SachsenligA | 18. spieltag



FC Grimma – Reichenbacher FC 1:1 (0:1)

Grimma: Evers – Schlüter (ab 46. Engler), Maruhn, Dietrich, Kurzbach – Tröger, Ziffert – Schabram, Jackisch, Markus (ab 75. Drobniak) – Brand – Trainer: Wohllebe

Reichenbach: Hettwer – Winkel, Vogel, Strobel, Seidel – Pechtl, Dressel, Particke, Meyer – Süß, Gemeinhardt (ab 74. Albert) – Trainer: Färber

Schiedsrichter: Brückner (Wechselburg) – Schiedsrichter-Assistenten: Unger, Schröder (beide Chemnitz) – Tore: 0:1 Dressel (36.), 1:1 Jackisch (90.+4) – Gelbe Karten: Dietrich (Foulspiel – 35.) – Seidel (Foulspiel – 63.), Süß (Unsportlichkeit – 75.) – Gelb-Rote Karten: Dressel (Reichenbach) wegen wiederholten Foulspiels (70.), Meyer (Reichenbach) wegen wiederholten Foulspiels (88.) – Reservebänke: Birkigt (Tor), Szepesi, Wedehase – Poley (Tor), Schaller, Fügmann – Zuschauer: 101 im Stadion der Freundschaft zu Grimma

 

Grimma. Der FC Grimma hat es verpasst, den Rückrundenauftakt in der Sachsenliga positiv zu gestalten. Nach 90 Minuten sprang im Heimspiel gegen den Reichenbacher FC mit dem 1:1 (0:1)-Unentschieden nur ein Teilerfolg heraus, wobei es die Muldestädter versäumten die sich bietenden Möglichkeiten im zweiten Durchgang konsequent zu nutzen. Letztlich mussten die Schützlinge von Trainer Daniel Wohllebe sogar noch froh sein, gelang der Ausgleichstreffer erst in der vierten Minute der Nachspielzeit. Nach einer sehr schwachen ersten Hälfte steigerten sich die Grimmaer dann im zweiten Durchgang extrem und spielten 45 Minuten quasi auf ein Tor, doch auch in Überzahl gelang den Platzherren nicht mehr als der späte Ausgleich. Letztlich müssen die Muldestädter mit dem Punkt leben, wohl wissend, dass aufgrund der klaren Chancenvorteile viel mehr möglich gewesen wäre. Luft nach oben ist daher reichlich vorhanden, am kommenden Samstag um 15.00 Uhr bei der BSG Stahl Riesa ist mit Sicherheit eine weitere Steigerung von Nöten.

Bei schwierigen Platzverhältnissen hatten beide Teams im ersten Durchgang merkliche Probleme, spielerisch lief bei beiden Mannschaften relativ wenig zusammen. Vor allem die Gastgeber enttäuschten in den ersten 45 Minuten auf der ganzen Linie. Anstatt auf diesem Boden einfach zu spielen, verzettelte man sich immer wieder im kleinklein, was bei diesen Bedingungen natürlich das völlig falsche Konzept war. Die Gäste standen kompakt in der Defensive und wollten nach Ballgewinnen immer wieder einzelne Nadelstiche setzen, wobei die Vogtländer über Ansätze auch nicht hinauskamen. Tormöglichkeiten waren daher auf beiden Seiten zunächst Mangelware. Auf Reichenbacher Seite verfehlte ein Schlenzer von Süß knapp das Gehäuse (12.), bei den Grimmaern strich ein Distanzschuss von Oliver Kurzbach hauchzart am RFC-Tor vorbei (21.). Doch sollte die extrem niveauarme Partie in den letzten zehn Minuten bis zur Pause noch etwas an Höhepunkten gewinnen. So bekamen die Gäste von Schiedsrichterin Brückner (Wechselburg) einen absolut nicht nachzuvollziehenden und akzeptierenden Freistoß aus 18 Metern hingelegt – alle im Stadion sahen ein klares Stürmerfoul von Meyer an Mirko Dietrich und nicht umgekehrt. Dressel nahm dieses Geschenk gern an, fand bei seiner direkten Ausführung die entscheidende Lücke und brachte den Gast in Front – 0:1 (36.). Allerdings bot sich den Einheimischen kurz vor der Pause die Möglichkeit auszugleichen, doch wurde der Schuss von Vincent Markus aus aussichtsreicher Position von der Querlatte aufgehalten (43.).

