sachsenliga | 14. spieltag



SSV Markranstädt – FC Grimma 0:1 (0:1)

Markranstädt: Wings – Rothe, Oechsner, Glänzel, J. Werner – Reinhard – T. Seifert (ab 87. Baumann), Hildebrandt, S. Seifert – M. Werner, Scheithauer (ab 75. Kunze) – Trainer: Ferl

Grimma: Evers – Kurzbach, Tröger, Maruhn, Ziffert – Radig, Brand – Markus, Engler (ab 90.+5 Konzok), Wiegner (ab 80. Schabram) – Jackisch (ab 88. Drobniak) – Trainer: Wohllebe

Schiedsrichter: Leonhardt (Dresden) – Schiedsrichter-Assistenten: Meisel, Lorenz (beide Dresden) – Tor: 0:1 Engler (37., Foulstrafstoß – Hildebrandt an Ziffert) – Gelbe Karten: Rothe (Foulspiel – 6.), Oechsner (Foulspiel – 88.), Kunze (Foulspiel – 90.+6) – Brand (Meckern – 16.), Ziffert (Foulspiel – 52.), Tröger (Foulspiel – 64.), Maruhn (Foulspiel – 74.), Radig (Foulspiel – 83.) – Reservebänke: Klimas (Tor), Nüchtern, Bittner – Birkigt (Tor) – Zuschauer: 120 im Stadion am Bad zu Markranstädt

 

Markranstädt. Am drittletzten Spieltag vor der Winterpause hat Sachsenligist FC Grimma einen echten Big Point gelandet. Beim Oberliga-Absteiger SSV Markranstädt gewann die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe knapp mit 1:0 (1:0) und bleibt damit in unmittelbarer Schlagdistanz zur aktuellen Spitzengruppe. Die Zuschauer im Markranstädter Stadion am Bad sahen insgesamt ein rassiges Spiel, welches absolut auf Augenhöhe anzusiedeln und an Spannung kaum zu überbieten war. Nach einer ersten Hälfte mit Grimmaer Übergewicht hing der Erfolg der Muldestädter im zweiten Durchgang jedoch ein ums andere Mal am seidenen Faden. Doch ein alles überragender Torhüter Jan Evers, der die Gastgeber mit sensationellen Paraden reihenweise zur Verzweiflung brachte, sowie eine totale Opferbereitschaft der gesamten Mannschaft sicherten letztlich die drei Zähler. Zweifelsohne wäre ein Unentschieden an diesem Tag das gerechtere Ergebnis gewesen – ein großes Kompliment gilt hierbei dem SSV Markranstädt, der zum offenen Fight seinerseits viel beitrug und man der Elf den Kräfteverschleiß nach dem Nachholspiel am Mittwoch gegen Stahl Riesa (1:1) keinesfalls ansah. Allerdings nehmen die Gäste die drei Punkte gern mit an die Mulde – für die beiden letzten Begegnungen vor der Winterpause war dieser Sieg extrem wichtig. Diesen schwer erkämpften Auswärtssieg möchte die Wohllebe-Elf am kommenden Samstag natürlich vergolden, wenn um 13.30 Uhr der BSC Rapid Chemnitz im Grimmaer Stadion der Freundschaft gastiert.

Von Beginn an entwickelte sich eine extrem leidenschaftlich geführte Begegnung, welche sich zunächst zwischen den Strafräumen abspielte. Viele rassige Zweikämpfe prägten die Partie, Torchancen blieben zunächst Mangelware. Dies änderte sich nach knapp einer Viertelstunde, wobei die erste Torannäherung die Gastgeber abgaben. Nach gutem Pass von M. Werner steuerte Scheithauer auf das Grimmaer Gehäuse zu, doch strich sein Schuss knapp über den Querbalken (16.). Doch in der Folgezeit bestimmten die Gäste mehr und mehr das Geschehen und erarbeiteten sich eine leichte Feldüberlegenheit. Und siehe da, prompt wurden die Muldestädter auch gefährlich. Nach einem Eckball von Rico Engler köpfte Robin Brand aus Nahdistanz knapp vorbei (18.), nach sehr guter Vorarbeit von Kevin Wiegner blieb der allein durchgebrochene Christoph Jackisch im Eins-gegen-Eins-Duell gegen SSV-Schlussmann Wings nur zweiter Sieger (22.). Defensiv standen die Wohllebe-Schützlinge äußerst kompakt, auch den verletzungsbedingten Ausfall von Leithammel Mirko Dietrich konnte man zunächst sehr gut kompensieren. Die Platzherren, die nahezu alles spielerisch zu lösen versuchten, mühten sich zwar, doch richtig torgefährlich wurde der SSV kaum. Die Ausnahme bildete da ein Kopfball von M. Werner, der nach einer Flanke von S. Seifert knapp das Tor verfehlte (28.). Zwingender waren in Hälfte eins zweifelsohne die Grimmaer, welche sich wenig später auch belohnten. Sehr gut von Jackisch eingeleitet, wurde Toni Ziffert von Hildebrandt im Markranstädter Strafraum unfair gestoppt – Schiedsrichter Leonhardt (Dresden) zögerte keine Sekunde und zeigte sofort auf den ominösen Punkt. Engler ließ sich die Chance nicht nehmen und schickte Wings in die falsche Ecke – 0:1 (37.). Dieser Treffer gab den Wohllebe-Schützlingen zusätzliches Selbstvertrauen. Torschütze Engler versuchte sich aus der Distanz, doch fehlten hier die berühmten Zentimeter (39.). So war indes die knappe Grimmaer Pausenführung letztendlich auch dem Spielverlauf entsprechend.

