sachsenliga | 13. spieltag



FC Grimma – Radebeuler BC 08  2:0 (2:0)

Grimma: Evers – Kurzbach, Maruhn, Dietrich, Ziffert – Tröger, Radig (ab 77. Drobniak) – Markus (ab 72. Jackisch), Engler, Wiegner – Brand – Trainer: Wohllebe

Radebeul: Bunzel – Kunze, Graage, Deugoué, Helm – Talke, Schramm (ab 85. Lauterbach) – F. Müller, Heineccius, Töppel – R. Schöne (ab 70. Richter) – Trainer: M. Müller

Schiedsrichter: Schiefer (Annaberg-Buchholz) – Schiedsrichter-Assistenten: Jacob (Dresden), Steingräber (Annaberg-Buchholz) – Tore: 1:0 Engler (19., Foulstrafstoß – Deugoué an Markus), 2:0 Wiegner (45.+2) – Gelbe Karten: Kurzbach (Unsportlichkeit – 69.) – Schramm (Foulspiel – 68.), Graage (Unsportlichkeit – 79.) – Reservebänke: Birkigt (Tor), Bouamama, Schabram, Wedehase, Konzok – Haase (Tor) – Zuschauer: 65 im Stadion der Freundschaft zu Grimma

 

Grimma. Sachsenligist FC Grimma hat seine letztwöchige 3:5 (1:1)-Niederlage in Hohenstein-Ernstthal sofort getilgt. Bei widrigen Bedingungen gewann die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe ihr Heimspiel gegen den Radebeuler BC mit 2:0 (2:0) und bleibt somit der Spitzengruppe in der höchsten sächsischen Spielklasse hart auf den Fersen. Dabei glänzten die Muldestädter – vor allem im zweiten Durchgang – nicht wirklich, doch reichten zwei Treffer in der ersten Hälfte um die Partie zu den eigenen Gunsten zu entscheiden. Der Begriff Arbeitssieg wird der Vorstellung der Platzherren wohl am ehesten gerecht. Die Tore erzielten dabei Rico Engler mit einem verwandelten Foulstrafstoß (19.) sowie Kevin Wiegner (45.+2). Nun gilt es konsequent dran zu bleiben und am kommenden Sonntag um 14.00 Uhr beim Oberliga-Absteiger SSV Markranstädt wiederum ein positives Resultat zu erzielen.

Zu Beginn hatten beide Mannschaften deutliche Probleme sich mit den Gegebenheiten abzufinden. Der böige, fast eisige Wind setzte beiden Teams regelrecht zu, so dass sich die Anfangsphase fast hauptsächlich zwischen den Strafräumen abspielte. Doch in der Folgezeit nahmen die Gastgeber mehr und mehr das Geschehen in die Hand. Mit dem ersten vielversprechend vorgetragenen Angriff sollte sich sogleich Positives entwickeln. Nach einer guten Kombination konnte Vincent Markus von Deugoué im Radebeuler Strafraum nur per Foulspiel gestoppt werden – Schiedsrichter Schiefer (Annaberg-Buchholz) zeigte sofort auf den ominösen Punkt. Rico Engler ließ sich nicht zweimal bitten und schickte RBC-Schlussmann Bunzel in die falsche Ecke – 1:0 (19.). Dieser Führungstreffer tat der Wohllebe-Elf sichtbar gut, mehr und mehr verlagerte man das Geschehen in die Gäste-Hälfte. Radebeul blieb fortan vor allem in der Offensive vieles schuldig, Grimma wurde in der Folgezeit deutlich überlegen. Sehr gut von Dennis-Sven Radig eingeleitet, brachte dies Markus in gute Schussposition, doch fehlten hier die berühmten Zentimeter (30.). Allerdings blieben weitere zwingende Grimmaer Tormöglichkeiten rar gesät, da der extreme Wind bereits im Ansatz vieles zunichte machte. Erst kurz vor dem Pausenpfiff wurden die Gastgeber wieder etwas torgefährlicher. Sehr gut von Oliver Kurzbach vorbereitet, fischte Bunzel einen Schlenzer von Engler aus dem oberen Eck (41.), worauf der Radebeuler Schlussmann nach dem anschließenden Engler-Eckball bei einem verdeckten Markus-Schuss abermals der Sieger blieb (42.). Die Muldestädter legten vor dem Wechsel einen energischen Zwischenspurt ein, bei einem Versuch von Radig ließ sich Bunzel ebenfalls nicht überraschen (43.). Doch in der Nachspielzeit war dann auch der RBC-Keeper chancenlos. Abermals sehenswert von Engler eingeleitet, wurde Kapitän Robin Brand im Strafraum zwar elfmeterreif gefoult, doch Wiegner erkannte rechtzeitig den sehr gut vom Schiedsrichter ausgelegten Vorteil, umkurvte anschließend Bunzel und drosch die Kugel zum 2:0 unter die Latte (45.+2).