Im zweiten Durchgang kamen die Platzherren dann mit einer Trotzreaktion aus der Kabine und bestimmten sofort die Szenerie. Reichenbach war fortan in der Defensive komplett gebunden, zwingende Offensivaktionen glückten den Vogtländern kaum noch. Aufgrund der deutlichen Feldvorteile kamen die Grimmaer Tormöglichkeiten natürlich nicht von ungefähr, doch hatten die Gäste mit Hettwer einen richtig guten Keeper zwischen den Pfosten. So meisterte dieser einen Heber des eingewechselten Rico Engler sowie einen sehr gut getretenen Freistoß von Christoph Jackisch (50., 51.). Kurz darauf kam Stefan Tröger in aussichtsreiche Schussposition, doch auch er fand seinen Meister in Hettwer (57.). Die Gastgeber legten im Vergleich zu den ersten 45 Minuten eine deutliche Schippe drauf, doch zeigte man sich vor dem Tor einfach nicht zwingend genug. Als Robin Brand im Reichenbacher Strafraum deutlich von Strobel weggecheckt wurde, rechneten alle mit dem Strafstoßpfiff – Schiedsrichterin Brückner hatte jedoch nichts gesehen (65.). Doch Elfmeter hin oder her, die Muldestädter hatten genug Gelegenheiten. Toni Zifferts Kopfball nach vorherigem Jackisch-Freistoß holte ein Reichenbacher von der Torlinie (67.), Stefan Maruhn zeigte sich nach einem Engler-Eckball etwas zu überrascht, so dass er das Streitobjekt aus Nahdistanz neben das Gehäuse köpfte (68.). Es hätte längst bereits unentschieden stehen müssen, den Wohllebe-Schützlingen rannte langsam die Zeit davon. Allerdings blieb die Hoffnung weiter bestehen, erst recht als der kurz vorher verwarnte Reichenbacher Dressel wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde (70.). Und eins muss man der Elf lassen, bis zum Ende ruckte man unermüdlich an. Einen Distanzschuss von Kurzbach meisterte Hettwer mit dem Fuß (73.), wenig später trudelte ein Jackisch-Eckball ungehindert durch den Fünfmeterraum der Vogtländer, ohne dass ein Grimmaer davon profitieren konnte (74.). In Unterzahl beschränkten sich die Reichenbacher komplett auf die Defensivaufgaben, auch einzelne Nadelstiche fanden fortan nicht mehr statt. Die Platzherren drückten weiter, doch hatte Jackisch mit zwei Distanzschüssen wiederum kein Erfolg (78., 86.). Reichenbach verteidigte mit Mann und Mann, wobei die Gäste kurz vor Schluss einen weiteren Platzverweis hinnehmen mussten. Nach wiederholtem Foulspiel musste auch Meyer mit Gelb-Rot vorzeitig den Platz verlassen (88.), so dass die Vogtländer die verbleibende Spielzeit nur noch mit neun Akteuren beenden mussten. Die Gastgeber spielten in doppelter Überzahl nun Alles oder Nichts, Nachspielzeit war aufgrund einer Verletzung bei der Schiedsrichterin genügend vorhanden. Allerdings agierten die Muldestädter in Sachen Torabschluss weiterhin ohne jegliches Fortune. Jackischs Freistoß wurde zur sicheren Beute Hettwers (90.), Brands Schuss zischte über den Querbalken (90.+2). Das Gäste-Tor schien wie vernagelt, allerdings wurden die Muldestädter kurz vor Ultimo doch noch belohnt. Jackisch profitierte von einer unübersichtlichen Situation im Reichenbacher Fünfmeterraum und stocherte die Kugel im Getümmel mit der Hacke zum 1:1-Endstand ins Netz (90.+4).

