm viel Druck, aber Niesky setzte zwei Nadelstiche. Erst flankte Tobias Wittek von der Grundlinie zu ungenau, dann konnten die Gäste vor Wittek klären. Kurz darauf ging es ganz schnell. Ein langer Ball der Grimmaer vor den Nieskyer Strafraum, der Gästespieler zog sofort ab, sein Ball klatschte an die Latte des Eintracht-Tores, Kevin Wiegner vollendete zur Gästeführung (8.). Zwei Minuten später machte es die Eintracht-Abwehr den Grimmaern viel zu leicht. Rocky Wedehase konnte ungehindert an der Nieskyer Strafraumgrenze entlang marschieren und schließlich an Daniel Höher vorbei zum 0:2 einnetzen (10.). Nieskys Torwart Daniel Höher rettete zur Ecke. Die köpfte Gästekapitän Robin Brand übers Tor. Nach einer Viertelstunde verloren die Gastgeber den Ball erneut an der Mittellinie. Wieder waren die Gäste mit drei Pässen im Strafraum der Nieskyer. Beim Versuch zur Ecke zu klären, bugsierte Martin Vojtesek den Ball ins eigene Tor – 0:3. Man musste fürchten, dass es ein Debakel für die Nieskyer werden könnte. Endlich kamen die Gastgeber besser ins Spiel. Tobias Wittek bekam frei vor dem Tor nicht genug Druck hinter den Ball. Im weiteren Spielverlauf entwickelte sich ein Spiel zwischen den Strafräumen, ohne dass sich ein Team eine zwingende Torchance erarbeiten konnte. Eintracht-Trainer Uwe Kuhl ging nachdenklich in die Kabine.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit machten die Gäste gleich weiter Druck, wollten schnell das vierte Tor. Nieskys Abwehr hatte große Mühe, die Grimmaer unter Kontrolle zu bekommen. Daniel Höher verhinderte in der 51. Minute das 0:4. Danach kamen die Gastgeber wieder besser ins Spiel. Bei einem Gäste-Konter ging David Preuß zu hart zur Sache – Gelbe Karte. Da er bereits nach 25 Minuten eine gesehen hatte, musste er vorzeitig das Spielfeld verlassen (63.). Daniel Höher verhinderte noch zweimal mit Glanzparaden das 0:4 (66., 73.). Ein zu lascher Querpass von Richard Hildebrand in der eigenen Hälfte brachte Christoph Jackisch in Ballbesitz. Völlig frei vor Daniel Höher zimmerte er den Ball übers Tor (75.). Auch kurz vor Ende der Partie ging sein Ball über die Latte (87.). Als die Nieskyer an der gegnerischen Strafraumgrenze den Ball verloren, fuhren die Grimmaer noch einen Konter. Nach nur zwei Stationen kam der Ball erneut zu Christoph Jackisch, dieses Mal netzte er zum 0:4 ein (89.).

Am Ende spielte es den Grimmaern in die Karten, dass sie in der Anfangsphase äußerst effektiv agierten und bereits nach einer Viertelstunde mit 3:0 führten. Trotz des frühen hohen Rückstandes gaben die Eintracht-Jungs nie auf. Wer weiß, wie das Spiel bei einer frühen Eintracht-Führung ausgegangen wäre. Am kommenden Sonntag geht es nach Glauchau.

Quelle: Jörg Höhne | Sächsische Zeitung Niesky

 

Niesky. Auch beim FC Grimma herrschte diesmal Zufriedenheit, die derzeit weiteste  Auswärtsfahrt der Liga brachte der Elf um Trainer Daniel Wohllebe einen souveränen 4:0-Erfolg bei Eintracht Niesky. „Man kann sagen, wir haben die aufgemischt, hatten sie jederzeit im Griff“, so der Coach, der lediglich in der Chancenverwertung ein Manko sah: „Wir hätten noch höher gewinnen können.“

Quelle: Frank Müller | Leipziger Volkszeitung