Natürlich waren die Gäste bestrebt, den Schwung aus den ersten 45 Minuten mit in den zweiten Durchgang zu nehmen. Und tatsächlich hatten die Muldestädter die Möglichkeit, kurz nach Wiederbeginn zu erhöhen. Sehr gut von Engler in Szene gesetzt, steuerte Wiegner allein auf den gegnerischen Kasten zu, doch verkürzte der herauslaufende Wings geschickt den Winkel und verhinderte somit das 0:2 (48.). Doch fortan verlagerte sich das Spielgeschehen mehr und mehr in die Grimmaer Hälfte. Markranstädt legte deutlich einen Zahn zu, die Gäste konnten in der Folgezeit nur noch reagieren und verloren mehr und mehr den Faden. Speziell zwischen der 50. und der 70. Minute erarbeiteten sich die Einheimischen mehrere gute Gelegenheiten zum Ausgleich, wo man im FC-Lager des Öfteren die Luft anhalten musste. Jedoch stemmte sich ein Grimmaer Akteur gegen das Unheil und sicherte seiner Elf den knappen Vorsprung – Schlussmann Jan Evers. Reihenweise verzweifelten die Gastgeber am Grimmaer Torhüter, der mit sensationellen Reflexen und Reaktionen sich als „Man oft the Match“ herauskristallisieren sollte. Was die Einheimischen auch versuchten, Evers hatte immer die passende Antwort parat. Beispiele gefällig? Zunächst kratzte er einen Oechsner-Kopfball überragend aus dem oberen Eck, nachdem Hildebrandt einen Freistoß gefährlich in den Grimmaer Strafraum brachte – die Zuschauer hatten den Ball hier quasi bereits im Tor gesehen (52.). Anschließend senkte sich ein abgefälschter Schuss von S. Seifert wie eine Bogenlampe in Richtung FC-Gehäuse – Evers lenkte die Kugel spektakulär über den Querbalken (63.). Die Muldestädter konnten sich in dieser Phase minutenlang überhaupt nicht befreien, doch hatte man einen Schlussmann in absoluter Top-Form zwischen den Pfosten. So blieb Evers nach einem Reinhard-Kopfball ebenso der Sieger wie bei einem Schuss von Oechsner aus spitzem Winkel, als der FC-Keeper rechtzeitig das kurze Eck dicht machte (65., 68.). Dank eines überragenden Torhüters überstanden die Gäste diese Drangphase des Oberliga-Absteigers und konnten nach gut 70 Minuten selbst wieder einzelne Offensivaktionen starten. So scheiterte Jackisch mit einem Schuss von der Strafraumgrenze am gut reagierenden Wings (71.), bei einer Direktabnahme von Dennis-Sven Radig zischte das Streitobjekt hauchzart am Tor vorbei (72.). Doch so blieb die leidenschaftliche Partie weiter offen, wobei Rand-Leipziger in der Endphase alles auf eine Karte setzten. Der Belagerungszustand des Grimmaer Strafraums wurde fortan wieder größer, doch mit Mann und Maus warfen sich die Gäste in jegliche Schussbahn. Mit Haut und Haaren verteidigten die Wohllebe-Schützlinge den knappen Vorsprung, doch die Platzherren ruckten bis zum Ende an. So wurde es in der Schlussphase einmal noch brenzlig vor dem FC-Gehäuse, als der aufgerückte SSV-Keeper Wings einen Hildebrandt-Eckball knapp am Tor vorbei köpfte (90.). Doch die Muldestädter brachten letztlich den etwas glücklichen Sieg über die Runden, auch eine nahezu siebenminütige Nachspielzeit überstanden die Gäste unbeschadet und durften sich letztlich über drei wichtige Punkte in der Fremde freuen.

