sachsenliga | 10. spieltag



FC 1910 Lößnitz – FC Grimma 0:3 (0:2)

Lößnitz: Köpsel – Ehmig (ab 72. Frenzel), Baumann, Trehkopf, Teubner – Hauck, Troschke – Schreiter (ab 65. Prügner), Samatov (ab 83. Mühle), Sprunk – Ströhle Trainer: Klingbeil

Grimma: Evers – Kurzbach, Maruhn, Dietrich, Ziffert – Radig, Brand – Markus, Engler, Wiegner (ab 90. Bouamama) – Wedehase (ab 72. Drobniak) – Trainer: Wohllebe

Schiedsrichter: Gläser (Coswig) – Schiedsrichter-Assistenten: Gärtner, Leonhardt (beide Dresden) – Tore: 0:1 Maruhn (26.), 0:2 Markus (43.), 0:3 Wiegner (89.) – Gelbe Karten: Teubner (Foulspiel – 40.), Schreiter (Foulspiel – 50.), Frenzel (Foulspiel – 73.), Troschke (Unsportlichkeit – 89.) – Wedehase (Foulspiel – 56.), Radig (Foulspiel – 65.), Engler (Handspiel – 67.), Kurzbach (Foulspiel – 86.) – Reservebänke: Lohse (Tor), Deland, Liebold, Lauckner – Birkigt (Tor), Schlüter, Koch, Konzok – Zuschauer: 120 im Stadion an der Talstraße zu Lößnitz

 

Lößnitz. Nach dem enttäuschenden 1:1 (0:0)-Heimremis in der Vorwoche gegen den VfB Empor Glauchau hat Sachsenligist FC Grimma nun für einen echten Paukenschlag gesorgt. Beim Spitzenreiter FC 1910 Lößnitz gewann die Elf von Trainer Daniel Wohllebe mit 3:0 (2:0) und hält damit den unmittelbaren Kontakt zur Tabellenspitze aufrecht. Dabei agierten die Muldestädter in den gesamten 90 Minuten höchst diszipliniert, wirkten griffig, präsentierten sich als echtes Kollektiv und schufen sich bereits mit einer 2:0-Pausenführung ein gutes Polster. In den zweiten 45 Minuten, gegen den Wind agierend, hatte man zwar bei Standards des Gegners den einen oder anderen heiklen Moment zu überstehen, doch wie konsequent und konzentriert man aus dem Spiel heraus die Gefahr immer wieder vom eigenen Tor fernhielt, gebührt der Elf ein hohes Maß an Anerkennung. Zwar ruckten die Gastgeber immer wieder an, doch spätestens vor dem Grimmaer Strafraum war Endstation. Stattdessen machten die Gäste mit einem Konter kurz vor Spielende endgültig den Deckel drauf und konnten sich nach 90 Minuten über einen verdienten Auswärtssieg freuen. Diese Vorstellung gilt es nun in den nächsten Begegnungen zu konservieren. Die nächste Gelegenheit für einen Punktezuwachs besteht schon am kommenden Samstag, wenn man um 14.00 Uhr im heimischen Stadion der Freundschaft die II. Mannschaft des VFC Plauen empfängt.

