Sachsenliga | 27. Spieltag

FC Grimma – VfL 05 Hohenstein-Ernstthal 2:0 (1:0)

Grimma: Evers – Schlüter, Maruhn, Dietrich, Kurzbach – Schwarz (ab 83. Diaby), Ziffert – Schabram (ab 67. Markus), Fricke (ab 67. Jentzsch), Jackisch – Brand – Trainer: Wohllebe

Hohenstein-Ernstthal: P. Petkov – Kochte, Fischer, Heinrich, Colditz (ab 46. Schmeling) – Heßmann, Enold (ab 62. Benduhn), Erler (ab 62. Wilhelm), Gerisch – Börner, Weiske – Trainer: R. Petkov

Schiedsrichter: Näther (Haselbachtal) – Schiedsrichter-Assistenten: Pirogov (Görlitz), Fiedler (Neustadt/Spree) Tore: 1:0 Jackisch (19.), 2:0 Brand (80.) – Gelbe Karten: Maruhn (Foulspiel – 81.) – Heinrich (Foulspiel – 23.), Weiske (Unsportlichkeit – 53.) – Reservebänke: Birkigt (Tor), Käseberg – Wiegels (Tor), Stier – Zuschauer: 113 im Stadion der Freundschaft zu Grimma

 

Grimma. Trotz einer dreiwöchigen Wettkampfpause ist es Sachsenligist FC Grimma gelungen, den Schwung aus dem 4:2 (3:1)-Heimerfolg über den Tabellenzweiten FC 1910 Lößnitz mitzunehmen. So gewann die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe das Spitzenspiel gegen den Sachsenliga-Meister und Oberliga-Aufsteiger VfL 05 Hohenstein-Ernstthal im heimischen Stadion der Freundschaft mit 2:0 (1:0) und schob sich aufgrund der Lößnitzer 1:2-Niederlage in Pirna-Copitz damit auf den Vizerang in der Staffel vor. Über 90 Minuten sahen die Zuschauer ein abwechslungsreiches Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe, indem sich die Gastgeber als echte Einheit präsentierten und in einigen Situationen auch etwas das Glück auf ihrer Seite hatten. Nichtsdestotrotz verdienten sich die Muldestädter die drei Punkte durchaus, da alle Spieler an ihre Leistungsgrenze gingen und die Elf über 90 Minuten richtig marschierte. Die Gäste aus Westsachsen deuteten an, dass sie nicht umsonst an der Tabellenspitze stehen und verdient aufsteigen, doch mussten sich Männer vom Sachsenring letztlich aufgrund der ihrer mangelhaften Chancenverwertung den bissigen und fokussierten Platzherren beugen. Aus Grimmaer Sicht gilt es nun diesen zweiten Platz in den letzten drei Spielen zu verteidigen, auch wenn man am kommenden Samstag um 15.00 Uhr beim Radebeuler BC vor der nächsten harten Bewährungsprobe steht.

Allerdings sah man den Gastgebern in der Anfangsphase durchaus den fehlenden Wettkampf-Rhythmus an. Man kam etwas schleppend in die Begegnung, Hohenstein-Ernstthal dominierte in der Anfangs-Viertelstunde Ball und Gegner. Daher kam es nicht von ungefähr, dass den Gästen die ersten Tormöglichkeiten gehörten. Nach einem Pass von Börner schlängelte sich Torjäger Weiske (14 Saisontreffer) zunächst gekonnt um Stefan Maruhn herum, doch verhinderte Jan Evers im FC-Tor reaktionsschnell einen Grimmaer Rückstand (10.). Kurz darauf stand der FC-Schlussmann erneut im Mittelpunkt, als Enold mit einem gut getimten Pass die komplette Grimmaer Viererkette auseinanderhebelte, Börner im Anschluss daran jedoch an Evers scheiterte anstatt mit einem Querpass den mitgelaufenen Weiske im Sturmzentrum zu bedienen (14.). Auch die folgende Gerisch-Ecke wurde prompt gefährlich, doch nickte der aufgerückte Kochte die Kugel knapp neben das Gehäuse (15.). Allerdings kamen die Platzherren in der Folgezeit immer besser in die Begegnung. Man ging nun konsequenter in die Zweikämpfe und attackierte frühzeitiger, was bei den Gästen sofort Wirkung zeigte. Christoph Jackisch profitierte zunächst von einem folgenschweren Fehlpass von Colditz im Spielaufbau, anschließend zog der Linksfuß aus beträchtlicher Distanz staubtrocken ab und erwischte den sichtlich überraschten Petkov damit auf dem völlig falschen Fuß – 1:0 (19.). Dieser Treffer gab den Muldestädtern zusätzliches Selbstvertrauen. Defensiv stand man nun viel kompakter, auch wenn das spielerische Potenzial der Gäste bis zum Strafraum durchaus zu sehen war. Weiterhin versuchte man im Spiel nach vorn immer wieder Nadelstiche zu setzen, was ab und an auch gelang. Nach einem Diagonalpass von Marcel Fricke schlug ein weiteres Jackisch-Geschoss wiederum im VfL-Gehäuse ein, doch fand der Treffer aufgrund einer Abseitsstellung leider keine Anerkennung (31.). Zwei Minuten später hebelte Toni Ziffert mit einem klasse Pass die komplette Gäste-Abwehr aus, doch scheiterte der allein aufs Tor zulaufende Jackisch aus halblinker Position am gut reagierenden Petkov im Hohensteiner Gehäuse (33.). Doch der Spitzenreiter blieb unangenehm, wobei die Gäste vor allem bei Standardsituationen immer wieder ihre Gefährlichkeit andeuteten. So musste man im Grimmaer Lager nach einigen Ecken und Freistößen der Westsachsen immer mal wieder die Luft anhalten, doch verstanden es die Einheimischen mit etwas Glück und Geschick den knappen 1:0-Vorsprung mit in die Pause zu nehmen.

