Sachsenliga | 24. Spieltag



VfB Empor Glauchau – FC Grimma 0:0

Glauchau: Einert – Schad, Tiepelt, Labrenz, Aurich – Dreiucker – Vogel (ab 78. Pläschke), Jäger (ab 80. Neumann), Thiam, Groß (ab 77. Ludwig) – Hölzel – Trainer: Pafel

Grimma: Evers – Markus (ab 64. Schabram), Maruhn, Schlüter, Kurzbach – Schwarz, Ziffert (ab 73. Theinert) – Jackisch (ab 90. Jentzsch), Engler, Fricke – Brand – Trainer: Wohllebe

Schiedsrichter: Taugerbeck (Dresden) – Schiedsrichter-Assistenten: Leonhardt (Pirna), Kläber (Dresden) – Gelbe Karten: Schwarz (Grimma – Foulspiel – 7.), Brand (Grimma – Foulspiel – 28.), Fricke (Grimma – Foulspiel – 76.), Theinert (Grimma – Foulspiel – 90.) – Rote Karten: Hölzel (Glauchau) wegen Schiedsrichter-Beleidigung (20.) – Reservebänke: keiner – Birkigt (Tor), Käseberg – Zuschauer: 87 im Sportpark Meeraner Straße zu Glauchau

 

Glauchau. Anspruch und Wirklichkeit liegen beim Sachsenligisten FC Grimma derzeit weit auseinander. Nach drei Spielen ohne Sieg schafften es die Schützlinge von Trainer Daniel Wohllebe auch am Sonntag nicht, beim personell arg geschwächten und im Spiel dezimierten VfB Empor Glauchau die drei Punkte zu entführen. 70 Minuten in Überzahl agierend, blieben die Gäste ohne jegliche Mittel den kompakten Abwehrriegel der Westsachsen zu durchbrechen. Ohne jegliches Tempo, ohne Überraschungsmomente, ohne Spielwitz – all diese Faktoren hätte es gebraucht, um diesen keine Bäume ausreißenden Gegner in die Knie zu zwingen. Stattdessen agierten die Gäste viel zu pomadig, versuchten sich im Standfußball, spielten viel zu kompliziert und trafen zum Großteil immer wieder die falschen Entscheidungen. Dass sich die Grimmaer ihre besten Möglichkeiten in nummerischer Gleichzahl erarbeiten konnten, spricht Bände. Nach dieser enttäuschenden Vorstellung wird es extrem schwer werden, den aktuell dritten Tabellenplatz zu verteidigen, da Verfolger Großenhain bereits auf einen Punkt herangerückt ist. Groß Zeit zum Nachdenken ist jedoch nicht vorhanden, schließlich gastiert bereits übermorgen der FV Eintracht Niesky in Grimma zum Nachholspiel. Der Anstoß am Dienstag, den 1. Mai erfolgt um 17.00 Uhr im Stadion der Freundschaft.

Dabei begann der FC gar nicht so schlecht. Mit schnellen Ballpassagen versuchte man frühzeitig die defensiv agierenden Platzherren unter Druck zu setzen. Zunächst strich ein Flachschuss von Rico Engler knapp am langen Eck vorbei nachdem dieser von Robin Brand gut in Szene gesetzt wurde (3.). Anschließend passte Brand die Kugel – nach einem Einwurf von Vincent Markus – in den Rücken der Abwehr, doch traf Christoph Jackisch hier den Ball nicht voll und verpasste somit die Grimmaer Führung (5.). Die Westsachsen legten, auch aufgrund ihrer Personalsituation, ihr Hauptaugenmerk auf die Defensive, so dass Offensivaktionen recht selten waren. Die Ausnahme bildete da ein Distanzschuss von Groß, doch zeigte sich Jan Evers im Grimmaer Tor hier auf dem Posten (8.). Gefährlicher wurde es dagegen auf der Gegenseite. Erneut war ein Markus-Einwurf Ausgangspunkt für eine Grimmaer Riesenchance, doch brachte Brand das Streitobjekt aus spitzem Winkel nicht an Empor-Keeper Einert vorbei (12.). Die Gäste hätten längst in Führung liegen müssen. Auch Engler schaffte es nach einer Eingabe von Marcel Fricke nicht, den nächsten Hochkaräter zu nutzen, da Innenverteidiger Labrenz im letzten Moment den Einschlag verhindern konnte (22.). Zu diesem Zeitpunkt agierten die Wohllebe-Schützlinge jedoch bereits im Überzahl. Empor-Torjäger Hölzel ließ sich nach einem nicht geahndeten Foulspiel zu einigen unüberlegten Worten gegenüber dem Schiedsrichter hinreißen und kassierte von Referee Taugerbeck (Dresden) prompt Rot (20.). Wer jedoch dachte, dass die Gäste in nummerischer Überlegenheit weiter Betrieb machen würden, wurde bitter enttäuscht. Das Grimmaer Spiel wurde mehr und mehr statischer, Ungenauigkeiten und Fehlpässe zuhauf prägten fortan das FC-Spiel. Man agierte in der Folgezeit immer unkonzentrierter, brachte überhaupt keinen Schwung mehr in die Begegnung und wurde immer ratloser. Glauchau baute in Unterzahl einen Abwehrriegel vor dem eigenen Strafraum auf – spätestens dort waren die Grimmaer mit ihrem Latein am Ende. Torgefährlich wurde man bis zum Pausenpfiff überhaupt nicht mehr, stattdessen wurde das eigene Spiel von Minute zu Minute immer fehlerhafter.