Allerdings standen dem Trainerteam vor Anpfiff der Begegnung einige Sorgenfalten auf der Stirn. Wenn man die ganzen Langzeitverletzten und Rekonvaleszenten mitzählt, mussten die Muldestädter eine Ausfallliste von insgesamt zehn Akteuren beklagen. Doch wie sich die Grimmaer Elf beim Spitzenreiter präsentierte, war echt bemerkenswert. Die Muldestädter standen defensiv extrem stabil, waren läuferisch sowie körperlich komplett auf der Höhe und starteten immer wieder schnell vorgetragene Angriffe. Die erwartungsgemäß technisch sehr gut ausgeprägten Lößnitzer fanden gegen die kompakte Grimmaer Hintermannschaft kaum einmal ein Mittel, einzig bei Standards erzeugten die Erzgebirgler einen Hauch von Torgefahr. So ging bei einem Freistoß von Hauck zwar die Mauer der Muldestädter auf, doch auf einen Jan Evers im Kasten in seit Jahren Verlass (10.). Aufgrund der resoluten Zweikampfführung gelang es der Wohllebe-Elf fortan aus den Ballgewinnen immer wieder schnell nach vorn zu spielen. Nach einem Sololauf von Kevin Wiegner hatte Rocky Wedehase die erste gute Möglichkeit, doch rettete Innenverteidiger Trehkopf in höchster Not (16.). In Sachen Torgefährlichkeit waren die Gäste in Hälfte eins durchaus zwingender. Nicht von ungefähr gingen die Muldestädter wenig später auch in Führung. Nach einer langgezogenen Flanke von Oliver Kurzbach setzte sich Innenverteidiger Stefan Maruhn auf den langen Pfosten entscheidend ab und nickte die Kugel über Köpsel zum 0:1 in die Maschen (26.). Dieser Treffer gab der Elf zusätzliche Sicherheit. Defensiv agierte man weiterhin voll konzentriert und ohne Risiko, im Spiel nach vorn setzte man immer wieder Nadelstiche. Sehr gut von Wedehase eingeleitet, scheiterte Wiegner mit seinem Versuch ebenso wie wenig später Kurzbach mit einem langgezogenen Freistoß am Lößnitzer Keeper Köpsel (31., 36.). Doch kurz vor dem Seitenwechsel schlugen die Muldestädter erneut zu. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld schickte Dennis-Sven Radig mit einem Traumpass den rechtzeitig startenden Vincent Markus auf die Reise, der Köpsel aus Nahdistanz mit einem Lupfer keine Chance ließ – 0:2 (43.).

Wie erwartet, kam der Tabellenführer im zweiten Durchgang mit einer höheren Schlagzahl aus der Kabine. Die Erzgebirgler hatten nun den Wind im Rücken und drängten sofort auf den Anschlusstreffer. Diesen hätte Trehkopf kurz nach Wiederanpfiff machen können, doch nach einem Freistoß von Hauck köpfte dieser die Kugel aus Nahdistanz über den Kasten (47.). Drei Minuten der nächste  Grimmaer Schreckmoment. Nach einem Lößnitzer Befreiungsschlag war die Gäste-Hintermannschaft einmal ungeordnet, so dass Ströhle allein auf das Gehäuse zulief. Doch ein rechtzeitig herauslaufender Evers verhinderte den Anschlusstreffer als er sich waghalsig vor den Angreifer warf, als dieser sich den Ball etwas zu weit vorlegte (50.). Zwei kritische Momente hatten die Wohllebe-Schützlinge damit überstanden, aus dem Spiel heraus ließen die Gäste in der Folgezeit jedoch weiterhin nichts zu. Mit immenser Laufbereitschaft und großer Physis legte man das Lößnitzer Kombinationsspiel immer wieder an die Kette, auch wenn man selbst im Spiel nach vorn über Ansätze in dieser Phase kaum hinauskam. Dies musste man jedoch auch nicht, der Spielstand zwang Lößnitz zum Handeln. Wie man allerdings den kostbaren Vorsprung als Team verteidigte, würdigt der Elf ein großes Kompliment ab. Einmal wurde es noch kritisch, wobei die Gäste hier etwas Glück hatten. Ein Freistoß von Hauck, welcher erneut durch die Mauer zischte, wehrte Evers abermals reaktionsschnell ab, wonach Sprunk den Nachschuss aus Nahdistanz über das Gehäuse jagte (68.). Es war bezeichnend, dass die Gastgeber wieder nach einem Standard gefährlich wurden. Die Muldestädter schafften es in der Folgezeit wieder mehr nach vorn zu tun, da das Lößnitzer Offensivspiel natürlich mit mehr Risiko behaftet war. Damit hatten die Gäste nun die Räume um die Partie endgültig zu entscheiden. Nach schneller Freistoßausführung von Maruhn stand Markus plötzlich völlig frei vor Köpsel, doch fehlten bei dem erneuten Lupfer die berühmten Zentimeter (84.). Lößnitz fand in der Endphase absolut kein Durchkommen mehr – Grimma tütete die Begegnung kurz vor Ultimo endgültig ein. Sehr gut von Markus vorbereitet, ließ sich Wiegner allein vor Köpsel die Chance nicht entgehen und lochte aus Nahdistanz zum 0:3-Endstand ein (89.).