Fazit: Aufgrund der Steigerung im zweiten Durchgang und der deutlichen Chancenvorteile wäre natürlich der erwartete Grimmaer Sieg möglich gewesen. Doch wer seine Möglichkeiten nicht nutzt, darf sich letztlich nicht wundern. Natürlich kann man über zwei verlorene Punkte sprechen, doch wenn man erst kurz vor dem Abpfiff den Ausgleich markiert, muss man darüber erstmal froh sein. Am kommenden Samstag gilt es sich in Riesa abermals zu steigern.

Tom Rietzschel

 

Bericht des Gegners

Grimma. War das wieder aufregend! Spiele gegen Grimma entschieden bisher immer Treffer in der Schlussphase. Diesmal wurde die Dramaturgie des Spielfilms noch ein bisschen schriller – durch ein Tor der Hausherren in der vierten Nachspielminute! Dennoch fuhr der RFC nicht mit leeren Händen heim. Das glückte ihm im Stadion der Freundschaft in der Muldestadt vorher noch nie! Wenn man einen Gegentreffer kurz vor dem Abpfiff kassiert, dann ist es immer unglücklich. Das sah auch Co-Trainer Carlo Kästner, der den noch wegen einer starken Erkältung verhinderten Ronald Färber als Linienchef vertrat, gewiss genauso. Trotzdem ging das 1:1 letztlich in Ordnung: „Den Punkt haben sich die Gastgeber letztlich redlich verdient Schließlich drückten sie uns in den zweiten 45 Minuten permanent in die eigene Hälfte zurück. Ich möchte nicht spekulieren, was wohl passiert wäre, wenn danach noch vielleicht zehn Minuten länger gespielt worden wäre...“ Schließlich mussten die Reichenbacher den so wichtigen Auswärtszähler teuer bezahlen. Denn als Schiedsrichterin Franziska Brückner die Begegnung beendete, stand der RFC nur noch zu neunt auf dem Rasen. Dressel und Meyer kassierten jeweils zweimal Gelb und mussten vorzeitig runter. Beide sind in einer Woche (zu Hause gegen Glauchau) gesperrt, genau wie Angreifer Süß, der am Sonnabend zum fünften Mal den Gelben Karton abfasste.

Der RFC fand auf harten, aber jederzeit bespielbaren leicht gefrorenen Boden gut in die Partie und wirkte nach vorn durchaus gefällig. In der zehnten Minute besaß er durch Süß eine dicke Gelegenheit, der einen ins Zentrum flach geschlagenen Freistoß aus der Drehung nur um Zentimeter am langen Pfosten vorbeizirkelte. Demgegenüber ließ Reichenbach hinten nichts anbrennen. Was hoch in den Strafraum segelte, wurde eine Beute der Köpfe der Abwehrspieler oder von Hettwer. Probierte es Grimma flach, rannten sich der Offensivkräfte meist fest. Als in der 35. Minute Meyer einer Rechtsflanke in zentraler Position hinterherrannte wurde er von seinem Gegenspieler gekreuzt und dabei zu Fall gebracht: Pfiff und Freistoß. Diesen bog Dressel aus 18 Metern gekonnt um die Mauer herum ins untere Torwarteck. Grimmas Schlussmann streckte sich vergebens – 0:1. Dieser Rückstand stachelte die Hausherren an, die fortan Biss und Aggressivität an den Tag legten. Tugenden, die man bis dahin nicht erkannte. Fast wäre den Gastgebern vor der Pause sogar der Ausgleich geglückt. Ein Stürmerfoul wurde nicht geahndet, Markus donnerte die Kugel in Höhe des Elfmeterpunktes an den Querbalken.

