Sachsenliga | 29. Spieltag



FC Grimma – SSV Markranstädt 3:0 (1:0)

Grimma: Evers – Schlüter, Maruhn, Dietrich, Schabram – Schwarz (ab 66. Diaby), Ziffert – Jackisch, Fricke, Markus – Brand – Trainer: Wohllebe

Markranstädt: Hübner – S. Seifert (ab 80. Bernsdorf), Oechsner, Glänzel, Hahnefeld – Kunze, Reinhard, Nüchtern, J. Werner – Langner (ab 23. Egi), Berger – Trainer: i.V. Bittner

Schiedsrichter: Kaminski (Striegistal) – Schiedsrichter-Assistenten: Fiebig (Burgstädt), Schröder (Chemnitz) Tore: 1:0 Markus (13.), 2:0 Fricke (67.), 3:0 Diaby (69.) – Gelbe Karten: Schwarz (Foulspiel – 53.), Schlüter (Foulspiel – 84.) – Bittner (als Auswechselspieler – Meckern – 74.) – Rote Karten: Hübner (Markranstädt) wegen Handspiels außerhalb des Strafraums (21.) – Reservebänke: Birkigt (Tor), Jentzsch – Bittner, Drechsler – besondere Vorkommnisse: Schiedsrichter Kaminski verweist Markranstädts Physiotherapeut Reuter wegen Meckerns aus dem Innenraum (74.) – Zuschauer: 103 im Stadion der Freundschaft zu Grimma

 

Grimma. Sachsenligist FC Grimma hat sein letztes Heimspiel der Saison 2017/18 erfolgreich bestritten. Gegen den Oberliga-Absteiger SSV Markranstädt gewann die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe im Stadion der Freundschaft mit 3:0 (1:0) und kletterte durch die zeitgleiche Großenhainer 1:3 (0:1)-Heimniederlage gegen Kickers Markkleeberg vor dem letzten Spieltag auf den Vizerang. Das Ergebnis klingt letztlich zwar deutlich, doch war in den Aktionen der Muldestädter extrem viel Sand im Getriebe. Obwohl knapp 70 Minuten in Überzahl agierend, blieb im FC-Spiel sehr viel Stückwerk, viel zu selten brachte man ein gewisses Tempo in die eigenen Offensivaktionen. Stattdessen prägten Missverständnisse und Fehlpässe das Spiel der Grimmaer, die sich wieder einmal bei ihrem überragenden Torhüter Jan Evers bedanken konnten, vor der Pause gegen den in Unterzahl agierenden Gegner nicht in Rückstand geraten zu sein. Auch im zweiten Durchgang hielten die Gäste das Spiel lange offen, erst ein Doppelschlag Mitte der zweiten Hälfte brachte die Muldestädter auf die Siegerstraße, welche in der Folgezeit die Partie langsam austrudeln ließen und letztlich einen sicheren 3:0-Erfolg nach Hause fuhren. Nach diesem Sieg benötigt die Wohllebe-Elf am kommenden Samstag um 15.00 Uhr beim BSC Rapid Chemnitz einen Punkt, um sich in der Abschlusstabelle letztlich den 2. Platz sichern zu können.

