Sachsenliga | 23. Spieltag



VfL Pirna-Copitz 07 – FC Grimma 1:1 (1:1)

Pirna-Copitz: Tietz – Kemter (ab 63. Kaiser), Scholz, Fischer, Weska – Glöß, Kluttig (ab 67. Riedel) – Kärger, Weskott, Löwe (ab 58. Scycalka) – Henschel – Trainer: Paulus

Grimma: Evers – Schabram (ab 75. Fricke), Schlüter, Dietrich, Kurzbach –Schwarz, Brand – Jackisch, Engler, Ziffert – Jentzsch (ab 83. Diaby) – Trainer: Wohllebe

Schiedsrichter: Teichmann (Schneeberg) – Schiedsrichter-Assistenten: Schröder, Köhler (beide Chemnitz) – Tore: 1:0 Kärger (29.), 1:1 Ziffert (39.) – Gelbe Karten: Kemter (Foulspiel – 17.), Glöß (Foulspiel – 26.), Kärger (Foulspiel – 87.) – Schlüter (Foulspiel – 78.), Jentzsch (Foulspiel – 81.), Brand (Unsportlichkeit – 85.) – Rote Karten: Dietrich (Grimma) wegen einer Notbremse (55.) – besondere Vorkommnisse: Engler (Grimma) schießt Foulstrafstoß (Kemter an Ziffert) über das Tor (18.) – Reservebänke: Schumann (Tor), Kletschka, Schmidt, Kreher – Birkigt (Tor) – Zuschauer: 130 im Willy-Tröger-Stadion zu Pirna

 

Pirna. Sachsenligist FC Grimma ist seit drei Spielen sieglos. Nach der Niederlage in Eutritzsch (1:2) und dem torlosen Heimremis gegen Zwenkau kam die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe beim VfL Pirna-Copitz nicht über ein 1:1 (1:1)-Unentschieden hinaus. Bei wenig personellen Alternativen verdienten sich die Muldestädter diesen Punkt an der Elbe, da die Elf weiterhin in den letzten 35 Minuten nach einer Roten Karte gegen Abwehrchef Mirko Dietrich in Unterzahl agieren musste (55.). Daher kann man dieses Unentschieden durchaus als leistungsgerecht bezeichnen. Im ersten Durchgang gerieten die Grimmaer durch einen Konter in Rückstand (29.), obwohl man zu diesem Zeitpunkt selbst durch einen Elfmeter hätte in Führung gehen können (18.). Der Ausgleichstreffer des FC kam jedoch noch vor der Pause und war indes absolut verdient. Für die zweiten 45 Minuten hatten sich die Gäste zwar einiges vorgenommen, doch der Platzverweis durchkreuzte sämtliche Pläne. In der Folgezeit waren die Gäste in Unterzahl natürlich mehr mit Defensivaufgaben beschäftigt, doch brachte man letztlich den Punkt über die Runden. Am kommenden Wochenende beim VfB Empor Glauchau (Sonntag, 29.04.2018, Anstoß: 15.00 Uhr) will man mit einem positiven Ergebnis weiter den dritten Tabellenplatz festigen.

Im ersten Spielabschnitt sahen die 130 Zuschauer im Pirnaer Willy-Tröger-Stadion eine Begegnung, welche sich hauptsächlich zwischen den Strafräumen abspielte. Die Gäste waren dabei vielleicht optisch ein bisschen überlegen, doch zwingende Tormöglichkeiten waren auf beiden Seiten rar gesät. Pirna-Copitz war eine gewisse Verunsicherung aus den letzten Negativergebnissen erkennbar, die Grimmaer strotzten aufgrund der vergangenen zwei schwachen Spiele auch nicht gerade vor Selbstvertrauen und krochen durch die Ausfälle von Stefan Tröger, Dennis-Sven Radig, Kevin Wiegner, Vincent Markus (alle verletzt), Stefan Maruhn (erkrankt) und Max Theinert (Arbeit) personell auf dem Zahnfleisch. Nichtsdestotrotz hätten sich die Muldestädter mit einem Erfolgserlebnis in den ersten 20 Minuten so richtig aus dem Sumpf ziehen können. Sehr gut von Michel Schwarz eingeleitet, passte Christoph Jackisch allein vor dem VfL-Tor die Kugel auf den mitgelaufenen Toni Ziffert quer, welcher von Kemter nur regelwidrig am Torerfolg gehindert werden konnte. Rico Engler schaffte es jedoch nicht den fälligen Strafstoß zu verwandeln, indem er die Kugel über den Querbalken jagte (18.). Stattdessen geriet die Wohllebe-Elf nach gut einer halben Stunde selbst in Rückstand. Nach einem schnell abgefangenen Ball startete der VfL blitzschnell durch – Weskott bediente mit einer flachen Eingabe den mitgelaufenen Kärger, der Evers mit einem Flachschuss keine Chance ließ (29.). Doch die Antwort des FC ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer Flanke von Oliver Kurzbach scheiterte zwar noch Robin Brand, doch Toni Ziffert nahm den Abpraller dankend auf und köpfte das Streitobjekt zum 1:1 ins Gehäuse (39.).