Auch im zweiten Durchgang gelang es den Wohllebe-Schützlingen nicht, den berühmten Schalter umzulegen. Man agierte weiterhin völlig kopf- und ideenlos, wenn man einen Flachschuss von Jackisch, welchen Einert sicher meisterte (52.), mal ausklammert. Kein einziger Akteur war an diesem Tag in der Lage die Ärmel hochzukrempeln und dem Grimmaer Spiel die dringend benötigten Impulse zu verleihen. Stattdessen musste man bei zwei Freistößen vor dem eigenen Tor höllisch aufpassen. Den ersten nagelte Jäger an die Querlatte (66.), beim zweiten, ebenfalls von Jäger getreten, musste Evers ernsthaft zupacken (68.). Diese Offensiv-Vorstöße der Westsachsen waren allerdings von höchster Seltenheit geprägt, die Priorität der Glauchauer lag zweifelsohne ausschließlich in der Defensivarbeit. Nahezu kampflos wurde den Grimmaern das Mittelfeld überlassen, die jedoch mit 85 Prozent Ballbesitz überhaupt nichts anfangen konnten und sich immer wieder in ihrer viel zu komplizierten Spielweise verzettelten. Weiterhin kam auch noch etwas Pech hinzu, als Oliver Kurzbach mit einer flachen Eingabe den am langen Pfosten einlaufenden Engler bediente, dieser jedoch nur den Innenpfosten traf (74.). Ansonsten blieb im FC-Spiel extrem viel Stückwerk, mit einer Spitzenmannschaft hatte dies nicht einmal im Entferntesten etwas zu tun. Hatte man dann mal eine Möglichkeit, wurde sie allzu fahrlässig und stümperhaft vergeben. So zum Beispiel als Fricke sehr gut von Engler bedient wurde, dieser jedoch viel zu hektisch das Streitobjekt über den Querbalken setzte (86.). Glauchau verteidigte aufopferungsvoll den Punkt und hatte gegen einen planlos anrennenden FC Grimma in der Endphase sogar noch eine Gelegenheit. Der eingewechselte Neumann hämmerte einen Freistoß gefährlich auf das Gehäuse, doch zeigte Evers abermals, dass er nicht umsonst als bester Schlussmann der Sachsenliga anzusiedeln ist (90.).

So blieb es letztlich beim torlosen 0:0-Remis in Glauchau – ein Punkt, der für die Wohllebe-Schützlinge natürlich viel zu wenig ist. Doch aufgrund des Spielverlaufs und der gezeigten Vorstellung war dies auch das absolut Maximale, was die Gäste an diesem Tag verdient hatten.

Tom Rietzschel

 

Bericht des Gegners

Glauchau. Gegen den Tabellendritten musste Glauchau im Vergleich zur Vorwoche, beim Auswärtssieg in Zwenkau, auf vier Positionen umstellen.

Die Partie begann flott und Grimma war tonangebend. Die erste Chance hatte aber Glauchau, als nach einer abgewehrten Ecke Michael Groß aus 20 Metern den Torwart prüfte. Er lenkte den Ball gerade noch über die Querlatte (9.). Auf der anderen Seite konnte sich der Glauchauer Torwart Norman Einert gegen den Gäste-Kapitän Brand auszeichnen (13.). Nach einer unübersichtlichen Aktion im Mittelfeld sah der Glauchauer Robin Hölzel nach einem ungeahndeten Foul an ihm wegen Meckern die Rote Karte (21.).

Nachdem Wechsel machten die Gäste mehr Druck. Aber viel kam nicht dabei heraus, zu viele ungenaue Abspiele brachten Glauchau wieder ins Spiel. Die Chance hatte dann Christian Jäger, sein präziser Freistoß aus 22 Metern traf nur die Querlatte und hätte den Spielverlauf völlig auf den Kopf gestellt (66.). Nach einer schönen Spielverlagerung des FC traf dann auch ein Grimmaer das Glauchauer Aluminium (74.). In der Schlussphase wechselte dann Glauchau alle Reservespieler ein und nahm somit Zeit von der Uhr. Grimma hatte noch eine gefährliche Situation (86.). Die letzte Möglichkeit im Spiel gab es aber für den eingewechselten Max Neumann, er zirkelte einen Freistoß aus 25 Metern unter die Latte, der Torwart der Grimmaer klärte zur Ecke (90.).

Mit einer kämpferisch guten Leistung und mit 70 Minuten in Unterzahl erkämpfte sich Glauchauer den einen Punkt gegen Grimma.

Quelle: www.vfb-empor-glauchau.de