Im Backofen Stadion der Freundschaft entwickelte sich frühzeitig ein Kick, welchen man getrost unter dem Begriff „Sommernachtsfußball“ abstempeln konnte. Beide Teams, welche arg ersatzgeschwächt antraten, waren zunächst um Spielkontrolle bemüht, so dass sich die Aktionen hauptsächlich zwischen den Strafräumen abspielten. Doch es waren die Platzherren, die durch einen Schuss von Vincent Markus das erste Achtungszeichen setzten, als Hübner im Markranstädter Gehäuse erstmals eingreifen musste (10.). Drei Minuten später gingen die Einheimischen sogar in Führung. Sehr gut von Toni Ziffert eingeleitet, servierte Robert Schabram den Ball aus vollem Lauf flach in Richtung des ersten Pfostens, wo sich der völlig freistehende Markus nicht zweimal bitten ließ und Hübner aus Nahdistanz überwand – 1:0 (13.). Allerdings hing die FC-Führung am seidenen Faden, vier Minuten später hatten die Gäste die Riesenchance zum Ausgleich. Nach einer gelungenen Kombination stand SSV-Torjäger Berger plötzlich völlig frei vor Evers, welcher mit einem Blitzreflex den Gegentreffer verhinderte (17.). Auf der anderen Seite rückte dann Schiedsrichter Kaminski (Striegistal) in den Mittelpunkt. Nach einem langen Ball von Evers profitierte Robin Brand zunächst von einem Missverständnis zwischen Glänzel und Schlussmann Hübner, wobei der Gäste-Keeper im Anschluss daran den Schuss des Grimmaer Kapitäns außerhalb des Strafraums an die Hand bekam. Der Referee zögerte keine Sekunde und stellte Hübner mit glatt Rot vom Platz – eine äußerst strittige Entscheidung, da Hübners Absicht, den Ball mit der Hand spielen zu wollen, nun wirklich nicht unbedingt vorlag (21.). Nach der langwierigen Knieverletzung von Stammtorhüter Wings gab nun SSV-Mannschaftsleiter Maik Egi, eigentlich Schlussmann der II. Mannschaft, sein Sachsenliga-Debüt, welcher beim anschließenden Freistoß von Christoph Jackisch nicht eingreifen brauchte (24.). Doch in Überzahl agierend, taten die Grimmaer in der Folgezeit einfach zu wenig. Man agierte viel zu langsam, spielte oftmals viel zu kompliziert, so dass sich die Gäste sogar zwei weitere gute Gelegenheiten, hervorgegangen aus fahrlässigen Ballverlusten der Muldestädter, erarbeiten konnten. Zunächst strich ein Schuss von Berger knapp am Tor vorbei (26.), kurz vor der Pause wurde Nüchtern nach einem Sololauf freigespielt, welcher im Torabschluss abermals in einem überragend reagierenden Jan Evers seinen Meister fand (44.). Grimmaer Offensivaktionen blieben dagegen eine Seltenheit, da einfach das Tempo fehlte um die kompakten Gäste in Gefahr zu bringen. Zwar brach Torschütze Markus nach klasse Pass von Mirko Dietrich von der linken Seite gefährlich in Richtung Tor aus, doch konnte er Egi aus spitzem Winkel nicht bezwingen (28.). Auch Jackisch verstolperte eine der wenigen vielversprechenden Gelegenheiten, als er sich von der linken Seite die Kugel zu weit vorlegte, so dass Egi rechtzeitig eingreifen konnte (45+1.). Mit der knappen Grimmaer Pausenführung ging es anschließend in die Kabinen, wobei das Resultat in den ersten 45 Minuten auch anders hätte aussehen können.

Wer zunächst auf Besserung im Spiel der Muldestädter gehofft hatte, wurde anfangs bitter enttäuscht. Stattdessen führten einige abenteuerliche Aktionen dazu, dass die knappe Führung abermals am seidenen Faden hing. Nach einer Slapstick-Einlage in der eigenen Hälfte, hätte dies eigentlich den Markranstädter Ausgleich nach sich ziehen müssen. Reinhard und Berger liefen allein auf das FC-Gehäuse zu, doch war der anschließende Querpass von Reinhard viel zu unpräzise, so dass Berger (Abseits???) damit überhaupt nichts anfangen konnte und schlussendlich auch noch aus extrem spitzem Winkel wegrutschte (57.). Glücklicherweise erkannten sich Gastgeber nun die Gefahr und legten einen energischen Zwischenspurt hin. Kurzerhand wurde die Partie mit einem Doppelschlag in die richtigen Bahnen gelenkt. Zunächst ließ Egi einen tückisch getretenen Jackisch-Freistoß nur nach vorn prallen – Marcel Fricke schaltete am schnellsten und drückte die Kugel aus Nahdistanz zum 2:0 über die Linie (67.). Anschließend servierte Mirko Dietrich das Streitobjekt perfekt über die Markranstädter Viererkette – der rechtzeitig startende, gerade eingewechselte, Moussa Diaby hob den Ball technisch elegant und äußerst sehenswert per Heber über Egi zum 3:0 in die Maschen (69.). Damit war die Gegenwehr des SSV binnen weniger Minuten gebrochen. Einzig Berger versuchte sich noch einmal mit einem Flachschuss, doch ließ sich Evers erneut nicht überraschen (89.). Die Gastgeber verlegten sich in der Folgezeit auf das Nötigste und spulten in der restlichen Spielzeit ihr Pensum herunter. Einzig nach einem Grundliniendurchbruch von Schabram wurde es noch einmal gefährlich, doch traf Diaby mit einem Flachschuss nur den Außenpfosten (88.).

Fazit: Mit dem dritten Heimsieg in Folge springen die Muldestädter vor dem letzten Spiel bei Rapid Chemnitz auf den Vizerang und können diesen am kommenden Samstag zementieren. Über die Art und Weise kann man natürlich diskutieren und einiges natürlich auch sehr kritisch ansprechen, doch bereits am Montag wird niemand mehr über das Wie reden. Letztlich steht ein 3:0 (1:0)-Heimsieg zu Buche und das zählt unter dem Strich.

Tom Rietzschel


Bilder vom Spiel

Fotos: Karsten Hannover