Durch den Ausgleichstreffer neuen Schwung verleihend, kamen die Muldestädter voller Tatendrang aus der Kabine. Mit Entschlossenheit begann man, doch bereits nach zehn Minuten musste man jegliches Konzept über den Haufen werfen. 40 Meter vor dem FC-Gehäuse brachte Innenverteidiger Mirko Dietrich den durchgebrochenen Henschel zu Fall – Schiedsrichter Teichmann (Schneeberg) zeigte dem Grimmaer sofort Rot (55.). Im Anschluss daran war man natürlich mehr mit Abwehraufgaben beschäftigt, zwingende Offensivaktionen der Gäste blieben selten. Die Ausnahme bildete da ein Engler-Freistoß von der Außenposition, welcher auf Philipp Schlüter durchrutschte, dieser jedoch den Ball nicht wunschgemäß drücken konnte, so dass Tietz im Gastgeber-Tor die Situation gerade noch bereinigen konnte (62.). Die Aufgabe war nun erstmal, die Unterzahl-Situation anzunehmen und defensiv kompakt zu stehen. Und dies gelang auch ganz gut, bis auf mehrere Halbchancen ließ man wenig zu. So köpfte Weskott nach einem Glöß-Freistoß knapp drüber (57.), bei einem Schuss von Henschel tauchte Jan Evers blitzschnell ab (58.). Zwar hatten die Platzherren fortan natürlich mehr Ballbesitz, doch richtig zwingend wurden die Lila-Weißen kaum. Riedel setzte einen Schuss nach Vorlage von Fischer genauso drüber wie Henschel einen Freistoß (70., 79.). Falls dann doch einmal etwas in Richtung FC-Gehäuse kam, war Evers wie beispielsweise beim Schuss von Riedel auf der Hut (80.). Die Gäste waren in der Endphase vollends auf die Absicherung des Punktes bedacht und hofften eventuell auf einen Standard oder eine Einzelaktion. Und diese Möglichkeit sollte es sogar noch geben, als sich der eingewechselte Moussa Diaby aus der Drehung versuchte, das Tor jedoch knapp verfehlte (88.). Nichtsdestotrotz mussten die Muldestädter jedoch bis zum Ende konzentriert verteidigen. In der Nachspielzeit hatten die Einheimischen nach einem Eckball von Weskott noch eine Kopfballchance durch Glöß, doch drückte er die Kugel über den Kasten (90.+2).

So blieb es letztlich bei der gerechten Punkteteilung, in einem Spiel, wo aus Grimmaer Sicht natürlich mehr möglich gewesen wäre, doch die Begleitumstände letztlich nicht mehr als ein Unentschieden zuließen.

Tom Rietzschel

 

Bericht der Presse

Pirna. Der FC Grimma musste beim VfL Pirna-Copitz über eine halbe Stunde lang zu zehnt spielen, weil Mirko Dittrich nach einer Notbremse die Rote Karte sah (55.). Da stand es 1:1. „In Unterzahl war dann trotz weiterhin offensiver Ausrichtung für uns nicht mehr möglich“, schätzte FCG-Trainer Daniel Wohllebe ein. „Wir haben aber besser als zuletzt gespielt.“ Pirna war nach einem Konter in Führung gegangen (29.). Da hätten die Muldestädter an der Elbe schon selbst führen können, doch Rico Engler hatte einen Elfmeter übers Gebälk (19.) gejagt. Das auslösende Foul war übrigens „rotwürdig“, blieb aber diesbezüglich ungesühnt. Immerhin glichen die Gäste aus, Toni Ziffert traf nach Eckball aus dem anschließendem Gewusel heraus per Kopf (39.).

Quelle: Frank Müller | Leipziger Volkszeitung