Mit Wiederbeginn verlagerten dann die Grimmaer den Belagerungszustand in die Reichenbacher Hälfte und drückte mit Vehemenz auf das 1:1. Der RFC blieb bis zum Schluss ohne jeden Torabschluss, ließ aber gegen Ende durch Meyer und Süß zwei verheißungsfälle Alleingänge ungenutzt, die noch vor dem Eintritt in die Box von den Hausherren entschärft wurden. Keeper Hettwer rückte mit Wiederanpfiff mehrmals in den Blickpunkt. Mit den Händen bog er in der 53. Minute einen Aufsetzer von Markus gerade noch um die Torstange. Als er nach einem hohen Freistoß schon geschlagen schien, kratzte Kapitän Vogel einen Kopfball von Ziffert noch von der Linie (67.). Den anschließenden Eckball köpfte Maruhn freistehend vorbei. Bei vielen Standards, die meist im hohen Bogen in Richtung RFC-Gehäuse flogen, brannte es mehrfach lichterloh. Der erfolgreiche Abschluss blieb Grimma aber versagt und so rückte der Abpfiff immer näher. Eine unfreiwillige Auszeit erlebten die Akteure in der 80. Minute. Was war passiert? Die Schiedsrichterin prallte im Rückwärtslaufen mit Süß zusammen, konnte aber nach vier Minuten Behandlung weitermachen. Da war der RFC bereits mit einem Mann weniger auf dem Feld. Dressel brachte an der Mittellinie einen Grimmaer zu Foul, was das zweite Gelb nach sich zog. Das ging in Ordnung. Doch als Meyer an der Außenlinie den Ball abgrätschte und sein Gegenspieler dabei zu Fall kam, hätte Brückner die Verwarnung wirklich stecken lassen können. So war sie wohl selbst überrascht, als ihr Assistent mitteilte, dass Meyer bereits schon einmal verwarnt wurde. „Sei es drum, an der nummerischen personellen Unterlegenheit lag es nicht, dass noch zwei Zähler flöten gingen. Irgendwann im Strafraumgewusel musste es eben leider doch noch passieren“, musste nicht nur Kästner mit ansehen, wie Jackisch mit der Hacke den Ball über die Linie zum Ausgleich stocherte. Ein Treffer, der ihm aber nicht die Laune verderben wollte: „Wir haben in Grimma einen Zähler gewonnen und kämpferisch gegen ein Spitzenteam der Liga überzeugen können. Hier aus dem Stadion der Freundschaft muss man erst einmal mit Zählbaren nach Hause fahren.“

Damit blieben seine Jungs zum dritten Mal in Folge ungeschlagen und haben in einer Woche daheim einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf vor der Brust, wenn der VfB Empor Glauchau gastiert. „Und keine Angst, wir bekommen dann mit Sicherheit eine schlagkräftige Truppe mit elf Mann auf die Beine“, glaubt Torwarttrainer Ulf During, dass der Aufwärtstrend dann eine Fortsetzung erfährt.

Quelle: Olaf Meinhardt | www.reichenbacher-fc.de 

 

Bericht des Presse

Grimma. Gleichfalls 1:1 trennten sich der FC Grimma und der durch zweimal Gelb-Rot auf neun Mann geschrumpfte Reichenbacher FC. „In der ersten Halbzeit waren wir schlecht, in der zweiten haben wir leider Riesenchancen ausgelassen“, fasste FCG-Teammanager Tom Rietzschel die Partie kurz und knapp zusammen. Den Ausgleich „erstocherte“ Christoph Jackisch erst in der Nachspielzeit mit der Hacke.

Quelle: Frank Müller | Leipziger Volkszeitung


bilder vom spiel

Fotos:  Karsten Hannover