Leider gelang es der Grimmaer Mannschaft zu Beginn der zweiten Hälfte nicht, den Schwung aus der Endphase der ersten 45 Minuten mitzunehmen. Man hatte nun arg mit dem extremen Gegenwind zu kämpfen, spielerisch kamen die Wohllebe-Schützlinge fortan kaum mehr über Ansätze hinaus. Radebeul erarbeitete sich in der Folgezeit eine gewisse Ebenbürtigkeit, doch war ersichtlich warum die Rand-Dresdner erst 13 Saisontore erzielt haben. Den Gästen fehlte es im Offensivbereich doch etwas an der nötigen Durchschlagskraft, die wenigen Möglichkeiten wurden weiterhin nicht konsequent verwertet. So verfehlte ein Müller-Kopfball nach vorheriger Heineccius-Flanke ebenfalls das Ziel wie später ein langgezogener Freistoß von Kunze (49., 65.). Die Muldestädter beschränkten sich mehr und mehr aufs Verwalten, im Spiel nach vorn war man fortan einfach nicht zwingend genug. Nichtsdestotrotz hatten die Wohllebe-Schützlinge die Möglichkeit zur Vorentscheidung. Nach einem Freistoß von Stefan Maruhn war Markus zunächst gedankenschneller als RBC-Außenverteidiger Helm, doch verfehlte sein anschließender Linksschuss knapp das Ziel (55.). Auf der Gegenseite versuchte sich Töppel aus der Distanz, doch brauchte der ins Grimmaer Tor zurückgekehrte Jan Evers hier nicht einzugreifen (73.). Sein Gegenüber Bunzel sah dann jedoch noch einmal Unheil auf sich zukommen, als ein Kurzbach-Einwurf von Maksymilian Drobniak per Kopf genau in den Lauf von Christoph Jackisch verlängert wurde, das Streitobjekt nach dessen Direktabnahme jedoch knapp über den Querbalken zischte (80.). Auch in der Endphase wehrten sich die Gäste zwar nach Kräften, doch verpassten sie es, die auftretenden Unzulänglichkeiten im Grimmaer Rückwärtsgang zu bestrafen. Ein Anschlusstreffer hätte die Partie aus FC-Sicht natürlich unnötig spannend gemacht, doch ließ der RBC in der Schlussphase noch zwei gute Möglichkeiten nahezu fahrlässig aus. Zunächst verfehlte Töppel nach sehenswertem Spielzug frei vor Evers das lange Eck (88.), kurz darauf schaffte es Lauterbach aus guter Position ebenfalls nicht zu verkürzen (89.).

So blieb es letztlich beim nicht unverdienten 2:0 (2:0)-Heimsieg der Grimmaer, die zweifellos keine Bäume ausrissen, allerdings mit zwei Treffern zum rechten Zeitpunkt die Partie in die eigenen Bahnen lenkten. Im zweiten Durchgang taten die Muldestädter nicht unbedingt mehr als nötig, was an diesem Tag zu drei Punkten reichen sollte.

Tom Rietzschel

 

Bericht des Gegners

Grimma. Ehe es am Mittwoch im Wernesgrüner Sachsenpokal zum mit Spannung erwarteten Duell mit dem FSV Oderwitz kommt, stand heute das Auswärtsspiel beim FC Grimma auf dem Programm.

Nach den mäßigen Ligaauftritten der letzten Wochen, hatte Trainer Matthias Müller seine Schützlinge unter der Woche nochmal ins Gebet genommen. Müller vor der Partie: „Ich habe ihnen klar gesagt, was ich von ihnen erwarte und hoffe, dass wir heute ein anderes Gesicht zeigen.“

Im Eisschrank in Grimma begangen beide Teams sehr verhalten. Die Gastgeber waren darauf bedacht, den Ball in ihren Reihen zu halten und darüber die Spielkontrolle einzunehmen. Der RBC auf der anderen Seite verlegte sich darauf, erst einmal in der Abwehr sicher zu stehen. Allerdings ging für die Radebeuler nach vorne so gut wie gar nichts. In der 19. Minute spielten sich die Hausherren dann in den Strafraum des RBC und es brannte so lichterloh, dass Armand Deugoue Vincent Markus fällte. Schiedsrichter Johnny Schiefer zögerte keine Sekunde, zeigte sofort auf den Punkt – Elfmeter für den FC Grimma. Den verwandelte Rico Engler sicher zum 1:0. Direkt in den Minuten danach hatte die Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe zweimal die Chance, auf 2:0 zu stellen, aber Radebeuls Keeper Toni Bunzel war beide Male auf dem Posten und bewahrte seine Mannschaft vor einem höheren Rückstand. In den geriet man dann aber kurz vor dem Halbzeitpfiff. Wieder spielten sich die Gastgeber gefährlich in den Strafraum und wieder gab es ein elfmeterverdächtiges Foul, aber der aufmerksame Schiedsrichter ließ Vorteil laufen und Kevin Wiegner traf in die Maschen. Mit hängenden Köpfen ging es dann für die Müller-Elf Richtung Kabine.