Wie bereits im ersten Durchgang gehörten die Anfangsminuten der zweiten Hälfte dem Gast. Nach einer abgefälschten Gerisch-Flanke glänzte Evers bei einem Weiske-Kopfball (51.), bei einer undurchsichtigen Situation im eigenen Strafraum hatten die Wohllebe-Schützlinge das Glück auf ihrer Seite als Weiske aus dem Gewühl heraus nur den Querbalken traf (54.). Der Tabellenführer legte nach der Pause ein ordentliches Tempo vor, doch konnten die Westsachsen in dieser Phase ihre Chancen nicht nutzen. Nach einem sehr gut vorgetragenen Angriff scheiterte Heßmann, welcher der Ball mustergültig von Heinrich quergelegt bekam, am sensationell reagierenden Evers, den abgewehrten Ball brachte Gerisch per Flanke erneut in die torgefährliche Zone, doch drückte Weiske per Kopf das Streitobjekt über die Querlatte (59.). Doch die Grimmaer überstanden diese Gäste-Drangphase und befreiten sich im Anschluss wieder. Nach einer Flanke von Oliver Kurzbach

köpfte Kapitän Robin Brand die Kugel knapp drüber (63.), wenig später hätte Jackisch per Freistoß aus beträchtlicher Entfernung den etwas zu weit vor dem Tor stehenden Petkov um ein Haar bezwungen (65.). Die Einheimischen wurden fortan wieder deutlich zielstrebiger – wie die Elf trotz der hohen Temperaturen weiterhin Gas gab, verdient große Anerkennung. Nach guter Vorarbeit des eingewechselten Vincent Markus scheiterte Brand aus der Drehung am gut reagierenden Petkov (69.), kurz darauf kratzte der Hohensteiner Keeper einen Schuss von Markus aus dem Eck (75.). Natürlich verstärkten die Gäste Mitte der zweiten Hälfte ihre Offensivbemühungen, doch richtig zwingend wurde der Tabellenführer in dieser Phase kaum, obwohl die Westsachsen weiterhin eine technisch feine Klinge schlugen. Ganz anders die Muldestädter, die zehn Minuten vor Schluss für die Vorentscheidung sorgten. Überragend von Stefan Maruhn mit einem öffnenden Pass eingeleitet, konnte Petkov die scharfe Eingabe von Christoph Jackisch nur nach vorn klatschen lassen – Robin Brand stand goldrichtig und jagte das Streitobjekt per Flachschuss zum 2:0 in die Maschen (80.). Kurz darauf versuchte Jackisch abermals den Gäste-Keeper mit einem Freistoß zu überlisten, doch fehlten auch hier, genauso wie wenig später nach einem Schuss des eingewechselten Mirko Jentzsch aus spitzem Winkel, die nötigen Zentimeter (85., 90.). Allerdings hatten sich auch die Westsachsen ein dickes Kompliment verdient, da man bis zum Ende nach vorn spielte und sich niemals aufgab. Pech hatten die Gäste als ein Schlenzer von Heinrich vom Innenpfosten ins Spielfeld zurücksprang und FC-Innenverteidiger Mirko Dietrich im letzten Moment den Nachschuss von Benduhn von der Torlinie kratzte. Beim anschließenden Pressschlag zwischen Dietrich und Benduhn senkte sich die Kugel bedrohlich in Richtung Grimmaer Tor, doch mit einer artistischen Rettungsaktion verhinderte Schlussmann Jan Evers in Volleyball-Manier den Hohensteiner Anschlusstreffer (86.). Dieser hätte auch fallen können, als Heinrich nach gutem Zusammenspiel mit Heßmann aus aussichtsreicher Position den Kasten weit verfehlte (87.) und als Evers nach einem tückisch getretenen Freistoß von Gerisch abermals blendend mit dem Fuß reagierte (90.+2).

Letztlich blieb es aber im Sachsenliga-Spitzenspiel beim Grimmaer 2:0 (1:0)-Heimsieg, welches im Duell zweier Teams auf Augenhöhe letztlich durch die bessere Chancenverwertung der Muldestädter entschieden wurde.

Tom Rietzschel


bILDER VOM SPIEL

Fotos: Karsten Hannover