Fazit: Lob an das komplette Kollektiv für eine taktisch äußerst disziplinierte und konzentrierte Vorstellung. Einmal mehr zeigte sich, wie gut die Elf aussieht, wenn man als Team funktioniert. Diesen Schwung möchte man natürlich nun in die Partie am Samstag gegen Plauen II mitnehmen.

Tom Rietzschel

 

Bericht der Presse

Lößnitz. Der FC Lößnitz hat am Sonnabend im eigenen Stadion mit dem 0:3 (0:2) gegen den FC Grimma seine zweite Saisonniederlage in der Fußball-Landesliga hinnehmen müssen. Damit büßte das Team von Trainer René Klingbeil zugleich die Tabellenführung ein.

In der 26. Minute gerieten die Lößnitzer gegen gut stehende Gäste nach an einem Standard und einer weiten Flanke in Rückstand. „Das war natürlich Gift. Wir hofften aber, den Ausgleich vor der Pause zu schaffen“, erklärt Teammanager René Zimmermann. Stattdessen traf Grimma per Lupfer aus Nahdistanz zum 2:0 (43.). Vorausgegangen waren ein Ballverlust der Platzherren im Mittelfeld und ein schöner Pass der Grimmaer. Nach dem Seitenwechsel wollte der FCL möglichst schnell den Anschluss erzielen. Das misslang, obwohl Chancen da waren. In der 89. Minute kassierten die Erzgebirger sogar noch das 0:3.

Dass die Grimmaer nicht grundlos Ambitionen hegen, in der Liga ganz vorn mitzumischen, haben sie in Lößnitz bewiesen. „Als Tabellenerster ist man der Gejagte, und wir haben das nicht gut hinbekommen. Grimma hat verdient gewonnen. Die Mannschaft ist zweikampfstark und spielte clever“, sagt René Klingbeil. Woran es im eigenen Team gelegen hat, müsse man analysieren. In der zweiten Halbzeit seien drei, vier richtig gute Chancen vergeben worden. Klingbeil: „Wir stecken den Kopf nicht in den Sand.“

Die Konzentration gilt jetzt ohnehin dem Sachsenpokal-Duell morgen. Im Achtelfinale läuft der FCL 13.30 Uhr im ostsächsischen Herrnhut beim FSV Oderwitz auf. Die Gastgeber sind Tabellenzweite der Landesklasse Ost.

Quelle: Freie Presse Erzgebirge

 

Lößnitz. Tabellenzweiter wurden die Markkleeberger Team aber auch deshalb, weil der FC Grimma mit einem 3:0-Sieg beim bisherigen Spitzenreiter in Lößnitz Schützenhilfe leistete. „Die Erzgebirger haben ihre Chancen nicht genutzt und wir sind taktisch sehr diszipliniert sowie geschlossen aufgetreten“, umriss Grimmas Teammanager Tom Rietzschel kurz und knapp die Basis für den Auswärtserfolg.

Quelle: Frank Müller | Leipziger Volkszeitung

 

Lößnitz. Der bisherige Spitzenreiter FC Lößnitz verlor nach vier Heimsiegen in Folge gegen den FC Grimma (6.) mit 0:3 und musste Hohenstein den Platz an der Sonne überlassen.

Quelle: Jürgen Schwarz | Sächsische Zeitung