Tom Rietzschel

 

Bericht des Gegners

Markranstädt. Das letzte Heimspiel 2017 konnte unser SSVtrotz großem Kampf und guter Spielweise nicht gewinnen. Die Zuschauer sahen über die gesamte Spielzeit ein rassiges Match welches an Spannung nicht zu überbieten war.

Von Anbeginn entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe mit leichten Vorteilen für Grimma in Hälfte eins. Engler rutschte in aussichtsreicher Position im Strafraum aus (10.). Brand köpfte recht frei daneben (18.) und Christian Wings rettete im Eins-gegen-Eins gegen Jackisch. (22.). Der SSV erzeugte zweimal größere Torgefahr durch Patrick Scheithauer (Zuspiel M. Werner) rechts durch, aber auch drüber (16.), sowie Martin Werners Kopfball (29.) nach Flanke von Tom Seifert. Ein „Elfer“ brachte dann den nominellen Vorteil für Grimma als Raik Hildebrandt Ziffert an den Beinen kontaktierte. Dieser Konstellation ließ für den SSV in Anbetracht der gefährlichen Angreifer der Gäste für die 2. Halbzeit wenig Gutes erwarten.

Aber weit gefehlt, Markranstädt entfachte nun einen kaum unterbrochenen Sturmlauf dem leider nur eins fehlte: Die Tore. Da ist es immer angesagt auf einen guten Gästehüter zu verweisen. Aber was dieser Jan Evers so alles zu Eckbällen abwehrte war einfach Klasse. Allein zwischen 50. und 70. Minute ließ er den Torschrei fünfmal verstummen. Gut platzierte Kopfbälle und Schüsse u. a. von Tino Oechsner, Sebastian Seifert, Tom Seifert, Scheithauer und Tarik Reinhardt verwehrte er den Einschlag. Grimma konnte sich vorübergehend noch mal etwas Luft verschaffen u. kam zwei-, dreimal zu Gelegenheiten. Das war nicht verwunderlich bei der totalen Offensive des SSV, die dann zu einem regelrechten Belagerungszustand bis zur 97. gespielten Minute führte. Selbst der SSV-Hüter

ging bereits sehr früh mehrmals mit nach vorn und verfehlte per Kopf ebenfalls nur knapp. Neben dem Grimmaer Torwart muss man auch die leidenschaftliche Abwehrschlacht der Gäste nennen, die auch noch andere Einschläge mit fast allen Körperteilen verhinderten. Hart und robust, etwas anderes blieb ihnen da auch nicht übrig, hatte allein in der 2. Halbzeit vier Gelbe Karten für den FC nach Foulspiel zur Folge, aber alles noch im Rahmen des Kampfes.

Vorzuwerfen haben sich die SSV-Kicker rein gar nichts. Auch wenn Pässe nicht immer ankamen, wo gibt es das überhaupt? Sie haben mit einem Mix von spielerischen Mitteln, großer Kampf- und Laufbereitschaft alles versucht. Das Glück war an diesem Tag absolut nicht auf ihrer Seite. Lesenswert und zu empfehlen die sehr realistische, ausführliche Schilderung auf der Seite des FC Grimma unter 1. Mannschaft Spielberichte.

Quelle: Reinhard Reuter | www.ssv-markranstaedt.de

 

Bericht der Presse

Markranstädt. Dank eines 1:0 (1:0)-Sieges beim SSVMarkranstädt hat der FC Grimma die Gastgeber in der Tabelle überholt und ist jetzt Sachsenliga-Vierter. „Es hing aber am seidenen Faden“, gab FCG-Teamleiter Tom Rietzschel ehrlich zu, „ein Remis wäre vielleicht gerechter gewesen.“

In Halbzeit eins waren die Gäste aber durchaus die präsentere Elf, auch gefährlicher. Dennoch gelang nur ein Elfmetertor, Rico Engler verwandelte sicher, nachdem Raik Hildebrandt Toni Ziffert gefoult hatte (37.). Im zweiten Abschnitt dominierte hingegen klar der SSV, scheiterte aber immer wieder am großartigen Grimmaer Torwart Jan Evers, der allein vier „Todsichere“ parierte. „Wir waren dann zwar klar besser, aber Grimma hat mit Mann und Maus und Glück verteidigt“, sagte Reinhard Reuter, der ehemalige „Multifunktionär“ des SSV.

Quelle: Frank Müller | Leipziger Volkszeitung


Bilder vom Spiel

Fotos: Karsten Hannover