Die 65 zahlenden Zuschauer, die sich im weiten Rund des Stadions der Freundschaft verliefen, hatten nach der spielerisch mageren ersten Hälfte auf eine bessere zweite Halbzeit gehofft. Aber die Geschichte der zweiten 45 Minuten ist schnell erzählt. Der FC Grimma versuchte, die Führung weiter auszubauen und die Radebeuler mühten sich, wenigstens zu einer gefährlichen Torszene zu kommen. Das gelang erst kurz vor Schlusspfiff zweimal. In der ersten Szene spielte sich Benno Töppel über links in den Strafraum und versuchte den Ball ins Tor zu zirkeln. Und nur ein paar Momente später kamen die Radebeuler aus einem Strafraumgewusel erneut in Schussposition, aber der Ball flog übers Tor. So endete eine schwache Partie pünktlich nach 90 Minuten 2:0 für den FC Grimma.

Matthias Müller: „Natürlich kann uns das nicht zufrieden stellen. Insgesamt war das Spiel schwach. Wir haben eigentlich auch keine Akzente setzen können. Das muss man so klar sagen. Das reicht nicht, um ein Spiel gewinnen zu können. In dieser Verfassung ist auch am Mittwoch im Viertelfinale nichts zu gewinnen und Oderwitz zuhause klarer Favorit. Ich muss da jetzt mal eine Nacht drüber schlafen und dann bereiten wir uns auf Mittwoch vor. Allerdings muss auch jedem klar sein, dass der Pokal nicht unser Hauptgeschäft ist, wir müssen in der Liga endlich wieder dreifach punkten.“

Quelle: www.rbc08.de

 

Bericht der Presse

Grimma. „In dieser Verfassung ist am Mittwoch im Viertelfinale nichts zu gewinnen und Oderwitz zu Hause der klare Favorit.“ Matthias Müller versucht seine Schützlinge an der Ehre zu packen. Am Samstag lieferte der Radebeuler BC in Grimma eine trostlose Vorstellung ab und verlor das Punktspiel mit 0:2 (0:2). Vor nur 65 Besuchern im Stadion der Freundschaft erzielten Rico Engler (19./Foulelfmeter) und Kevin Wiegner (45.+2) die Tore der Muldestädter.

Der böige, fast eisige Wind setzte beiden Teams regelrecht zu, sodass sich die Anfangsphase fast hauptsächlich zwischen den Strafräumen abspielte. Allerdings ging für die Radebeuler im Vorwärtsgang „so gut wie gar nichts“, musste Müller konstatieren. Ein Strafraumfoul von Armand Deugoue Leugoue an Vincent Markus führte zum Elfmeter und der Grimmaer Führung. Und der Gastgeber blieb tonangebend. Engler scheiterte mit seinem Schlenzer an RBC-Keeper Toni Bunzel (41.), worauf der Radebeuler Schlussmann nach dem anschließenden Eckball bei einem verdeckten Schuss von Vincent Markus erneut Sieger blieb (42.). Bunzel war es zu verdanken, dass es bis in die Nachspielzeit nur 0:1 aus Gäste-Sicht stand, aber gegen Kevin Wiegner hatte er dann doch das Nachsehen.

Nach dem Wechsel verwaltete Grimma die Führung, während sich die Radebeuler mühten, irgendwie Torgefahr zu erzielen. So verfehlte ein Müller-Kopfball nach vorheriger Flanke von Philip Heineccius nur knapp das Ziel (49.). Später segelte ein langgezogener Freistoß von Franz Kunze am Gehäuse vorbei (66.). Kurz vor Abpfiff versuchte es Benno Töppel aus spitzem Winkel. „Wir waren schwach, das reicht so nicht um in der Sachsenliga zu gewinnen“, redete „Lotte“ Müller Klartext.

Natürlich hofft der 63-Jährige am Mittwoch auf das „andere Gesicht“ seiner Jungs. Im Pokal gingen die RBC-Kicker bisher immer an ihre Leistungsgrenze. „Natürlich ist das eine große Chance, ins Halbfinale einzuziehen. Aber jedem Spieler muss doch klar sein, dass der Pokal nicht unser Hauptgeschäft ist. Wir müssen in der sechsten Liga endlich wieder dreifach punkten, sonst wird das eine ungemütliche Winterpause für alle.“

Quelle: Jürgen Schwarz | Sächsische Zeitung


Bilder vom Spiel

Fotos: Karsten Hannover